Ein täglicher Kraftriegel

Ihr verehrt heilige Bäume und legt kunstvolle Gärten an für eure Götzen. Das wird ein böses Erwachen geben, wenn ihr einsehen müsst, dass sie nicht helfen können! Beschämt werdet ihr dastehen und einem Baum mit verdorrten Blättern gleichen, einem Garten ohne Wasser.
Die Bibel, Jesaja 1,29+30

Welchen Kraftstoff geben Sie Ihrem Innersten? Wie unsere Autos, brauchen wir selbst immer mal wieder eine Tankfüllung um den Herausforderungen des Alltags gewachsen zu sein. Trends wie das Aufspüren von Kraftorten oder die Feng Shui Lehre zeigen, dass wir grosse Anstrengungen auf uns nehmen, um unseren Energietank zu füllen.

Ich halte es wie Barack Obama, der gemäss livenet.ch am 60. Nationalen Gebetsfrühstück in Washington D.C. gesagt hat: „Uns allen hilft es, wenn wir innehalten, beten und auf den Schöpfer hören.“ Für mich ist der Rückzug in die Stille, das Gespräch mit Gott und das Lesen der Bibel immer wieder eine überraschend frische Kraftquelle. Zwar kann ich mit der Steilvorlage von Obama, der angibt, täglich in der Bibel zu lesen, nicht mithalten. Doch auch ich mache die Erfahrung, dass das Innehalten und Meditieren über den alten Worten Kraft, Ermutigung und Herausforderung für mein tägliches Leben spenden.

Anfangs Jahr habe ich mir vorgenommen, mit dem Buch Jesaja durchs 2012 zu gehen. Und schon das erste Kapitel hat mich stark herausgefordert: „Die Kinder, die ich großgezogen und ernährt habe, wollen nichts mehr von mir wissen.

Jeder Ochse kennt seinen Besitzer, und jeder Esel weiss, wo die Futterkrippe seines Herrn steht. Was aber macht mein Volk? Sie haben vergessen, wem sie gehören, und sie wollen es auch gar nicht mehr wissen!“

Manchmal stehen wir in der Versuchung, zu vergessen, wem wir unser Leben und was dazu gehört, zu verdanken haben. Wir meinen, an „fremden Futterkrippen“ schmecke der „tägliche Kraftriegel“ besser. Was ich meine: Wir Menschen verdanken unserem Schöpfergott unser Leben, aber wie oft fragen wir nicht nach ihm?

In schlechten Zeiten fällt es uns viel leichter zu Gott zu beten und ihm unser Leid zu klagen. Die zitierten Verse aus Jesaja fordern mich heraus, auch in guten Zeiten den nicht zu vergessen, der mich reich beschenkt hat. Und das eingangs erwähnte Bibelzitat ermahnt uns, nicht die falschen, vermeintlichen Kraftquellen zu polieren: Was ist, wenn all unser Geld keinen Wert mehr hat? Was, wenn all die schönen Dinge zerbrechen? Was, wenn der Baum, der uns Energie spenden sollte, verwelkt oder umfällt?

Ich bleibe dabei: Mein täglicher Kraftriegel ist die Verbindung zur ewigen Lebensquelle. Indem ich meine Gottesbeziehung ganz konkret pflege, tanke ich neue Kraft für alle Herausforderungen des Alltags. Drei Dinge gehören bei mir zu dieser Stille mit Gott:

  • Einen festen Platz im Alltag
    Ich muss solche Momente fest einplanen und ihnen bewusst Raum geben, sonst geht das Auftanken in der Hektik des Alltags unter.
  • Abstandnehmen vom Alltag
    Am meisten profitiere ich von solchen Zeiten, wenn ich ganz bewusst aus dem Alltag, aus dem Büro, raus gehe (z.B. in den Wald, an den See). Dieses innerliche und äusserliche Abstandnehmen vom Alltag hilft mir, die Alltagssorgen in einem grösseren Zusammenhang zu sehen.
  • Mit neuer Kraft in den Alltag
    Trotzdem bleiben diese Stille Momente nicht etwas alltagsfremdes. Ich bespreche mit Gott kommende Herausforderungen und Begegnungen, vor denen ich mich sorge. Mit neuer Kraft und Gelassenheit breche ich dann auf zurück in den Alltag.

Und wo holen Sie Ihre Kraft her?

 

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichSpiritualität“.

Freunde tun gut

Der einzige Weg, Freunde zu haben, ist Freund zu sein.
Aristoteles

Letzten Sonntag starteten wir mit den gms Matinées zum Thema „z’friede läbe“ (zufrieden leben). Seit langem habe ich mich auf diese Themenserie gefreut. Einerseits, weil wir seit vier Jahren erstmals wieder solche gms Matinées veranstalten und anderseits, weil mir das Thema sehr viel bedeutet.

Wer will schon nicht zufrieden leben? Jeder will das doch! Jeder will, …

  • mit seinen Fähigkeiten etwas schaffen, das ihn erfüllt (Zufrieden in der Arbeit).
  • die Geborgenheit in Partnerschaft und Familie erleben (Zufrieden in der Liebe).
  • Teil einer ermutigenden Gemeinschaft sein (Zufrieden in der Gesellschaft).
  • sich körperlich, seelisch und geistig fit fühlen (Zufrieden mit sich selbst).
  • einen Sinn in seinem Dasein erleben (Spiritualität).

Während uns der erste Bereich, die Arbeit, wie von selbst in Beschlag nimmt, braucht es für die Familie schon etwas mehr bewusstes Engagement. Doch auch da, vor allem wenn wir Verantwortung für Kinder tragen, sind wir oft automatisch stark involviert und müssen dafür schauen, dass alles am Laufen bleibt.

Um ein gesundes Leben in Balance zu führen, brauchen wir aber eine Ausgewogenheit in allen fünf Lebensbereichen. Viele Menschen verpassen es, gut zu sich selbst zu schauen. Es gibt so Vieles, das getan werden muss, dass der gute Umgang mit sich selbst oft zu kurz kommt.

Viel zu oft wird leider auch der Bereich Gesellschaft stiefmütterlich behandelt. Das soziale Leben wird auf den Gebrauch von sozialen Medien reduziert. Aus eigener Erfahrung und aus dem Beobachten von anderen Menschen weiss ich, dass gerade das Thema Freundschaften pflegen in den Hintergrund gerät, wenn zu viele Herausforderungen im Bereich Arbeit und/oder Familie unsere volle Konzentration fordern. Anfangs, wenn wir uns in Arbeit und Familie zurückziehen, sind da möglicherweise noch paar Freunde, die sich gegen unseren Rückzug auflehnen. Doch mit der Zeit entwickelt sich das Ganze zu einem Bumerang: Wenn wir Freundschaften vernachlässigen und uns keine Zeit dafür reservieren, werden wir eines Tages auch keine Freunde mehr haben. Während der Chef uns regelmässig daran erinnert, dass wir unsere Arbeit zu tun haben, und die Kinder unsere volle Aufmerksamkeit einfordern, verabschieden sich unsere Freunde still und langsam, wenn wir sie immer wieder auf später vertrösten.

Das obige Zitat trifft den Punkt: Wenn du Freunde haben willst, dann pflege Freundschaften!

Dabei spielt die Quantität oft eine viel kleinere Rolle als die Qualität. Ich habe einige für mich sehr wertvolle Freundschaften. Menschen, die mir viel bedeuten. Einige von ihnen wohnen leider nicht gerade in der Nähe. Wir sehen uns nicht sehr häufig. Doch wenn wir uns sehen, sind es für mich ganz wertvolle und oft auch tiefe Momente.

Diese Woche war ich zum Beispiel an einer Konferenz in Stuttgart. Bei solchen Tagungen geniesse ich es, abends noch mit eben solchen Freunden zusammen sein zu können.

Oder eine andere Freundschaft, die uns als Familie viel bedeutet: Seit vielen Jahren feiern wir zusammen Silvester. Anfangs noch ohne Kinder, dann mit Babys und jetzt, wo die fünf Kinder auch langsam zu Geniesser werden, finden unsere Silvesterabende wieder in etwas gemütlicherem Rahmen statt.

Freundschaften brauchen Pflege. Darum geh ich heute abend mit einem Freund an den Hockeymatch. Und was tun Sie, damit Freundschaften in Ihrem Leben nicht zu kurz kommen?

 

Aktuell: Heute im Bieler Tagblatt: Artikel Wer nicht träumt, der nicht gewinnt. Mit Tipps von mir zu einem zielgerichten Leben in gesunder Balance.

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichGesellschaft“.

Resignative Zufriedenheit?

„Wichtig ist nicht, woher man kommt, sondern wohin man will.“

Sind Sie resignativ zufrieden oder sind Sie wirklich zufrieden?

Eine Umfrage der Sendung Eco von SF1 kommt zu einem erstaunlichen Resultat: „94 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer sind zufrieden mit ihrer Arbeitssituation.“ Trotzdem geben aber 33 % der Befragten an, die Belastung in ihrem Job sei zu gross.

Wie passen diese beiden scheinbar widersprüchlichen Resultate zueinander? Der Experte (Arbeitspsychologe Theo Wehner) bringt bei seiner Erklärung den Begriff der „resignativen Zufriedenen“ ins Spiel. „Resignativ zufrieden“ – was soll denn das bedeuten?

Kann ich wirklich resigniert haben und trotzdem zufrieden sein? Der ETH Professor beschreibt diese Einstellung so: „Es lässt sich nicht mehr viel ändern und man sollte hier zufrieden sein.“ (gemäss Aritkel auf sf.tv) Ich bin mit Theo Wehner damit einverstanden, dass es Situationen gibt, in denen wir uns einfach mit den Umständen abfinden sollten. Aber: Resignative Zufriedenheit, das ist mir klar zu wenig!

Schritte zu mehr Zufriedenheit im 2012

Was tun Sie, damit Sie 2012 mehr Zufriedenheit erleben? Und im Sinn des obigen Zitates: Wissen Sie, wohin Sie 2012 wollen? Ich würde behaupten: Der resignative Zufriedene schaut, woher er kommt und sagt sich: „Okay, so ist es halt, da lässt sich nicht mehr viel ändern.“ Der wirklich Zufriedene (oder der, der es werden will) geht ganz anders an die Sache: „Gut, was war, lässt sich nicht mehr ändern. Doch die Zukunft liegt vor mir, ich werde sie gestalten.“

Bleiben wir beim Thema Arbeitszufriedenheit. Schliesslich verbringen die meisten von uns den grössten Teil ihrer (wachen) Zeit beim Arbeiten. Trotz der Eco-Umfrage vermute ich, dass viele Menschen auch in unserem Land gerne noch etwas zufriedener wären bei ihrer Tätigkeit.

Was hilft Ihnen motiviert zu arbeiten?

Wollen Sie wissen, was Ihnen bezüglich Arbeitssituation besonders wichtig ist und wo Sie am besten anpacken, wenn Sie in Ihrem Job (noch) zufriedener werden wollen? Dann machen Sie mit folgenden Begriffen eine Rangliste: Zu oberst das, was Ihnen am wichtigsten ist bis zu dem Thema, das für Sie am wenigsten Bedeutung hat:

  • Arbeitsort und Arbeitsweg
  • Ein bestimmtes Lohnniveau
  • Funktionierendes Team
  • Hohe Selbständigkeit, Eigenverantwortung
  • Persönliche Stärken/Fähigkeiten jederzeit einbringen können.
  • Sozialleistungen und Ferien
  • Mit der Tätigkeit etwas bewegen können.
  • Arbeitsplatzkomfort und Infrastruktur
  • Das Umfeld: Einpersonenbetrieb oder globale Holding?
  • Resultate sofort erkennbar
  • Viel Abwechslung oder lieber Routinearbeiten?
  • Arbeitsplatzsicherheit und langfristige Perspektiven
  • Teil einer sinnvollen, bedeutsamen Aufgabe sein
  • (Un)Regelmässige Arbeitszeiten

Betrachten Sie nun Ihre Rangliste und vergleichen Sie diese mit Ihrer derzeitigen Tätigkeit. Entsprechen die Punkte, die Ihnen besonders wichtig sind, Ihren Vorstellungen? Wenn ja, freuen Sie sich darüber. Wenn nur zum Teil, dann fragen Sie sich, was Sie in diesem Jahr unternehmen können, um dem Idealzustand einen Schritt näher zu kommen. Wenn überhaupt nicht, ist es möglicherweise an der Zeit, Ihre Arbeitssituation komplett  zu überdenken.

Zufrieden im Job und im Leben

Resignative Zufriedenheit lohnt sich nicht. Wenn schon nicht im Job, dann ganz bestimmt auch nicht im restlichen Leben. Es gibt einige Umstände, die sind nicht veränderbar und einmal getroffene Entscheidungen können wir oft nicht so schnell rückgängig machen. Aber Eines können wir immer: Vorwärts blicken. Fürs 2012 wünsche ich Ihnen, dass Sie Ihr Leben aktiv gestalten und sich nicht als Opfer der Umstände fühlen.

Als Coach, Trainer und Theologe werde ich mich weiterhin dafür einsetzen, dass Menschen mehr Zufriedenheit erleben dürfen. So freue ich mich zum Beispiel auf die kommenden gms Matinéesz’friede läbe„, wo wir genau diese Fragen nach Zufriedenheit im Leben, Job, Partnerschaft und Gesellschaft stellen werden.

Verabschieden Sie sich von der resignativen Zufriedenheit und werden Sie wirklich zufrieden!

 

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichArbeit“.

Zitat der Woche 48

Er wird alle ihre Tränen abwischen. Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid und keine Schmerzen, und es werden keine Angstschreie mehr zu hören sein. Denn was früher war, ist vergangen.
Die Bibel, Offenbarung 21,4 (nach NGÜ)

Mein Zitat dieser Woche dreht sich um den LebensbereichSpiritualität„. Der passende Blogbeitrag dazu erscheint am Freitag.

Zitat der Woche 47

Du Balti? Bisch du eigentlich z’friede?“




„Z’friede, z’friede… Mit dämcha me sech nüt choufe.“

Die beiden Mäuse Melchior und Balthasar im Figurentheater „Lueg use, Martin“ von Brigitte Gerber.

Mein Zitat dieser Woche dreht sich um den LebensbereichSelbst„. Der passende Blogbeitrag dazu erscheint am Freitag

Japan, Libyen und wir

Es sind wieder mal die Tage des erhöhten „Nachrichtenkonsums“. Die Bilder des Entsetzens aus Japan flimmern immer wieder über die Mattscheibe. Auch wenn ich diese Tragödie sehe und höre, dass 100’000e ihr Hab und Gut im Tsunami verloren haben – vorstellen kann ich mir dies alles nicht. Auf einen Schlag alles weg, was mir lieb ist. Im schlimmsten Fall sogar Familienmitglieder. Grausam, unvorstellbar.

Gebannt blickt die ganze Welt nach Fukushima. Auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, was denn genau dieser Super-GAU wäre, die Angst vor der noch grösseren Katastrophe, muss riesig sein. Was gibt noch Halt und Sicherheit, wenn keiner abschätzen kann, welche Informationen nun wirklich stimmen? Oder ich denke an unsere Freunde in Yokohama: Wenn ich höre, dass die Botschaft allen Schweizern rät, abzureisen, wie gehen sie wohl mit dieser Situation um?

Und Libyen? Wie gross muss die Verzweiflung sein, wenn man in Jubelgesang wie nach einem Fussballmatch ausbricht, nachdem die UNO eine Flugverbotszone ausgerufen hat und jeder weiss, dass dies nichts anderes als Krieg bedeutet?

Diese Tage zeigen eines deutlich: Unsere Welt ist sehr zerbrechlich. Noch kommen die Katastrophen nur dank TV und Internet in unsere Stuben. Aber was, wenn die Katastophe einmal uns trifft? Wenn wir nicht nur Zuschauer sind, sondern Teil der Tragödie?

Ich weiss nicht, wie ich damit umgehen würde. Was ich mir wünsche, ist, dass ich auch dann, wenn alles zerbricht, noch etwas hätte, das mir Halt gibt. Und diese Hoffnung muss grösser sein als Wohlstand oder irdische Sicherheit – denn, wie schnell der Wohlstand weg sein kann, zeigt der Tsunami eindrücklich. Und wie viel Wert irdische Sicherheit hat, ist beim Blick nach Fukushima fraglich.

Ich lass mich von König David und seinem Psalm 39 inspirieren und hoffe mit ihm, dass die Güte Gottes alles irdische Leid überdauern wird: „Auf was kann ich da noch hoffen? Herr, du allein bist meine Hoffnung!“

Zum Tag der Freiwilligenarbeit

„Frage nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!“
John F. Kennedy

Dieser Blog-Eintrag ist zum UNO-Tag der Freiwilligen (5. Dezember) allen freiwilligen Mitarbeitenden der sozial-diakonischen Kinder- + Familienanimation Happy Kids Studen gewidmet. Zusammen haben die gut 30 Mitarbeitenden im Jahr 2009 über 850 Stunden freiwillig in die Arbeit des gemeinnütizgen Vereins investiert. HERZLICHEN DANK!!

„Ein erfülltes Leben wird erst in Gemeinschaft und durch den Austausch mit anderen Menschen möglich.“ So hab ich es kürzlich in meiner „bibel für ungläubige“ von Andreas Schlieper gelesen. Genau darum ist einer meiner fünf zentralen Lebenswerte „Gemeinschaft“. In diesen Bereich gehören gute Freundschaften und ein tragendes soziales Netz genauso dazu wie die Frage nach meinem Platz in der Gesellschaft.

Und an dieser Stelle finde ich John F. Kennedys Zitat von oben so spannend: Nicht die fordernde Haltung, immer den eigenen Nutzen im Vordergrund und die Frage, was andere für uns tun können, sollen unsere Einstellung dominieren. „Frage … was du für dein Land tun kannst!“ forderte Kennedy als US-Präsident seine Landsleute auf. Gelingt uns das? Schaffen wir es, die Welt um uns aus dem Blickwinkel „Was kann ich für die Gesellschaft tun?“ zu betrachten?

Die freiwilligen Mitarbeitenden bei Happy Kids und mit ihnen Hunderttausende andere Ehrenamtliche in unserem Land haben es begriffen: Eine Gesellschaft funktioniert nur, wenn wir auch bereit sind, – ohne eigenen Profit vor Augen – zu geben. Wir können dankbar sein, dass so viele Menschen Zeit, Einsatz, Ideen, Herzblut und Kreativität für unsere Gesellschaft geben – und dies ohne finanzielle Entlöhnung.

Sich freiwillig zu engagieren lohnt sich aber trotzdem. Und zwar nicht nur, weil es eine edle Sache ist. Wer von sich gibt, der erhält auch etwas zurück. Sei dies ein herzliches Lächeln, ein dankbares Wort oder die Erfahrung, für einen Menschen einen Unterschied gemacht zu haben. Menschen zu beschenken und besonders einsame, wenig erfolgsverwöhnte Menschen zu beschenken, macht tatsächlich einen Unterschied! Liebe zu geben, wo Liebe ein knappes Gut ist, bewirkt Wunder – beim Beschenkten und beim Schenker selbst!

Passend dazu unser Alltagstipp „Lebensbereich Gesellschaft“ auf Life Channel.

Und weil mir die Zitate von John F. Kennedy so gut gefallen, hier noch einige weitere:

„Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt, wo die anderen erst einmal reden.“

„Wenn wir uns einig sind, gibt es wenig, was wir nicht können. Wenn wir uneins sind, gibt es wenig, was wir können.“

„Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Wer, wenn nicht wir?“

Flow bei der Arbeit?

Sie sollten mal meinem Sohn Janosch (4 Jahre) beim „Tschutten“ (Fussballspielen), „Hockeyle“ oder „Tennisle“ zuschauen. Seine neuste Leidenschaft ist das „Büchsenschiessen“… Hauptsache er hat so etwas wie einen Ball, den er lustvoll in irgendeine Richtung kicken oder schmeissen kann. Da blüht unser Sohn auf, seine Leidenschaft kennt keine Grenzen: Er ist voll dabei, geht in seinem Spiel völlig auf und vergisst alles rundherum.

Was Janosch bei diesem Spiel erlebt, nennt man in der Psychologie einen „Flow“. Einen Flow (= engl. fliessen) können wir dann erleben, wenn die Anforderungen, welche an uns gestellt werden, auf unsere Fähigkeiten abgestimmt sind.

Wir alle kennen wohl das unangenehme Gefühl, wenn unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten einfach nicht zu den Anforderungen passen.

  • Das kann Überförderung bedeuten. Was dann Angstzustände auslösen kann.
  • Auf der anderen Seite ist Unterforderung genauso ein unbefriedigender Zustand: Unterforderung führt zu Langeweile.

Ich kenne beides und finde beides nicht gerade anstrebenswert.

Im Gegensatz dazu erleben wir in einem Flow-Zustand, dass wir in unserem Tun regelrecht aufblühen. Leider beschränken sich solche Flow-Erlebnisse viel zu oft auf die Freizeit (Sport, Hobby, Freiwilligenarbeit). Doch wie wärs, wenn uns unsere Arbeit auch regelmässig Spass machen würde? Wenn wir hier regelmässig „Flows“ erleben dürften?

Die Flow-Theorie wurde von Mihaly Csikszentmihalyi entwickelt und hat folgende Kennzeichen:

  • Wir sind der Aktivität gewachsen.
  • Wir sind fähig, uns auf unser Tun zu konzentrieren.
  • Die Aktivität hat deutliche Ziele.
  • Die Aktivität hat unmittelbare Rückmeldung.
  • Wir haben das Gefühl von Kontrolle über unsere Aktivität.
  • Unsere Sorgen um uns selbst verschwinden.
  • Unser Gefühl für Zeitabläufe ist verändert (wir vergessen die Zeit).
  • Die Tätigkeit hat ihre Zielsetzung bei sich selbst (sie ist autotelisch).

Ich bin überzeugt: Unsere Gesellschaft, unsere Firmen und auch unsere Kirchen würden anders aussehen, wenn wir uns als Begabte und Beschenkte mehr in der „Flow-Zone“ bewegen würden.

Hören Sie dazu unseren Alltagstipp zum Lebensbereich Arbeit auf Life Channel und besuchen Sie unsere Homepage leben-in-balance.ch.

Leben in Balance

„Wir haben gelernt, schneller zu schlafen, nebenbei zu essen und viel produktiver zu arbeiten. Aber wir haben verlernt, in Balance zu leben.“
Cay von Fournier

Ein erfolgreiches, erfülltes Leben in Balance – wer wünscht sich das nicht?
Zahlreiche Herausforderungen aus Beruf, Familie, Ehrenamt und Freizeit lassen nicht selten die edeln Absichten bezüglich einem ausgewogenen Lebensstils im Alltag scheitern.
Wer nicht einfach mit der utopischen Hoffnung, dass sich eines Tages alles wie durch ein Wunder von selbst zum Guten wendet, die Jahre an sich vorbeiziehen lassen will, startet am besten mit einer ehrlichen Bestandesaufnahme.

=> Wie steht es um meine Zufriedenheit in Beruf, Familie und Gesellschaft?

=> Wie sieht es in meinem Alltag mit den fünf Lebensbereichen aus?

  • Arbeit: Mein Job – Befriedigung in meiner beruflichen Tätigkeit
  • Liebe: Meine Partnerschaft, meine Familie – eine erfüllende Partnerschaft und ein positives Familienleben
  • Gemeinschaft: Meine Freunde und mein Engagement für die Allgemeinheit – mein Platz in der Gesellschaft finden
  • Selbst: Mein Körper, mein Geist und meine Emotionen – eine positive Selbstentwicklung
  • Spiritualität: Mein Lebenssinn – die grossen Fragen des Lebens für mich klären

=> Bin ich glücklich, wenn ich meinen „Lebenskuchen“ anschaue?

  • Praktische Übung: Zeichnen Sie einen Kreis. Teilen Sie Ihren „Lebenskuchen“ nun in fünf Stücke, immer ein Stück pro oben aufgeführtem Lebensbereich.
  • Gefällt Ihnen das entstandene Bild?
  • Welcher Lebensbereich kommt ev. zu kurz, welcher beansprucht Sie zu sehr?
  • Wie würde Ihr „Lebenskuchen“ im Idealfall aussehen?
  • Und was tun Sie, damit dies nicht ein Wunschtraum bleibt?

Hören Sie den passenden Alltagstipp dazu.

Weitere Alltagstipps mit Brigitte & Stefan Gerber immer mittwochs auf LifeChannel.ch. Unterstützung im Bereich Persönlichkeitsentwicklung und Life-Balance finden Sie unter leben-in-balance.ch.