"Dankeschön!"

Dankbarkeit ist so etwas wie der Königsweg zum Glück.
Sonja Lyubomirsky (in: Glücklich sein)

Nach einem wunderschönen Sommer dürfen wir jetzt in die goldige Jahreszeit starten. Ich liebe die Vielfalt der unterschiedlichen Jahreszeiten – was für ein Geschenk. Neben den prächtigen Farben gehören zum Herbst auch die unterschiedlichen Formen von Erntedankfesten: Angefangen beim Eidg. Dank-, Buss- und Bettag über die „Läset Sunntige“ (Winzerfeste) bis zu den Erntedankgottesdiensten. Auch wenn diese Traditionen manchmal mit der Zeit eine Eigendynamik bekommen, die das ursprüngliche Gedankengut vielleicht in den Hintergrund rücken – all diesen Festen ist gemeinsam: Wir haben Grund zur Freude, Grund zum Dank.

Möglicherweise fällt dieser Dank dem Bauern oder Winzer einfacher als den vielen Angestellten im Dienstleistungssektor: Nach harter Arbeit, hegen und pflegen, turbulentem Wind und Wetter, hoffen und bangen, kann jetzt die Ernte eingebracht werden. Grund zum Dank, Zeit für das Erntedankfest.

Wer seine Frucht der Arbeit nicht so direkt sichtbar vor sich hat, braucht wohl eine besondere Achtsamkeit, um ein Gefühl der Dankbarkeit zu entwickeln. Warum nicht einen eigenen „Läset Sunntig“ veranstalten, Freunde einladen mit der Begründung „Mein Dankfest, weil ich gerade so viel Gutes erleben darf“ und sich am Gelingen der Arbeit freuen.

Dankbarkeit macht glücklich

Die Glücksforschung hat wissenschaftlich untersucht, was uns Menschen glücklich macht. Dankbarkeit hat sich als sehr starker Glücksfaktor herausgestellt. Dankbare Menschen erfahren in ihrem Leben mehr Zufriedenheit und sind in ihrem Alltag glücklicher. Dankbarsein hat viele positive Nebenwirkungen: Hilft, positive Erfahrungen zu geniessen, steigert Selbstwert, ist Stressprävention, verhindert Neid und Vergleichen, kann Beziehungen stärken… Und hoffentlich führt uns Dankbarkeit auch zu dem, der das Leben erfunden hat. Klar kann man auch ohne Bezug zu Gott dankbar sein. Doch mir persönlich würde etwas sehr Wesentliches fehlen, wenn ich mich nicht direkt bei dem bedanken könnte, der so viel Gutes in die Schöpfung gelegt hat, der mein Leben in so vielerlei Hinsicht bereichert hat. Natürlich, es gibt 1’000 Gründe, warum ich meinen Mitmenschen dankbar bin – und diese Dankbarkeit sollen wir unbedingt auch aussprechen, es ist ein Glücksfaktor für beide Seiten. Aber eben, es gibt da in meinem Leben auch so Vieles, das ich nicht einfach Menschen oder dem Zufall zu verdanken habe. Und wenn wir schon dabei sind: Wem, wenn nicht Gott, soll ich für den schönen Sonnenaufgang danken? Für die prächtige Bergkette? Den goldigen Herbst? Und für die Ernte?

Robert Emmons, der weltweit führende Dankbarkeitsforscher, definiert Dankbarkeit als „Gefühl des Staunens, des Dankbar-Seins und der Feier des Lebens“. Sonja Lyubomirsky (in: Glücklich sein)

Genau das will ich. Und genau das ist für mich ein höchst spiritueller Akt: Indem ich staune, geniesse, das Leben feire, sag ich meinem Gott „Dankeschön!“ für all das, was er mir anvertraut hat.

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Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität“.

Ohne Gott?

Das Bild wird gleichsam vollständig und der Kreis der Liebe schliesst sich, 
wenn wir zu Gott hochschauen und sagen können: „Danke.“ 
Dr. Henry Cloud (in Auf der Spur des Glücks)

Kürzlich wirbelte eine Berner Pfarrerin ziemlich Staub auf, als sie im Radio verkündete: „Gott existiert nicht.“ Ella de Groot, reformierte Pfarrerin aus Muri-Gümligen, hatte im Juli in einer Sendung von Radio SRF2 erklärt, dass sie nicht an einen realen Gott glaube. Wenn eine Pfarrerin mit dem Glauben an einen realen Gott nichts anfangen kann, provoziert das. Die Aussagen von Ella de Grott sorgten für ein grosses Medienecho im In- und Ausland. Die Berner Zeitung schreibt: „Gemäss den Medienberichten sagte de Groot unter anderem, sie glaube nicht an einen personalen, ausserweltlichen Gott. Für sie sei Gott etwas Innerweltliches, die Lebenskraft, die Lebensenergie.“

Als Reaktion auf die Äusserungen von de Grott haben elf junge Berner Pfarrerinnen und Pfarrer eine Stellungnahme veröffentlicht: „Doch wir sind überzeugt: Der kleinste gemeinsame Nenner unserer Vielfalt muss unser Glaube an Gott sein. Kirche ohne Gott ist nicht Kirche.“

Glücklich leben – mit oder ohne Gott?

Derzeit lese ich verschiedenste Bücher der Positiven Psychologie. Da begegnet mir – je nach Autor – ganz ähnliches: Es wird ein Leben beschrieben, das bestens zu den alten biblischen Lebensweisheiten passt. Es werden christliche Tugenden wie Dankbarkeit, Vergebung oder Grosszügigkeit als wichtige Eckpfeiler eines solchen Lebens aufgeführt. Selbst der transzendente Glaube wird durchaus als Beitrag zu einem glücklichen Leben aufgeführt. Doch all dies wird immer mal wieder gesagt, ohne selbst an die Existenz des Schöpfergottes zu glauben. Vielleicht gibt es Gott, aber wahrscheinlich ist er eine menschliche Erfindung, scheint bei einigen Exponenten der Positiven Psychologie der Grundtenor zu sein.

So sehr ich Autoren wie Martin Seligman oder Mihaly Csikszentmihalyi schätze (und sie in meinem Blog auch zitiere und ihre Bücher empfehle), für mich als Theologe und praktizierender Christ ist es unvorstellbar, den persönlichen Schöpfergott aus einem gelingenden Leben auszuklammern. Das sinnerfüllte Leben ist für mich untrennbar an die Überzeugung geknüpft, dass da ein Gott ist, der mir dieses Leben schenkte, mich kennt, liebt und will.

Ich profitiere sehr gerne von den Erkenntnissen der Positiven Psychologie und integriere viel davon in meine Arbeit. Dazu brauche ich jedoch eine lebendige Gottesbeziehung: Denn wie kann ich vergeben, ohne Gottes Vergebung in Anspruch zu nehmen? Wie kann ich dankbar sein, wenn ich nicht weiss, wem ich das Leben verdanke (oder reicht dazu der Glaube an den Zufall oder eine natürliche Auslese?)?

Sowohl Seligman als auch Csikszentmihalyi kommen mir am Ende etwas sprachlos vor, wenn sie in ihren Büchern über die Sinn- und Glaubensfrage schreiben. Trotz vieler Worte und ausgeklügelter Philosophie überzeugen mich ihre Antworten nicht. In Der Glücks-Faktor schreibt Seligman (2012:405): „Teilnehmen an einem
Prozess, der das Herbeiführen eines Gottes im Vollbesitz von Allwissenheit,
Allmacht und Allgüte zum höchsten Ziel hat, verbindet unser Leben mit einem
grenzenlos grossen ‚Etwas‘“.
Seine These: Gott existiert noch nicht, doch dank fortschreitender Evolution können wir ihn in ferner Zukunft erschaffen.

Sinnerflülltes Leben ohne Gott? Für mich unvorstellbar.

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Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität“.

Was ist Kirche?

Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.
Man wird ja auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht.
Albert Schweitzer (deutscher Arzt und evang. Theologe, 1875 – 1965)

Es ist eine berechtigte Frage, die Albert Schweitzer hier aufwirft: Was macht eigentlich einen Christen zu einem Christen? Was würden Sie antworten? Genauso interessiert mich als Theologe und Pfarrer die Frage: Was macht eigentlich die Kirche zur Kirche?

Seit über 13 Jahren leite ich nun das gms-Projekt, das sich mal mehr, mal weniger explizit als Kirche versteht. Da dieses Projekt aber nicht den klassischen Vorstellungen von Kirche entspricht, wird unser Kirchesein regelmässig in Frage gestellt. Wir haben weder Kirchenturm noch regelmässige Sonntagspredigt. Können wir trotzdem Kirche sein?

Unter Berufskollegen erlebe ich immer wieder, dass ich in Erklärungsnotstand komme, wenn die Frage nach meiner (Kirch)Gemeinde kommt. Nicht selten passiert es, dass ich von unserer Arbeit erzähle und dann gefragt wird: „Und in einer Kirche seid ihr auch noch dabei?“ – „Ähm, davon habe ich dir jetzt doch gerade erzählt…“

Darum: Was macht eine Kirche zur Kirche? Bereits der erste Abend meiner Studienreise nach Sheffield, wo wir uns mit Fresh Expressions of Church in der anglikanischen Kirche beschäftigten, war sehr befreiend für mich: „Wir sind Kirche!“, war meine Erkenntnis.

Kirche – mehr als die Sonntagspredigt

Mich hat fasziniert, mit welcher Innovation und mit welchem Mut die Fresh Expressions Bewegung Kirche „frisch“ definiert: Ein FX-Projekt wird, wenn die entsprechenden Kennzeichen vorhanden sind, als selbständige Kirche angesehen. Konkret werden kleine, kreative, zielgruppenorientierte Gruppen als Kirche angesehen, die andernorts höchstens als eigenständiger Arbeitszweig betrachtet würden.

Für eine FX-Kirche sind weder der Sonntagsgottesdienst noch ein Gebäude von zentraler Bedeutung. Hingegen wird ein Projekt daran gemessen, ob die vier Dimensionen von Kirche vorhanden sind: up – Beziehung zu Gott; in – Gemeinschaft untereinander; out – Verantwortung in der Gesellschaft; of – Teil der weltweiten Gemeinde.

Wann und wo sich eine Gruppe trifft, entscheidet noch nicht über ihr Kirchensein. Fresh Expressions Kirchen treffen sich mindestens einmal pro Monat, manchmal an ganz unerwarteten Orten wie in einem Starbucks, erleben Gemeinschaft, engagieren sich für die Gesellschaft, helfen einander, die eigene Gottesbeziehung zu stärken und verstehen sich als Teil von der weltweiten Familie Gottes. Von der Form her können die FX-Kirchen sehr unterschiedlich sein – genauso wie wir Menschen auch sehr unterschiedlich sind. Von der Skater-Kirche über die Überraschungskirche für Familien (Messy Church) bis zur kontemplativen Gemeinschaft (Contemplativ Fier) ist alles vorhanden.

Zurück zu der Fragen: Was ist Kirche? Und: Was macht einen Christen zum Christen? Für mich hat es viel mit dem zu tun, was wir zu unserem Projektmotto „gms – z’friede läbe“ niedergeschrieben haben: Gemeinsam wollen wir danach fragen, wie wir zufrieden und in Frieden leben können. Wir wollen das Leben entdecken, entfalten und aktiv gestalten. Dabei wollen wir dem begegnen, der das Leben erfunden hat.
Dies tun wir ganzheitlich, was wir mit unseren fünf prägenden Werten ausdrücken:

  • Spiritualität: göttliche Liebe erfahren
  • Persönlichkeitsentfaltung: guter Umgang mit sich selbst
  • Gemeinschaft: Getragen im Miteinander
  • Grosszügigkeit: Als Beschenkte andere beschenken
  • Stärken: persönliche Fähigkeiten einsetzen

Das mag für manche eine ungewohnte Definition von Kirche sein. Christ und Kirche – beide sind herausgerufen, der Spur ihrer zentralen Figur, Jesus Christus, zu folgen. Das wird ganz unterschiedlich ausschauen und hat nicht mit einem Gebäude oder einem wöchentlichen Kirchenbesuch zu tun.

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Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität“.

So haben Sie den Stress im Griff

Der einzige „gute“ Stress ist der,
der schnell wieder weggeht.
Archibald Hart (in: Wer zu viel hat, kommt zu kurz

Letzten Freitag habe ich an dieser Stelle nicht weniger versprochen, als Tipps dafür, wie Sie den Stress mit einem wirkungsvollen Stressmanagement in den Griff bekommen. Nun, ich will Ihnen nichts vormachen: Ich weiss ja nicht, was bei Ihnen funktioniert. Aber ich erzähle Ihnen heute gerne, wie mein wirkungsvolles Stressmanagement ausschaut. Dabei ist meine Spiritualität von zentraler Bedeutung.

Hier also vier Tipps, wie ich es meistens schaffe, den Stress im Griff zu halten und mein Leben in einer gesunden Balance zu gestalten.

1. Ich bin sein Werk – den grossen Rahmen verstehen

Wir haben es ganz gut geschafft, Gott an die Ränder unseres Lebens zu drängen: Am Lebensanfang die Taufe und zum Schluss die Beerdigung in der Kirche. Dazwischen leben wir unser Leben als wäre da kein Gott. Wir meinen, wir müssten unser eigener Chef und Meister sein, wir müssten alles selbst im Griff haben.

Aber Halt! Meine Spiritualität, meine Gottesbeziehung, sagt mir: Da ist noch ein anderer über mir, einer, der die Übersicht nie verliert, einer, der mich nicht überfordern will und einer, der mir ein Stresssystem anvertraut hat, mir aber wünscht, dass ich es nicht übermässig gebrauche.

Was das alles mit Stress zu tun hat? Sehr viel! Wenn ich so leben muss, als würde es keinen Gott über mir geben, muss ich alles selbst an die Hand nehmen. Nach dem Motto: „Wenn ich es nicht unter Kontrolle habe, wer dann?“. Für mich ist es unheimlich (stress)befreiend, zu wissen, dass ich sein Werk bin, dass er mich liebt, mich trägt und er die letzte Kontrolle über alles hat.

2. Ich kläre meine Prioritäten – den persönlichen Nordstern finden

Es ist eines meiner grossen Lieblingsthemen: Eine Vision im Leben hilft uns, unseren Lebensweg im Alltag zu gestalten.

Wenn ich weiss, zu was ich ja sage, weiss ich auch, zu was ich nein sagen sollte. Darum habe ich meinen Nordstern definiert, geklärt, was meine Lebensvision sein soll. Jahr für Jahr setze ich mir meine Ziele und will damit meinem Leben Richtung geben.

Da ich mich beim ersten Punkt daran erinnert habe, dass ich Gottes Werk bin und er die letzte Kontrolle hat, versuche ich meinen Schöpfer auch in diesem Schritt zu integrieren: Welche Ziele hat er wohl für mein Leben?

Eine Lebensvision zu haben, hilft Ziele zu setzen. Ziele zu haben, hilft Prioritäten im Alltag zu klären. Nach Prioritäten zu leben, hilft den Stress zu verringern. Denn: Ich muss nicht alles tun, aber ich muss wissen, was mir wichtig ist!

3. Ich gestalte meine Life-Balance – die gesunde Ausgewogenheit suchen

Das ist ja immer wieder das Thema meines Blogs. Darum nur kurz: Es geht darum, das eigene Leben in einer gesunden Balance aller Lebensbereiche zu gestalten. Dazu gehören ein guter Umgang mit der Arbeit, ein Ort der Liebe (Partnerschaft/Familie), mein Platz ist der Gemeinschaft, die Pflege meines Selbsts und die Sinnfrage (Spiritualität).

4. Ich akzeptiere meine Grenzen – das richtige Mass leben

Jeder hat Grenzen, die er akzeptieren muss. Einige solche Grenzen sind allgemeingültig, andere sind individuell.

Wir alle müssen darauf achten, wie wir mit den Möglichkeiten und Grenzen unseres Körpers umgehen: Schlaf, Ernährung, Bewegung. Es gibt gewisse Naturgesetze, die wir einfach akzeptieren müssen. Auf Anspannung muss Entspannung folgen, sonst geht es nicht lange gut.

Dann gibt es die individuellen Grenzen: Nicht jeder hat die selben Möglichkeiten. Ich muss wissen, was ich kann und was ich nicht kann. Was sind meine besonderen Fähigkeiten, die mich zu der einzigartigen Persönlichkeit machen, die ich bin?

Wenn ich meine Fähigkeiten auslebe und meine Grenzen akzeptiere (also nicht etwas tun will, das nicht zu mir passt), senkt sich der Stresspegel in meinem Alltag ungemein.

 

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Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität“.

Mit Wurzeln und Flügeln

Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.
J. W. von Goethe

Das Konzept von Wurzeln und Flügeln ist mir in den letzten Wochen ein treuer Begleiter geworden. Einerseits betone ich fast bei jeder Gelegenheit (Seminare für Paare, Gespräche) wie wichtig es ist, dass wir als Eltern unseren Kindern beides geben: Wurzeln und Flügel. Anderseits bin ich als Referent Teil der spannenden Kampagne „Mit Wurzeln und Flügeln“ der EMK Zofingen. Woche für Woche darf ich dort Menschen dazu motivieren, in ihrer persönlichen Spiritualität starke Wurzeln und kräftige Flügel zu entwickeln.

Nicht nur unsere Kinder brauchen Wurzeln und Flügel. Wir selbst brauchen auch beides. Und gerade wer ein waches, aktives Glaubensleben pflegen will, ist gut beraten, sowohl auf seine Wurzeln als auch auf seine Flügel zu achten.

Wurzeln sagen uns, wo wir hingehören

Meine Gedanken zu Wurzeln und Flügeln wurden von verschiedenen Seiten inspiriert. Fasziniert haben mich in besonderem Mass die Ausführungen dazu von Richard Rohr in seinem kleinen Büchlein Vom wilden Mann zum weisen Mann. Darin schreibt er:

Die Mutterliebe verwurzelt uns in der Seele,
in uns selbst und im Körper,
die Vaterliebe gestattet uns,
mit all den wunderbaren Wurzeln etwas Gutes anzufangen.
Sie bringt uns das Fliegen bei.

Die Wurzeln betreffen unser Sein. Sie geben uns Geborgenheit und erinnern uns daran, dass es einen Ort gibt, wo ich Annahme und Liebe erfahre, bevor ich überhaupt etwas geleistet habe. Diese Mutterenergie brauchen unsere Kinder, aber auch wir selbst, um Stabilität (Standhaftigkeit) im Leben zu entwickeln.

Genau dies wird uns vom Schöpfergott angeboten: Das kommende Osterfest erinnert uns daran, dass Gott dem Menschen Frieden anbietet. Frieden mit unserem Schöpfer, Frieden mit unseren Mitmenschen, aber auch Frieden mit uns selbst. Da geht es um Schalom, um Ganzsein, um Wurzeln, die uns „festen Boden“, Geborgenheit und Sicherheit geben.

Flügel sagen uns, dass uns etwas zugetraut wird

So wichtig starke Wurzeln sind, nur Wurzeln wären mir zu wenig – für meine Kinder, aber auch ganz besonders für meinen Glauben. Während die Mutterenergie unserem Sein durch Liebe und Geborgenheit Wurzeln wachsen lässt, bringt uns die Vaterenergie zum Fliegen. Flügel stehen also für Bewegung.

Die Vaterenergie traut mir etwas zu, lässt in mir den Glauben wachsen, dass ich zu etwas fähig bin. Auf die Spiritualität bezogen heisst das: Diese Jesusenergie sendet mich aus und bringt mich in Bewegung. Glaube ist nicht einfach etwas Passives, es geht um mehr als Seelenfrieden (Sein; Wurzeln). Der Christusglaube ist etwas höchst Aktives: Mir wird zugetraut, mich der weltweiten Mission anzuschliessen und aus dieser Welt einen Ort zu machen, in dem etwas mehr von diesem Schalom erfahrbar wird (Bewegung; Flügel).

Ich vermute, dass uns die Vaterenergie vielerorts abhanden gekommen ist: Unsere Gesellschaft leidet darunter, dass in vielen Familien die Väter nicht präsent – also nicht nur anwesend, sondern prägend – sind. Und ich wage zu behaupten, dass unsere Kirchen darunter leiden, dass die Balance zwischen Wurzeln und Flügeln oft nicht vorhanden ist: Entweder werden den Gläubigen die Flügel gestutzt und nur noch das Sein betont oder die Wurzeln werden abgehackt und der Glaube ist nur noch Bewegung (Aktivismus).

Wir brauchen beides: Wurzeln und Flügel!

 

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Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität“.

Dem Schöpfer ganz nahe

Natur = Das große Bilderbuch, das der liebe Gott uns draußen aufgeschlagen hat.
Joseph von Eichendorff

Die Sonne scheint mir ins Gesicht, unter meinen Skis knistert der Schnee und vor mir macht sich ein herrliches Bergpanorama breit – es ist wunderbar und ich kann nur staunen. Gerade eben habe ich noch den letzten Sessellift auf den Berg ergattert. Nach einem tollen Skitag mit meiner Familie bin ich jetzt noch für einen Moment alleine unterwegs zu „meinem Sennigrat“ – seit meiner Kindheit meine Lieblingsskipiste.

Langsam aber sicher leeren sich die Skipisten, die meisten Skifahrer sind bereits auf dem Heimweg. Sogar die Motorengeräusche des Sessellifts sind verstummt. So stehe ich jetzt alleine ganz oben am Berg, am Sennigrat. Es ist ein herrlicher Moment: Ich freue mich auf die letzte Abfahrt auf meiner Lieblingspiste, geniesse die Ruhe und die Sonne, die direkt in mein Herz strahlt.

In diesem Moment könnte ich die ganze Welt umarmen. Ich fühle mich völlig im Einklang mit mir selbst, mit meinem Gott und seiner wunderbaren Schöpfung. Ich spüre etwas von diesem Leben in seiner ganzen Fülle, welches er uns anbietet. Und ich fühle mich grenzenlos beschenkt von meinem Gott.

Diese Woche war es wiedereinmal soweit und ich durfte das Wunder erleben: Zusammen mit meiner Familie genoss ich an meinem Lieblingsberg, am Hochjoch in Schruns A, unseren Skiurlaub. Als leidenschaftlicher Skifahrer liebe ich es,  von morgens bis abends schwungvolle Kurven in den Schnee zu ziehen.

Und so geschieht immer wieder etwas ganz Besonders während dem ich sportlich unterwegs bin: Mein Erlebnis auf dem Schnee wird zu einem Moment des Lobpreises, der Dankbarkeit gegenüber Gott. Weit weg von jeder Kirche, ganz ohne Predigt und ohne christliche Musik fühle ich mich meinem Gott hier in der Natur ganz nahe. Dabei ist diese „spirituelle Erfahrung“, dieser „Ski-Lobpreis“ etwas Ganzheitliches: Ich lobe Gott mit Körper, Geist und Seele. Auf der Piste meinen Bewegungen und schwungvollen Kurven, auf dem Lift dann mehr mit Gedanken, Gebeten und – wenn ich dann alleine unterwegs bin – vielleicht auch mit Liedern…

Nicht alle sind so begeisterte Skifahrer wie ich. Doch alle haben irgend so eine Leidenschaft, die sie brauchen können, um Gott zu loben, um unseren Schöpfer zu verherrlichen und ihm eine Freude zu machen. Meine Frau erlebt solche Momente, wenn sie kreativ sein kann. Beim Nähen, Malen oder Texte schreiben, fühlt sie sich Gott besonders nahe. Andere machen diesen Erfahrung, beim Musik machen. Oder beim Wandern. Oder beim Forschen im Labor.

Ich finde es wichtig, dass wir Gott nicht nur am Sonntag in einer Kirche begegnen, sondern ihn mitten in unserem Alltag suchen und anbeten. So kann das ganze Leben zu einer Art Lobpreis werden – als Dank gegenüber unserem Schöpfer.

 

WEITERFÜHRENDE ANGEBOTE ZUM THEMA

  • Was ist Ihre Leidenschaft? Nutzen Sie Ihre Leidenschaft und besonderen Fähigkeiten, um sich selbst und Ihrem Schöpfer eine Freude zu machen!
  • Sie sind auf der Suche nach einer Kraft spendenden Spiritualität: Wir lieben es, Menschen zu einem befreienden und ermutigenden Christsein zu inspirieren – z.B in einem Coaching oder in einem Gottesdienst mit Stefan Gerber.
  • Medientipp: Magazin Lebenslust – Menschen. Leben. Glauben

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität“.

Der andere Weg

Anders als manche andere Religion steht und fällt
das Christentum mit einer konkreten Person,
die für eine Sache, einen ganzen Lebensweg steht:
Jesus von Nazaret.

Er selbst ist die Verkörperung eines neuen ‚way of life‘. 
Hans Küng (in: Das Christentum)

Diese Woche wird mir wieder einmal ganz deutlich: Dieser Jesus ist speziell, ganz anders, überraschend.

Drei Episoden dazu:

  • An meinem „Stillen Morgen“ streife ich durch den Wald und denke im Zwiegespräch mit Gott über das Leben nach. Man kann dem meditativer Spaziergang oder Gebet in Bewegung sagen.
    Einer unter vielen Gedanken an diesem Tag ist: Ich würde gerne etwas mehr finanzielle Sicherheit haben. Ich meine, es wäre gut zu wissen, ob wir dieses Jahr genügend Aufträge für die Firma und genügend Spenden für unsere gemeinnützige Arbeit haben werden. Nun ist es so, dass wir so viele Aufträge für dieses Jahr haben, wie noch nie. Doch schon kommen Gedanken auf: Wird das auch nächstes Jahr so sein? Mein Punkt: Unser Sicherheitdenken und -verlangen wird nie gesättigt sein. (Und übrigens: Kaum zu glauben, aber tragische Tatsache: Selbst Superreiche haben Existenzängste!)
    Nun kommt dieser Jesus. Er lehrt seine Freunde und Nachfolger zu beten: „Gib uns heute unser tägliches Brot.“ (Jesus im Unser Vater-Gebet)
    Ich fühle mich von Jesus ertappt und herausgefordert: Was sorgst du dich für morgen, übermorgen oder sogar nächstes Jahr?
    Wir Menschen, und wohl im besonderen Mass wir Schweizer, haben ein grosses Sicherheitsbedürfnis und versichern am liebsten unser ganzes Leben. Jesus macht uns Mut zu mehr Gelassenheit. Die Geschichte scheint ihm Recht zu geben: Sind unsere (finanziellen) Sicherheiten tatsächlich sicherer als die Fürsorge Gottes?

 

  • In unserer gms Storytelling-Gruppe machen wir uns Gedanken zur Begebenheit, als Jesus vor seiner Hinrichtung im Garten Gethsemane festgenommen wurde. Judas, der Verräter, kommt mit einer grossen Schar von Soldaten. Sie haben den Auftrag, Jesus abzuführen. Was macht Jesus? Er geht ihnen entgegen und gibt sich sofort zu erkennen. Kein Widerstand. Im Gegenteil, er tadelt sogar den übereifrigen Petrus, der sich zur Wehr setzt. (siehe: Die Bibel, Johannes 18)

 

  • Ich sitze in einer Vorlesung mit dem Titel „Das Geheimnis des Messias“. Zusammen mit Studierenden, die wie ich schon seit Jahren über Gott und die Bibel nachdenken, sprechen wir über diesen Jesus, wer er war und was die unterschiedlichen grossen Theologen über ihn sagen. War er ein besonderer Mensch, der von Gott in spezieller Weise berufen wurde – oder war er tatsächlich die Inkarnation Gottes selbst?
    Dabei wird klar: Je mehr wir wissen, desto weniger wissen wir. Dieser Jesus, er bleibt uns ein Geheimnis.

Bücher

Der christliche Glaube ist mehr als Glaubenssätze, mehr als ein bestimmtes Gedankenkonstrukt. Der „Jesus-Glaube“ entscheidet sich eben an dieser Person Jesus. – Da bin ich mit dem grossen Hans Küng gleicher Meinung.
Ob Küng mit mir geht, wenn ich behaupte, dass an Weihnachten tatsächlich Gott Mensch wurde, weiss ich nicht. Doch für mich steht fest: Dieser Jesus ist nicht nur ein anderer Mensch, lehrt uns nicht nur einen anderen „way of life“ – er ist auch ganz Gott, der uns noch heute begegnen will.

 

Weiterführende Angebote zum Thema

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichSpiritualität“.

(Weihnachts)Lieder, die das Herz berühren

Das Leben ist ein Lied, sing es.
Mutter Teresa (in ihrem Gedicht über das Leben)

Inzwischen bin ich der einzige in unserer Familie der keine Lieder schreibt. Seit meine Frau begonnen hat, Lieder zu dichten, tut es ihr unsere Tochter gleich. Nun hat, inspiriert von seiner grossen Schwester, auch unser Erstklässler begonnen, Liedtexte zu schreiben.

Lied über Gott – von Janosch, 7 Jahre

Lieder haben die Kraft nicht nur unseren Verstand anzuregen, sondern auch unser Herz zu berühren. Gerade in der Weihnachtszeit gehört es nach wie vor für viele dazu, einige besinnliche Lieder zu singen. Dabei fehlt uns manchmal leider der Zugang zu den alten Liedern, wir verstehen diese Sprache kaum mehr. Darum brauchen wir auch neue Lieder, die die alte, frohe (Weihnachts)Botschaft in unsere Zeit, in unsere Sprache, übersetzen.

Aber das Singen von Liedern, die das Herz berühren, sollten wir uns nicht nur für die Adventszeit aufsparen. Auch durchs ganze Jahr hindurch lebt sich leichter, wenn wir mit einem Lied durch den Tag gehen. Und überhaupt: „Das Leben ist ein Lied“, schrieb Mutter Teresa in ihrem schönen und vielschichtigen Gedicht über das Leben. Haben wir unser Lied schon entdeckt? Welche Melodie begleitet uns durchs Leben?

Wenn unser Leben ein Lied ist, welche Geschichte erzählt dieses Lied? Und: Gehört dazu eine fröhliche, leichte Melodie oder eine traurige, schwere?

Zurück zu den Weihnachtsliedern: Diese Lieder erzählen ja auch eine Geschichte. Wollen uns näher bringen oder uns daran erinnern, was es mit diesem Weihnachtsfest eigentlich auf sich hat. Hören wir bei aller Reizüberflutung im Advent überhaupt noch die Botschaft hinter diesen Liedern? Erkennen wir welches einmalige, Grenzen sprengende Wunder hinter Weihnachten steckt?

Für ihre neusten CD/DVD Produktion hat meine Frau ein zeitgemässes Weihnachtslied geschrieben. Da die vorwitzige Puppe Adonette mit dem alten Klassiker „Es ist ein Ros entsprungen“ nichts anfangen kann, greift sie kurzerhand selbst zum Stift und schreibt folgende Zeilen (auf Schweizerdeutsch):

Gott het sini Hand usgstreckt

Ändlich, ändlich isch es so witt,
äs isch wieder  Wiehnachtsziit.
Gott het sini Hand usgstreckt,
het  üs Jesus uf d’Ärde gschickt.
Är isch äs Friidensagebot
und das chunnt direkt vo Gott.

Vieli säge, das isch früecher gsi,
ä alti Gschicht die isch verbi.
Doch es isch doch eifach klar,
die Gschicht gilt hüt u das isch wahr.

Vor luter Gschänkli, Cherzli, Guezli
u Bsuech vom liebe Schmutzli.
Vergässe d’Mönsche bi däm Stress,
werum’s Wiehnachte worde isch.

Chömet mir wei’s nid vergässe,
was dr Grund vo Wiehnacht isch.
Friide isch äs Gschänk vo Gott,
für jede Mönsch wo Friide wott.

Text: Brigitte Gerber, Musik: Mäth Gerber

 

Auf eine besinnliche Adventszeit und dass wir „unser Lied“ entdecken und durchs ganze Jahr hindurch summen werden.

 

Weiterführende Angebote zum Thema

  • Jeden Sonntag im Advent gibt in es Studen BE um 17 Uhr eine kurze, familienfreundliche Adventsfeier. Dort wird das obige Lied auch gesungen.
    Infos zum AdventsFänschter via Happy Kids Homepage.
  • Die CD/DVD „Dr töönendi Adväntskaländer“ mit dem Lied und der Entstehung davon gibts im Adoniashop.
  • Ihr eigenes „Lebenslied“ entdecken? Wir unterstützen Sie gerne darin – zum Beispiel mit unserem Coaching-Prozess LiB-Kompass – den eigenen Nordstern.
  • Buchtipp: Was gibt’s da zu lachen? von Andreas Malessa (lustige und besinnliche Adventsgeschichten)

 

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichSpiritualität“.

Freu dich! – aber nicht zu sehr…

Das Ganz- und Heilsein, das uns Jesus anbietet,
betrifft all meine Lebensbereiche:
mein Selbst, die Gemeinschaft, mein Beruf,
die Liebe und Familie und meine Spiritualität.

Stefan Gerber

Dem aktuellen Medienmagazin antenne (ERF) durfte ich einen Artikel beisteuern. Ich hatte den Auftrag, der teils weit verbreiteten „Pass-auf-Mentalität“ etwas entgegenzusetzen. Schnell war ich von der Idee begeistert. Viel zu oft hab ich nämlich dieses von Angst geprägte „Tu dies, lass jenes, pass auf!“-Christsein schon selbst beobachtet. Da wird von einem Leben spendenden Gott gepredigt, aber einige seiner irdischen Botschafter machen doch eher einen Leben tötenden Eindruck.

Auf der anderen Seite begegene ich hier und da Menschen, die mit einem gut gemeinten und doch so aufgesetzten „Uriella-Lächeln“ durch die Welt gehen. – Die Motivation ist dabei wohl die Aufforderung: „Freut euch allezeit!“ Ist ja gut und recht, doch bitte lasst diese Freude echt sein! Es ist eine traurige (und Leben tötende) Heuchelei, ein Lachen im Gesicht und Bitterkeit im Herzen zu haben.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf ist dann der Titel für den erwähnten Artikel entstanden: Freu dich! – aber nicht zu sehr… So kommt es mir leider manchmal in gewissen Kreisen vor: Man soll sich zwar freuen, aber es wirkt irgendwie aufgesetzt, schier befohlen. Und wenn man dann mal wirklich Freude hat, weil es das Leben gerade gut mit einem meint, dann darf man doch nicht zu dick auftragen, sonst wirkt man irgendwie überheblich oder zu wenig „geistlich“. Am besten freuen wir uns einfach „durchschnittlich“, dann fallen wir nicht auf… Aber ist das das Leben in Fülle, das uns in der Bibel versprochen wird? Es muss mehr geben!

„Pass-auf-Mentalität“ oder „z’friede läbe“?

Der von Warntafeln geprägten Angstmentalität stelle ich das Konzept von „z’friede läbe“ gegenüber. Dabei habe ich die fünf Lebensbereiche, wie sie die Individualpsychologie kennt, vor Augen. Das Modell wird dem Leben in seiner Ganzheit gut gerecht und betont, dass für ein gesundes und zufriedenes Dasein die verschiedenen Aspekte des Lebens in einer guten Balance zueinander stehen müssen. Was die Psychologie und die Life-Balance-Berater heute betonen, finden wir schon im alten Schalom-Begriff (Schalom = hebräisch für Frieden; gemeint ist der Frieden, den Gott uns anbietet. Mehr dazu in Mehr als World-Peace) als wertvollen Schatz für ein erfülltes Leben: Ganzheitlichkeit und inneren Frieden erfahren wir dort, wo wir das Leben in all seinen Facetten wahrnehmen, geniessen und gestalten. Das Ganz- und Heilsein, das uns Jesus anbietet, betrifft mein ganzes Sein, all meine Lebensbereiche:

  • Mein Selbst: mein körperliches, geistiges und seelisches Wohlergehen
  • Gemeinschaft: soziale Beziehungen, mein Platz in der Gesellschaft, soziale Verantwortung
  • Arbeit: meine (beruflichen und ehrenamtlichen) Tätigkeiten, meine Stärken, meine Karriere und mein Besitz
  • Liebe/Familie: mein Elternhaus, meine Familie, meine Ehe, mein Vater- oder Muttersein
  • Spiritualität: meine versöhnte Gottesbeziehung und mein Umgang mit Gottes guter Schöpfung

Wer dieses Leben, das uns geschenkt ist, in allen fünf grossen Bereichen auskostet und gestaltet, hat wirklich Grund, sich zu freuen. Aber bitte nicht „durchschnittlich“…

 

Weiterführende Angebote zum Thema

 

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichSpiritualität“.

Hunger?

Du kannst keinen Hunger haben, wenn der Bauch voll ist.
Stéphane Lambiel

Diesen Satz sagte Stéphane Lambiel damals im Januar 2007 in einem Interview, in dem er seine überraschende Wettkampfpause bekanntgab und meinte damit, wenn du gesättigt (oder übersättigt) bist, kannst du keinen Hunger für einen weiteren Wettkampf entwickeln.

Bestimmt gibt es auch in unserem Leben Bereiche, in denen wir eher übersättigt als hungrig sind. Daneben gibt es aber, manchmal unbewusst, verschiedene Bereiche, in denen wir hungrig sind. Hunger nach Liebe, Hunger nach Anerkennung, Hunger nach Erfolg – und nicht wenige Menschen auf unserer Welt sind tatsächlich auch hungrig im ursprünglichen Sinn, weil sie tatsächlich einen leeren Bauch haben.

Wie gehen wir mit dem Hunger um? Dem Hunger in der Welt – dem Hunger aber auch in uns persönlich.

Diesen Sommer habe ich bei einem Kirchenbesuch eine Gebet zu diesem Thema gehört, das mich berührt hat. Dieses Gebet enthält tiefe Gedanken. Vielleicht beten Sie es mit, vielleicht denken Sie auch einfach darüber nach…

Fürbittegebet

Gott, Du Brot des Lebens.
Zu viele Menschen auf dieser Erde brauchen dringend eine Mahlzeit, die sie endlich wieder satt macht. Andere hungern nach Aufmerksamkeit, Anerkennung und Liebe, aber ihre Hoffnung wird immer wieder enttäuscht.
So sehnen wir uns zusammen mit der ganzen Schöpfung nach einer Welt, in der es keinen Hunger mehr gibt. Vertrauend auf Dein Versprechen nach Fülle bitten wir Dich: Schenke Du uns die nötige Nahrung für Körper, Geist und Seele.

Gott, Du Brot des Lebens.
Als die Menschen zu Jesus kamen, wurden sie von ihm nicht abgewiesen. Indem er lehrte, tröstete, heilte und ihren Hunger stillte, sorgte er sich um alle ihre Bedürfnisse.
Hilf uns, dass auch wir andere Menschen liebevoll wahrnehmen, wie Jesus uns das gezeigt hat. Schenk uns den klaren und weitsichtigen Blick für die Ungerechtigkeiten um uns herum. Den Mut hin- und nicht wegzusehen.
Unterstütze uns in dem Bemühen, Dinge, die zu ändern sind, selbst in die Hand zu nehmen. Eine jede und ein jeder an ihrem und seinem Ort.

Gott, Du Brot des Lebens.
Du schenkst uns Fülle und segnest uns reich. Wenn wir auf diese Welt blicken, wäre genug Nahrung für alle da. Wir müssten es nur schaffen, sinnvoller mit Deiner Fülle umzugehen. Stattdessen verwandeln wir Deinen Segen ins Gegenteil.
Lass uns verantwortungsbewusst handeln im Umgang mit unseren Mitmenschen und mit den Gaben Deiner Schöpfung, die für uns alle bestimmt sind.

Amen.
(Verfasser: anonym)

 

 

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