Vom Diktat-Albtraum zum eigenen Buch

Wer ohne Umwege glücklich werden will,
beginnt am besten mit einem dankbaren Lebensstil.
Stef Gerber (in: Glück finden – hier und jetzt)

Heute in einem Monat darf ich meinen Vierzigsten feiern. Doch bereits gestern habe ich ein erstes Geschenk zu meinem Jubiläum erhalten. Und zwar überreichte mir der Postbote eine Kiste voll Glück. Er war etwas verdutzt, als wir ihn mit der Kamera in der Hand begrüssten und Fotos knipsen wollten. Aber er hat schnell verstanden: Für mich ist das ein grosser Moment. Mein eigenes Buch ist da! Und so lächelten der Postbote und ich um die Wette – als wäre es auch ein bisschen sein Buch.

Dass es überhaupt soweit kam und ich mich jetzt Buchautor nennen darf, ist ein Wunder! Spulen wir meinen Lebensfilm um 30 Jahre zurück, hätte niemand darauf gewettet, dass jemals ein Buch erscheinen würde, auf dem der Name „Stefan Gerber“ steht. Dass ich etwas mit den Zahlen anfangen kann, war unbestritten. Aber das mit den Buchstaben …

Sie sollten einmal meine Mutter fragen: Wahrscheinlich erfüllt sie die Tatsache, dass ihr Sohn ein Buch herausgegeben hat, noch mehr mit Stolz als mich selbst. Denn: Wir beide, mein Mami und ich, waren abermals der Verzweiflung nahe, als es darum ging, ein Diktat zu üben. An den Bemühungen von Mami und auch an meinem Einsatz mangelte es nicht. Man erzählt sich, dass wir sogar draussen bei den Gartenarbeiten noch am Diktat büffelten. Aber die Reihenfolge dieser Buchstaben wollte einfach nicht in mein Hirn. Und machte ich den einen Fehler nicht mehr, fand ich garantiert ein anderes Wort, das man auf kreative Art verändern konnte.

Es waren nicht nur die Diktate: Alles, was mit Sprache zu tun hatte, war nicht mein Ding! Mündliche Beiträge sowieso nicht, Aufsätze auch nicht unbedingt. Bei den Fremdsprachen war es nicht viel besser – aber das ist ein anderes Thema.

Mein Mami und ich arbeiteten hart an meinen schulischen Leistungen. Aber meine Möglichkeiten waren limitiert. So blieb ich ein (meistens) glücklicher Primar-/Realschüler. Später hatte ich, wie man so schön sagt, „den Knopf aufgetan“ und wurde für meinen Einsatz belohnt. Das begann in der Oberstufe, zog sich über die weiterführende Schule, die Berufslehre und schliesslich bis zum theologischen Studium. Mündliche Beteiligung und die Fremdsprachen waren immer noch nicht mein Ding. Aber das mit dem Schreiben wurde besser. Plötzlich gab es beachtliche Noten für Aufsätze …

Und heute darf ich also mein eigenes Buch in den Händen halten. Was für ein Geschenk. Ich hoffe, dass meine Geschichte andere Menschen inspiriert und dass das Buch viele Leute glücklich machen wird. Aber so oder so: Mich hat es schon glücklich gemacht.

KONKRET

Am liebsten würde ich als Freude und Dankbarkeit allen Interessierten mein Buch schenken. Das kann ich leider nicht. Aber meine Freude teile ich gerne: Wer will, bestellt sich mein Buch und lässt sich für die Gestaltung seines Glücks inspirieren.

  • Glück finden – hier und jetzt – Mein Leben gestalten – bei mir ankommen
  • Leseprobe
  • ‘Glücklich sein ist lernbar’ – was mir als Skeptikerin und Krisenspezialistin erst etwas oberflächlich erscheint, entpuppt sich als breitgefächerter, fundierter und umfassender Ratgeber. Ein Buch, das anregt, inspiriert, entspannt, berührt und – vielleicht – glücklich machen kann. Mir hat es den Blick geweitet und mich dankbar gemacht für alles grosse und kleine Glück, das ich in meinem Leben habe.
    Christa Reusser, Familienfrau & Bewegungstherapeutin auf einer Kriseninterventionsstation

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Selbst“.

Stolperstein Feedback

Überall auf der Welt stolpern Leute über die Feedback-Kommunikation.
Sheila Heen 
(am Global Leadership Summit 2015)

Was Sheila Heen aus ihrer Forschungsarbeit zu berichten hatte, war ziemlich ernüchternd: Trotz den vielen, intensiven Trainings, die überall auf der Welt seit Jahren abgehalten werden, um besser darin zu werden, konstruktive Feedbacks zu geben, kämpfen nach wie vor viele Menschen mit der Feedback-Kommunikation.

Sheila Heen hat eine interessante Erklärung, warum all die Seminare nur wenig gebracht haben: Normalerweise werde der Schwerpunkt darauf gelegt, wie wir besser Feedback geben. Aber was wir stattdessen bräuchten, ist einen Schulung darin, besser Feedback annehmen zu können.

Feedback hat nämlich sehr viel mit uns zu tun. Es geht darum, wie wir die Informationen, die wir über uns selbst zur Verfügung haben, verarbeiten. Und da geraten zwei unterschiedliche menschliche Bedürfnisse in Konflikt zu einander:

  • Wir wollen uns weiterentwickeln, lernen und wachsen – und zwar mit Freude.
  • Wir wollen akzeptiert, geliebt und respektiert werden – so wie wir jetzt gerade sind.

Einige Arten von Feedbacks (Wertschätzung: Ich sehe dich) werden vor allem unser zweites Bedürfnis befriedigen. Andere (Auswertung: Ich zeige dir, wo du stehst) werden uns aufzeigen, wo wir uns weiterentwickeln können. Eine dritte Form von Feedback (Coaching: Ich unterstütze dich in deiner Entwicklung besser zu werden.) schaffen es hoffentlich, beide angesprochenen Bedürfnisse zu befriedigen.

Gerade der Punkt der Wertschätzung ist unheimlich wichtig: Über 90 % der Mitarbeitenden erhalten zu wenig davon (mind. in den USA).

Feedback annehmen

Aber wie können wir nun Feedbacks besser annehmen?

  • Wir sollen, dürfen und können entscheiden, ob wir ein Feedback annehmen. Manchmal lehnen wir es jedoch zu schnell ab.
  • Die möglichen schmerzvollen Reaktionen durchschauen:
    – Stolperstein der Wahrheit: Stimmt das überhaupt?
    – Stolperstein im zwischenmenschlichen Bereich
    – Stolperstein in meiner Identität: Wir sind verunsichert.
  • Erkennen, was mit dem Feedback gemeint ist.
    Nicht vorschnell über richtig und falsch entscheiden, sondern versuchen zu verstehen, was gemeint ist.
  • Sich selber klar sehen.
    Guter Umgang mit den blinden Flecken einüben. Versuchen zu sehen, wie einem die anderen wahrnehmen.
  • Freunde um Hilfe bitten.
    Freunde können einem helfen, zu erkennen, was richtig, was falsch ist, an diesem Feedback. Und sie zeigen einem, dass ein bestimmtes Feedback nicht die ganze Story ist.
  • Schlussendlich verändert es die gesamte Firmenkultur, wenn Führungskräfte bessere Feedback-Nehmer werden.

Schwierige Diskussionen, zu denen häufig auch die Feedback-Kommunikation gehört, ist halt einfach schwierig und wird es wohl auch immer bleiben. Doch wenn wir es schaffen, reflektiert mit uns und den erhaltenen Feedbacks umzugehen, werden uns diese potenziellen Stolpersteinen nicht zu Fall bringen, sondern können zu einem wertvollen Entwicklungsschritt auf unserem Weg werden.

KONKRET

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sag ja zum neuen Tag

Man löst keine ‎Probleme, indem man sie aufs Eis legt.
Winston Churchill

Kürzlich an einem Tagesseminar der Referent: „Führungspersonen essen zum Frühstück Probleme.“ Als ich später einem Freund davon erzählte, meinte dieser: „Heisst es nicht: Leadertypen kennen keine Probleme, nur Herausforderungen?“

Nun, beide haben ja auf ihre Art Recht. Führungspersonen zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch vor Problemen nicht zurückschrecken, sondern sie mutig anpacken – wenn es denn sein muss, bereits zum Frühstück. Für einen Leader sind Probleme tatsächlich das tägliche Brot. Und weil Führungspersonen eben Menschen führen, ist es auch nicht damit getan, Organisationen, Abläufe, Produkte und Ressourcen zu managen. Leadership hat mit Menschen zu tun. Da stecken Emotionen drin. Da ist Bewegung drin. Da gehören willkürliche Meinungsumschwünge dazu.

Da gibt es – genau: Probleme. Oder wie es gestern Abend jemand sagte: „Mein Job wäre so schön, wenn es nur diese Kunden nicht gäbe.“ Die Kunden oder gleich grundsätzlich die Menschen abzuschaffen, kann ja auch nicht die Lösung sein – da sind wir uns wohl einig. Also doch besser schon Probleme zum Frühstück akzeptieren.

Irgendwie kann ich mich trotzdem nicht so ganz mit diesem Ansatz anfreunden. Es motiviert mich einfach nicht, am Morgen aufzustehen mit dem Bewusstsein, dass der Wecker eigentlich das kleinste Übel war und jetzt viel grössere Probleme auf mich warten.

Dann schon lieber Herausforderungen. Das klingt doch bereits viel weniger negativ, schwer und frustrierend. Ein Leader ist bereit, den täglichen Herausforderungen in die Augen zu blicken und sie zu meistern. Er (sie natürlich auch!) ist aktiv, er gestaltet, er packt an. Er rennt nicht (nur) wie die Feuerwehr den Problemen hinterher und löscht ein Feuer nach dem anderen. Nein, als Gestalter greift er neue Herausforderungen auf, noch bevor es Probleme sind. (Gut, korrekterweise müsste man da nun wohl „Problem“ und „Herausforderung“ genauer definieren. Aber bleiben wir mal beim Bild, dass Probleme eher mit reagieren – wie die Feuerwehr – zu tun hat und Herausforderung eher das Agieren im Blick hat.)

Ich gebe zu, dass ich auch nach der eingangs erwähnten Schulung nicht morgens aufstehe, um Probleme zu frühstücken. Viel besser kommt das Geschenk meiner Frau an: Ein Parfüm mit dem tollen Namen „Motivation“. Also esse ich zum Frühstück nicht Probleme, sondern schmücke mich allmorgendlich mit Motivation. Darum geht es: Dass wir jeden Morgen aufs Neue motiviert sind, den Tag zu begrüssen und zu umarmen, ihm die Möglichkeit zu geben, sich zu entfalten – mit all seinen Herausforderungen, Problemen, Freuden, Erfolgen und Niederlagen.

Probleme zum Frühstück, Herausforderung statt Problem, motivierendes Parfüm – alles nett. Doch das Beste kam diese Woche (einmal mehr) aus dem alten Buch (Die Bibel, Sprüche 14,4):

Ein leerer Stall bleibt zwar sauber –
aber ohne Rinder gibt es keinen Ertrag!

So ist es: Wer etwas bewegen will, darf auch vor etwas Dreck nicht zurückschrecken!

 

KONKRET

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Selbst“.

Ego-Show vs. Selbstliebe

Die Krankheit der Rivalität und der Ruhmsucht – wenn das Äußere, die Farben der Kleidung und Zeichen der Ehre zum vorrangigen Lebensziel werden…
Papst Franziskus, in seiner Schelte an die Kurie

Nein, ich bin nicht katholisch. Aber Papst Franziskus hat es mir angetan. Und zwar von der ersten Stunde seiner Wahl an. Ich erinnere mich, wie ich fasziniert war, als er erstmals als Papst auf dem Balkon erschien und die versammelte Gemeinde bat, für ihn zu beten. Was für eine Demut.

In den letzten beiden Jahren war er immer wieder gut für eine Überraschung – ob er tätige Bescheidenheit zeigt oder sich als Brückenbauer zu Randständigen oder Andersdenkenden erweist, immer mal wieder bin ich beeindruckt von diesem Papst.

Ende letztes Jahr war wieder so ein Moment: Überrascht und anerkennend las ich in der NZZ am Sonntag, wie Franziskus seine Mitarbeiter zurecht wies. Gleich 15 Krankheiten hatte er in der Kurie diagnostiziert.

Auffallend dabei: Der Papst attestierte seinen Kardinälen einen schlechten Umgang mit sich selbst und eine tote Spiritualität. Unter Ersterem führte er „Krankheiten“ wie  „sich unstebrlich fühlen“, „zu hart arbeiten“, „Trauermine aufsetzen“ oder „nach weltlichen Profiten streben“ auf. Bei der fehlenden Spiritualität bemängelt er fehlende Offenheit für das Wirken des Heiligen Geistes und spricht gar von „Spirituellem Alzheimer“.

Das eigene Wohl – und das meiner Mitmenschen

Das päpstliche Zitat über die Krankheit der Ruhmsucht am Anfang dieses Blogartikels geht wie folgt weiter: „…und man das Wort des heiligen Paulus vergisst: ‚Tut nichts aus Ehrgeiz und nichts aus Prahlerei. Sondern in Demut schätze einer den andern höher ein als sich selbst. Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.‘ (Philipper 2,1-4)“

Spannend, dass uns dieser Bibeltext – mindestens nach der Einheitsübersetzung – indirekt dazu einlädt, auf das eigene Wohl zu achten. Nicht nur, natürlich, aber eben auch.

Denn, genau davon hatten wir es kürzlich im SunntigsTräff von „gms – z’friede läbe“, es geht beim berühmten Doppelgebot der Liebe im Grunde um eine dreifache Liebe: Zu Gott, zum Nächsten und zu mir selbst.

In der Gruppendiskussion wollte ich wissen, welches die schwierigste Form der Liebe sei. Nicht verwunderlich, dass viele zu allererst mit der Selbstliebe zu kämpfen haben. Ich glaube, dass gerade hier ein wichtiger Schlüssel zur Nächstenliebe liegt: Erst wer sich selbst liebt, kann dem anderen in uneigennütziger Liebe begegnen. Nicht, weil der andere meine Defizite ausfüllt, liebe ich ihn, sondern weil er wie jedes Geschöpf liebenswürdig ist.

Kann ich mich selbst annehmen und lieben, brauche ich auch keine Ego-Show abzuziehen. Die Krankheiten der päpstlichen Diagnose kann ich abschütteln, wenn ich zur Selbstliebe und zu einem guten Umgang mit mir selbst finde. Ruhmsucht, Prahlerei, Rivalität, sich unsterblich machen, Vorgesetzte vergöttern, Profitstreben… hat nur nötig, wer noch kein Ja zu sich selbst gefunden hat.

Darum: Beginnen Sie, sich selbst zu lieben, damit Sie auch Ihre Mitmenschen lieben können!

 

Konkret

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Selbst“.

Finden Sie sich schön?

Selbstannahme

Gott‬ findet mich schön. Für ihn bin ich wertvoll‬.
Lizzie Velasquez, die «hässlichste Frau der Welt». 

Hand aufs Herz: Finden Sie sich schön? Schauen Sie regelmässig in den Spiegel und sagen dem Gesicht vis-à-vis „Du gefällst mir!“? Oder ist es eher so, dass Sie lieber hier etwas weniger und dafür da etwas mehr, aber sicher kein graues Haar (obwohl das scheinbar gerade sehr in Mode kommt) möchten?

Ich finde mich schön! Nein, ich habe nie einen Schönheitspreis gewonnen und ich werde auch niemals jemand mit meinem Aussehen verzaubern können. Und mein Daddy findet immer mal wieder, ich sei etwas gar gut genährt…

Doch ich finde mich schön – wirklich! Oftmals finde ich diesen Typ, der mir aus dem Spiegel entgegen schaut, ganz sympathisch – und manchmal lächle ich ihn sogar an. Auch wenn er keinen perfekten Körper hat und den gesellschaftlichen Schönheitsidealen kaum entsprechen kann.

Selbstannahme

Wer definiert eigentlich Schönheit? Und noch etwas grundlegender: Wer hat das Recht zu sagen, welches Leben wertvoll und lebenswert ist – und welches nicht?

Die Geschichten von Menschen wie Lizzie Velasquez oder Nick Vujicic berühren mich. Eine Frau, die als hässlichste Frau der Welt bezeichnet wird und trotzdem ein Ja zu sich selbst gefunden hat. Ein Mann, der weder Arme noch Beine hat und trotzdem enorme Lebensfreude ausstrahlt.

Beschämend, dass es gerade diese Menschen sind, die uns darauf aufmerksam machen müssen, dass wir alle schön und wertvoll sind! Eindrücklich, wenn Nick Vujicic seinen jugendlichen ZuhörerInnen zuruft: „Es ist eine Lüge, wenn du denkst, du seist nicht gut genug!“

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Jlry5QbAstI[/youtube]

Leben aussortieren

Am 14. Juni 2015 kommt in der Schweiz der „Bundesbeschluss über die Änderung der Verfassungsbestimmung zur Fortpflanzungsmedizin und Gentechnologie im Humanbereich“ zur Abstimmung. Im Vorfeld wird wie bei so emotionalen Themen üblich, heftig diskutiert: Die Verfassungsänderung würde ermöglichen, dass das Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID) aufgehoben wird. Und genau da begeben wir uns einen Schritt weiter auf dem Weg zur „Aussortierung menschlichen Lebens“. Die genetisch begründete Selektion von Embryonen ist eine hoch sensible Sache.

Und da sind wir wieder bei der Frage: Wer hat das Recht zu entscheiden, was schön und lebenswert ist?

Wenn die Aussortierung des menschlichen Lebens tatsächlich gemäss dem aktuellen Trend weitergeführt wird, müssen sich Eltern von Kindern mit Behinderung in Zukunft irgendwann gesellschaftlich erklären, warum sie sich für das Kind entschieden haben. Und irgendwann, wird es keine Menschen wie Lizzie Velasquez und Nick Vujicic geben, die uns an den wahren Wert des Lebens und die echte Schönheit erinnern. Wollen wir das wirklich?

Oder wie es der EVP-Politiker Dieter Blatt ausdrückt:

„Bundesrat und Parlamentsmehrheit wollen in Zukunft Embryos „aussortieren“ lassen. Was folgt als nächstes? Mehrlinge aussortieren? Geburtsgeschädigte aussortieren? Behinderte aussortieren? Demente aussortieren? Kranke aussortieren? Unproduktive aussortieren? Hilfsbedürftige aussortieren? Unbequeme aussortieren? Anders Gesinnte aussortieren? Mich und dich aussortieren?
Es ist allerhöchste Zeit, das Aussortieren zu stoppen! Jetzt!“

 

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Selbst“.

Kann ich (mich) führen?

Ich halte die Fähigkeit, sich selbst zu führen,
für eine Kernkompetenz reifer Persönlichkeiten.
Thomas Härry

Als ich vor acht Jahren meinen Life-Balance-Blog startete, drehte sich natürlich der erste Artikel ums Thema Leben in Balance. Doch schon mein zweiter Artikel trug den Titel Über die Kunst, sich selbst zu führen. Darin erzählte ich von der eindrücklichen These, dass 50 Prozent unserer Führungsaufgabe aus Self-Leadership besteht. Ein Viertel sei ins „Leading up“ zu investieren, 20 Prozent sei Führung auf horizontaler Ebene. Schliesslich bleiben nur gerade fünf Prozent für die Führung der Mitarbeiter.

Will heissen: Die Hauptinvestition eines guten Chefs besteht nicht in erster Linie darin, sein Team gut zu führen. Die wichtigste, und leider am häufigsten vernachlässigte, Aufgabe eines Chefs ist es, sich selbst zu führen. Vielleicht kann man sogar sagen, je grösser der Verantwortungsbereich einer Führungsperson ist, desto wichtiger ist die sorgfältige Selbstführung.

Warum ist die Aufgabe, sich selbst zu führen so enorm wichtig? In seinem Buch Von der Kunst, sich selbst zu führen schreibt Thomas Härry dazu:

Ohne sie ist es unmöglich, gute Beziehungen aufzubauen, Konflikte konstruktiv zu lösen, mit Belastung und Stress umzugehen. Ohne Selbstführung scheitert auch jeder Versuch, andere Menschen auf gute Weise zu begleiten und zu führen.

Self-Leadership – was ist das?

Doch was ist denn überhaupt unter Selbstführung zu verstehen? In der Theorie ist es ganz einfach: Selbstführung hat mit einem guten Umgang mit sich selbst zu tun. Es geht darum, das Selbst nicht verkümmern zu lassen. Und natürlich hat auch das mit einer gesunden Life-Balance zu tun.

Selbstführung hat für mich auch mit werteorientierter Führung zu tun: Orientiere ich mich selbst an den Werten, die ich in der Öffentlichkeit hoch halte? Wer sich nur für die Führung nach unten interessiert, wird von seinen Mitarbeitern Dinge einfordern, die er womöglich selbst gar nicht bereit wäre, zu leisten.

Und so hat die Kunst der Selbstführung auch ganz viel mit Authentizität zu tun. Bin ich echt?

Folgende Frage, die uns ganz schnell aufzeigt, wie es um unsere Selbstführung steht, gefällt mir besonders gut: Bin ich mir selbst ein guter Lehrer und Ratgeber?

Self-Leadership – wie geht das?

Soweit die Theorie. Die Praxis ist wie so oft etwas komplizierter. Wie kann ich die Kunst der Selbstführung entwickeln?

Selbstführung beginnt mit der Selbstreflexion, also dem Nachdenken über sich selbst. Leider sind so viele Chefs grausam unreflektiert. Sie wissen nicht, wie sie auf ihre Mitarbeitenden wirken, was sie bei ihnen auslösen oder wo sie selbst aus einem Defizit heraus Forderungen aufstellen. Und das Traurige ist: Es scheint sie auch nicht zu interessieren, was ihr Leadership auslöst.

Es geht also darum, sich selbst zu reflektieren, sich wahrzunehmen, herauszufinden, wo man selbst im Ungleichgewicht lebt und wo man Druck auf andere weitergibt. Gut möglich, dass man dazu erstmal auf Unterstützung eines Freundes, Coachs, eines Buches oder Seminars angewiesen ist.

Vielleicht könnte man auch sagen: Es geht darum, sich zuerst um sich selbst zu kümmern, damit uns dann das Kümmern um andere einfacher fällt.

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Selbst“.

Ich bin noch nicht am Ziel

Fleiss für die falschen ‪‎Ziele‬ ist noch schädlicher als Faulheit für die richtigen.
Peter Bamm

Wahrlich, wahrlich, ich bin noch lange nicht am Ziel: Gerade gestern bin ich wieder einmal heftig über mich selbst gestolpert. Unvorbereitet landete ich in einer wüsten Auseinandersetzung mit einem Nachbarn. Nachdem er mich auf einen Fehler von uns als Familie (Ordnung im Treppenhaus) angesprochen hatte, flippte ich aus. Dabei wer er mit seiner Bemerkung völlig im Recht und hatte sein Anliegen auch anständig kommuniziert.

Nur ich blieb nicht mehr anständig. Irgendwie hatte der Nachbar bei mir den falschen Knopf gedrückt: Ich ärgerte mich masslos und brachte diesen Ärger kurz, aber ziemlich heftig, zum Ausdruck. Danach fühlte ich mich elend. Ich war über meine Reaktion gleichermassen schockiert wie überrascht: Warum konnte ich mich nicht beherrschen? Warum führte eine Kleinigkeit zu so einer Explosion?

Persönlichkeitsentfaltung – guter Umgang mit sich selbst

In diesem Moment habe ich das nicht geschafft, was eigentlich gerade Monatsthema in unserem gms-Projekt ist, nämlich gut mit sich selbst umzugehen, Selbstbeherrschung einzuüben, sich selbst weiterzuentwickeln. Gut, immerhin bietet mir die Situation reichlich Gelegenheit, das mit der Weiterentwicklung ernst zu nehmen. Wenn ich auch alles andere als stolz auf mein Verhalten bin, will ich die Sache wenigstens als Übungsfeld nehmen und mir überlegen, wie ich bei einer nächsten ähnlichen Situation anders reagieren könnte.

Ich bin noch nicht am Ziel – das stimmt. Und das ist im Grunde ja auch gut so. Wir brauchen Ziele im Leben – sowohl im Bereich der Persönlichkeitsentfaltung, als auch in Beruf, Familie und Gesellschaft.

Vor Jahren kam eine Frau zu uns, die von sich sagte, sie hätte noch vor dem 40. Geburtstag all ihre Lebensziele erreicht. Wie tragisch! Was mache ich mit meinem Leben, wenn ich in der ersten Hälfte bereits alles erreicht habe, was ich anstrebe? Klar, ich kann es dankbar geniessen. Doch, wer kann schon ein halbes Leben lang geniessen, ohne zu neuen Ufern aufzubrechen?

Und so war diese Frau auch eher resigniert als dankbar: „War das schon alles?“.

Ich bin noch nicht am Ziel – das habe ich mit der Geschichte am Anfang offen gelegt. Und das ist auch gut so! Ich habe noch Potenzial in der Persönlichkeitsentfaltung. Und das haben wir alle! Egal an welcher Station wir auf unserer Lebensreise gerade sind – es gibt immer neue Gelegenheiten, einen gesünderen Umgang mit sich selbst – und mit den anderen – einzuüben. Und nebst den Zielen in der Persönlichkeitsentwicklung gibt es auch für alle anderen Lebensbereiche (Arbeit, Liebe, Gesellschaft, Spiritualität) Chancen für einen nächsten Schritt.

Bedauernswert, wer keine Ziele mehr hat im Leben!

PS: Gestern Abend hab ich mich noch bei meinem Nachbarn entschuldigt. Das tat gut. Er sagte, er sei schon sehr überrascht gewesen über meine Reaktion. Und er hätte später an den Schriftzug an meinem Auto denken müssen – Leben in Balance. Wie gesagt: Ich bin noch nicht am Ziel…

 

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Selbst“.

Mein Leben in Balance

Wir sind alle die gleichen Hanswürste in diesem Grümpelturnier.
Wir versuchen, mitspielen zu können. Aber es weiss niemand genau,
wie es geht, das Leben.

Peach Weber (im Bieler Tagblatt, 17. November 2014)

Zugegeben, Peach Weber ist nicht mein Lieblingskomiker, doch das Interview, aus dem das obige Zitat stammt, hat mich fasziniert. Eine Prise Selbstironie verbunden mit einer guten Portion Weitblick, das ist sympathisch und liefert hin und wieder gute philosophische Denkanstösse.

In typischer Peach Weber-Art kommt obige Lebensweisheit sehr salopp daher. Doch ist es nicht eine tiefgründige Aussage, dass jeder versucht mitzuspielen, aber keiner genau weiss, wie es geht, das Leben?

Natürlich, einige tun so, als wüssten sie ganz genau, wie das Leben funktioniert. Bis sie dann selbst aus ihrer sicher geglaubten Bahn geworfen werden und plötzlich mehr Fragen als Antworten haben.

Je mehr ich über das Leben nachdenke, meinen Alltag reflektiere und das Leben anderer beobachte, komme ich zum Schluss: Es gehört wohl zum Leben, dass wir mehr Fragen als Antworten haben.

Und darum will ich mich sowohl als Coach, Seminarleiter als auch als Theologe hüten, vorschnell Antworten auf grosse Fragen zu geben. Immer mehr will ich lernen, mit anderen Menschen auf Entdeckungsreise zu gehen, um gemeinsam herauszufinden, wie es geht, das Leben.

Aber auch da wird es so sein, dass es keine Antworten nach dem Prinzip „one size fits all“ geben wird. Jedes Leben ist individuell und kann auch nur so entdeckt und entfaltet werden. Natürlich gibt es je nach philosophisch-religiösem Hintergrund grundlegende Prinzipien, aber selbst diese muss man persönlich entdecken, damit sie im Alltagsleben tragfähig werden.

Alltagstaugliche Auszeiten

Mein Traum ist es, dass ich die unterschiedlichsten Menschen auf kreative Art und Weise in der Gestaltung ihres Lebens unterstützen kann. Diesen Traum lebe ich zusammen mit meiner Frau, indem wir einerseits mit dem gms – gospel movement seeland eine lokale und regionale Arbeit leiten.

Daneben sind wir über die Region hinaus als Seminarleiter, Coachs und Referenten tätig. Neben den individuell auf das Gegenüber zugeschnittenen Coachings, fanden wir in den letzten Jahren in den Timeout-Weekends einen geeigneten Rahmen, um das oben Ausgeführte auszuleben.

Ob bei den Kurzauszeiten für Paare, Frauen oder Familien – wir „verkaufen“ keine allgemeingültigen Lösungen. Immer ist es uns wichtig, dass die Teilnehmenden für ihre eigene Situation passende Lösungsansätze entdecken können.

Das angenehme Ambiente, die Zeiten der Selbstreflexion und das ganzheitliche Programm unterstützen diesen Prozess.

Peach Weber würde wohl sagen, diese Timeout-Weekends seien ein Grümpelturnier, bei dem man darin unterstützt wird, selbst herauszufinden, wie es geht, das Leben.

Mein Leben in Balance gestalten – jetzt fürs nächste Jahr vorsorgen!

Folgende Timeouts haben wir im 2015 im Programm:

Partnerschaft gestalten
Timeout-Weekend für Paare, 11. + 12. April im Ländli

Eine wohltuende, ganzheitliche und alltagstaugliche Auszeit.
Sich als Paar in einem angenehmen Ambiente verwöhnen lassen und dabei in aller Ruhe die eigene Beziehung reflektieren.
Weitere Infos & Anmeldung (günstigster Tarif bis 31.12.)

Life-Balance – den eigenen (Familien)Rhythmus finden
Timeout-Weekend für Familien, 4. – 6. September

Sich als ganze Familie ein kreatives Timeout gönnen und dabei alltagstaugliche Impulse für ein Leben in Balance erhalten. Mit Brigä & Adonette und Kreativ-(Outdoor)Programm (Spiele, Lagerfeuer, Kinderprogramm…).
Weitere Infos & Anmeldung

Nicht perfekt, aber brillant
Timeout-Weekend für Frauen, 7. + 8. Nov. im Ländli

Neben viel Zeit zum Ausspannen, Geniessen und Auftanken – zum Beispiel in der Wellness-Oase – wird Brigitte Gerber mit wertvollen Impulsen zum versöhnten Umgang mit sich selbst motivieren. „Bonusmaterial“ in diesem Jahr: GPI-Testverfahren.
Weitere Infos & Anmeldung

 

Unser aktuelle Newsletter finden Sie hier. Der Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Selbst“.

#WhatAreYouFOR

Gegen etwas zu sein, ist einfach.
Aber für etwas zu sein, ist eine Haltung,
die die Welt verändern kann.
aus dem Clip ‪#‎WhatAreYouFOR‬

Selten hat mich ein Werbespot so fasziniert und berührt wie der Clip  #‎WhatAreYouFOR‬  von Smart. Als ich ihn in den Herbstferien zum ersten Mal sah, war mir sofort klar: Den muss ich unbedingt verwenden. Bald war auch klar, wo er am besten passen würde. Nämlich zur Unterstützung meines Vision-Talks an unserem Mitarbeiterfest.

Und hier ist er, dieser 1-Minuten-Clip, der uns ganz schön herausfordern kann:  #‎WhatAreYouFOR

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=j0Y3IVxdYMI[/youtube]

Nie hat mich Autowerbung so berührt: „Gegen etwas zu sein, ist einfach. Aber für etwas zu sein, ist eine Haltung, die die Welt verändern kann.“

Für oder gegen etwas?

Sind wir bereit für diese Haltung, die die Welt verändern kann? Oder wählen wir aus Bequemlichkeit den einfacheren Weg und sind lieber gegen etwas? Lieber den initiativen Menschen bei ihrem Engagement zuschauen – und sie dann im rechten Moment kritisieren – oder doch die, zugegebenermassen oft mühsamere, Haltung mit Weltveränderungspotenzial einnehmen und selbst Initiative zeigen?

Da geht mir durch den Kopf, was mir ein älterer Ratgeber schon vor Jahren gesagt hat: „Wer sich einsetzt, setzt sich aus.“ Das kann ich definitiv bestätigen. Aber was ist die Alternative? Sich nicht einsetzen? Nur zuschauen und kritisieren? Das kann und will ich nicht!

Denn: Menschen, die immer gegen etwas sind, verändern die Welt nicht ins Positive.
Menschen, die die Welt und das Leben ins Gute bewegen, sind für etwas – nicht gegen etwas!

Aufgrund einer Äusserung eines freiwillig Mitarbeitenden („Jetzt weiss ich wieder, warum ich lebe.“) habe ich kürzlich in meinem Blog geschrieben: „Die beste und nachhaltigste Motivation wird intrinsisch erzielt, also aus eigenem Antrieb.“ Es geht darum, zu fragen, für was man brennt, wo die eigene Leidenschaft berührt und Sinnhaftigkeit erlebt wird.

Und genau das will auch der Clip in uns provozieren: WhatAreYouFOR? – Für was bist du? Für was brennst du? Was gibt deinem Leben Sinn? Was ist deine Leidenschaft?

Es gibt 1’000 Gründe, warum jemand sein #WhatAreYouFOR nicht auslebt: Man hat es noch gar nicht gefunden, der Preis ist zu teuer, es ist zu kompliziert, Sicherheit geht vor, Bequemlichkeit, fehlende Ausdauer, niemand hilft mit, mangelndes Selbstvertrauen, Hindernisse auf dem Weg, Alltagstrott, falscher Zeitpunkt… (oder wählen Sie eine der verbleibenden 989 Ausreden).

Aber es gibt nur ein Grund, warum sich jemand auf den Weg begibt, sein #WhatAreYouFOR auszuleben: „Für etwas zu sein, ist eine Haltung, die die Welt verändern kann.“

Sind Sie bereit?

 

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Selbst“.

 

Auf zum Gegenangriff

Das Dasein ist köstlich, man muss nur den Mut haben, sein eigenes Leben zu führen.
Peter Rosegger 

Da bin ich schon grad ein bisschen über mich selbst erschrocken: Kürzlich hat jemand meinen Sohn ziemlich hart und mit unschönen Kraftausdrücken beschimpft. Weil dies erstens unbegründet und zweitens in einem sehr verletzenden Ton geschah, begann ich zu kochen (rein innerlich, natürlich).

Einerseits fand ich meine Reaktion (kleines Wortduell mit dem unfreundlichen Zeitgenossen) angebracht und meiner Vaterpflicht entsprechend. Anderseits bin ich im Nachhinein auch etwas beschämt darüber, wie wenig es braucht, um die Kontrolle über meine Gedanken und Gefühle zu verlieren. Na gut, vielleicht nicht grad ganz zu verlieren, aber doch wenigstens für einige Minuten nur noch eingeschränkt beherrscht zu sein.

Da können wir noch so tolle Theorien aufstellen und die besten Kurse besuchen: Wenn unser Liebstes (unsere Kinder, unser Partner oder was auch immer) beschimpft und erniedrigt wird, sind wir reflexartig in der Verteidigungshaltung und blasen nicht selten wie automatisch zum Gegenangriff.

Ob das gut oder schlecht ist, mag ich hier eigentlich gar nicht beurteilen. Jedenfalls finde ich es schon wichtig, dass wir uns schützend vor unsere Kinder stellen, wenn sie erniedrigt werden. Doch es zeigt mir einmal mehr, dass die Kriege dieser Welt nicht einfach weit weg auf den Schlachtfeldern von statten gehen. Die wahren Kriege finden in unseren Herzen statt: Erlaube ich dem reflexartig hochsteigenden Giftstoff aus Hass, Wut und Fluchtgedanken die Kontrolle über mich zu gewinnen oder gelingt es mir, diese innerliche Reaktion als das zu interpretieren, was sie im Grunde ist: Ein Alarmsignal, dass hier etwas nicht in Ordnung ist?

Zugehörigkeit als Ziel

Mein kleines Beispiel zeigt mir natürlich, dass dies viel leichter gesagt und geschrieben ist, als in der Praxis umgesetzt. Doch daran möchte ich mich orientieren. Ich will die Gefühle, die in einer solchen Konfliktsituation aufsteigen, nicht einfach runterspülen, will aber auch versuchen, die gefährliche Eigendynamik von solchen Gefühlen und Gedanken zu stoppen, bevor ich Schaden angerichtet habe, den ich danach bereue.

Kürzlich habe ich jemand darüber sprechen hören, dass wir uns eigentlich in jeder Situation für eine Reaktion aus Liebe oder Angst entscheiden. Je nachdem wie wir eine Situation aufgrund unserer Biografie deuten, entscheiden wir uns für den Weg der Angst („Der will uns weg haben!“, „Ich komme immer zu kurz!“, „Die will, dass ich leide!“, „Alle sind gegen mich!“…) oder der Liebe („Die hatte wohl einen schweren Tag!“, „Leben und leben lassen.“, „Was muss geschehen sein, dass der so unzufrieden ist?“, „Ich bin okay! Ich darf leben und der will mich gar nicht umbringen…“).

Eigentlich hätte ich hier heute das Modell „Überlegenheit – Zugehörigkeit – Unterlegenheit“ vorstellen wollen. Das vielleicht nun später mal. Doch es passt ganz gut dazu: Wie oft agieren wir aus Überlegenheit, weil wir andere klein halten wollen? Und ist nicht noch fast häufiger das dominierende Gefühl die Unterlegenheit? In unserem gefühlten Minderwert ziehen wir uns zurück. Dabei wäre das Ziel die Zugehörigkeit: Ich darf sein, wie ich bin – und du darfst das auch!

 

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE ZUM THEMA

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Selbst“.