Was glückliche Menschen auszeichnet

Glück und Erfüllung im Leben erreichen wir dort, wo wir nach Ganzsein streben und mit jeder Faser unseres Lebens versöhnt sind.
Stefan Gerber (in: Glück finden – hier und jetzt)

Geld ist kein Glücksmotor, darin sind sich die Vertreter der Positiven Psychologie einig. Einigkeit herrscht auch darüber, was dagegen den glücklichen Menschen auszeichnet.

Die Merkmale des zufriedenen Menschen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Erfülltes Liebes- und Familienleben
    Sie verbringen viel Zeit mit Menschen, die ihnen wichtig sind. Sie pflegen Freundschaften und gestalten ihr Liebes- und Familienleben aktiv.
  • Sinnerfüllte Tätigkeit
    Sie gehen einer Aufgabe nach, die ihren Talenten und Interessen entspricht und mit der sie einen Unterschied auf dieser Welt machen können.
  • Reiches Sozialleben
    Sie bringen sich als aktiven Teil in die Gesellschaft ein – sei dies in Beziehungen oder in freiwilligem Engagement für ihre Mitmenschen.
  • Bewusste Selbstführung
    Sie sind mit sich im Reinen, blicken optimistisch in die Zukunft, pflegen einen guten Umgang mit sich selbst und gestalten einen dankbaren und achtsamen Lebensstil.
  • Gelebte Spiritualität
    Sie verstehen sich als Teil des großen Ganzen. Ihr Leben hat Bedeutung, weil sie sich im Dienst einer höheren Sache verstehen.

Seit vielen Jahren schreibe ich in meinem GlücksBlog abwechselnd einen Impuls zu einem dieser fünf Lebensbereiche. Und im GlücksBuch widme ich jedem dieser Bereiche einen eigenen Teil.

Die Merkmale glücklicher Menschen illustriere ich gerne mit dem ShalomLeben-Windrad. Im Buch hilft mir das Windrad auch gleich noch, die Glücksformel zu veranschaulichen:

  • Der Standort des Windrades entspricht unseren Lebensumständen. In welchen Umständen und wo wir aktuell leben, hat nur einen bescheidenen Einfluss auf unsere Lebenszufriedenheit. Mit der Veränderung der Umstände, z.B. dem Wohnortwechsel oder der Lohnerhöhung, lässt sich das Glücksniveau nicht nachhaltig steigern.
  • Der Mast des Windrades ist das Bild für den Einfluss unserer Gene auf das subjektive Wohlbefinden. Wie der Mast gebaut ist, wie wir veranlagt sind, entscheidet über unsere Startbedingungen auf dem Weg ins Glück.
  • Fast die Hälfte unseres Glücksempfindens hängt vom oberen, beweglichen Teil des Windrades ab:
    Die starke Nabe steht für ein starkes Selbst, die Rotorblätter für die drei Lebensfelder Liebe/Familie, Arbeit, Sozialleben.
  • Nicht sichtbar und doch unverzichtbar ist der Wind. Was ist ein Windrad ohne Wind? Was ist ein Leben ohne Sinn, ohne Verbundenheit mit etwas Höherem?

Und genau wegen diesem letzten Teil, dem Wind, habe ich die Wortkreation ShalomLeben erfunden. Das hebräische Wort Shalom meint Friede. Aber viel mehr, als den Frieden im Sinn von konfliktfreiem Zustand. Gemeint ist ein Versöhntsein mit allen Belangen des Lebens – und mit dem, der das Leben geschenkt hat.

Wenn wir uns in der Adventszeit an die Ankunft des in Jesus menschgewordenen Gottes erinnern, ist es genau dieser Shalom, der uns da angeboten wurde und wird. Was den Hirten auf dem Feld durch die Engel angekündigt wurde, ist auch heute noch ein himmlisches Geschenk für die, die es dankbar annehmen wollen: „Ehre sei Gott im Himmel! Denn er bringt der Welt Frieden und wendet sich den Menschen in Liebe zu.“

Selbst wenn die Waffen ringsum uns herum nicht zum Schweigen gebracht werden können, ist uns hier ein Shalom geschenkt, der Versöhnung in allen Lebensbereichen möglich machen kann.

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität

Mehr zum ShalomLeben-Windrad und wie wir unser Leben in grösserer Zufriedenheit gestalten können, erfahren Sie in Glück finden – hier und jetzt.

Die Kunst, selber zu denken

Selbstdenken ist der höchste Mut.
Welche wagt, selbst zu denken,
die wird auch selbst handeln.

Bettina von Arnim

Neulich – es war die Woche der Trump-Wahl – sassen wir mit einem befreundeten Paar beim Frühstück. Wir sprachen über dies und das, auch über unsere Arbeit als Künstler und Referenten. Wir vier waren uns einig: Kunst und Bildung sollen zum Selberdenken anregen und nicht alle möglichen Fragen mit schnellen Antworten auf einfache Weise zu klären versuchen.

Einig waren wir uns aber auch, dass genau dies in gewissen Kreisen nicht gefragt ist. Mehr noch: Angebote, die zum selbständigen Weiterdenken einladen, sind oft Nischenprodukte. Tragischerweise lassen viele Menschen lieber andere für sich denken, als dass sie sich die Mühe nehmen würden, sich selbst ein möglichst breites Bild zu verschaffen und selbständig nach Antworten zu suchen.

Wer selber denkt, merkt dann wahrscheinlich auch, dass es oft die eine einfache Antwort gar nicht gibt. Das Leben ist viel komplexer. Und das macht das Selberdenken ja auch so anstrengend. Es ist viel einfacher, nachzuplappern, einer Masse nachzulaufen und Meinungsmacher anzuhimmeln, als einmal einen Schritt zurückzutreten und eine Situation mit etwas Distanz zu betrachten, nachzudenken und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Worte sind schnell gemacht, Taten lassen oft lange auf sich warten. Wer nur die – oftmals polarisierenden – Standpunkte der lautstarken Meinungsmacher repetiert und auf deren Taten wartet, macht es sich zu einfach. Und das selbst der, welcher noch vor wenigen Wochen mit krassen Parolen Schlagzeilen machte, nun vor den Taten zurückschreckt, zeigt doch, dass die lauten Töne nicht unbedingt die nachhaltigsten sind. (Wobei wir in diesem Fall wohl dankbar dafür sein können, wenn nicht alle lauthals angepriesenen Instantlösungen umgesetzt werden.)

Leider haben es Menschen, die in ihrem Bereich (ob Kunst, Bildung oder Kirche; schön zu beobachten aber auch in der Politik) andere Leute mit einer differenzierten Herangehensweise zum Weiterdenken einladen, nicht immer leicht. Eine differenzierte Auseinandersetzung mit einem Thema ist nicht wirklich schlagzeilentauglich. Und die Menschen sitzen lieber in einem Stadion voller Gleichgesinnten, als dass sie den Andersdenkenden und seine Sichtweise kennen lernen wollen.

Und so suchen wir dann das Polarisierende, das Trennende: Pro oder contra? Schwarz oder weiss? Ja oder nein? Links oder rechts? Trump oder Clinton? 

Doch diese Verkürzung von komplexen Zusammenhängen schafft Fans und Gegner. Aus dem Meinungsaustausch und dem Kennenlernen unterschiedlicher Ansichten wird ein Kampf. Wir gegen sie! Statt Brücken zu bauen, pudeln wir immer tiefere Gräben. Statt aufeinander zu, bewegen wir uns immer weiter voneinander weg. Statt dem Miteinander eine Chance zu geben, zementieren wir das Gegeneinander.

Einigen macht diese Tendenz zu Extrempositionen Angst und sie sehen schon den nächsten Weltkrieg anklopfen. Mich macht es mindestens traurig. Traurig, dass wir Menschen es immer noch nicht schaffen, den anderen zu respektieren, das Fremde (den Fremden) zu lieben, einander zu verstehen und wo das nicht möglich ist, einander wenigstens stehen zu lassen, ohne den Anspruch zu haben, die eigene Wahrheit sei die absolute Wahrheit.

Übrigens, wer schon mal das Stockhorn von Thun und dann vom Niederhorn aus betrachtet hat, weiss, dass der eigene Standpunkt nie die volle Wahrheit sagt.

Lasst uns selberdenken, ohne den Andersdenkenden zu diskreditieren.
Lasst uns mutig sein und Brücken bauen, statt Gräben zu graben.
Lasst uns handeln und nicht nur blind den Wortführern folgen. 

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Selbst

Trump, Schläpfer und die Ehe für alle

Der Andersdenkende ist kein Idiot,
er hat sich eben eine andere Wirklichkeit konstruiert.

Paul Watzlawick 

Die letzten zehn Tage lieferten wunderbares Anschauungsmaterial über den Zustand unserer Diskussions- und Streitkultur. Völlig verschiedene Themen, selbes Phänomen: Während einige wenige um eine sachliche, differenzierte Sichtweise bemüht sind, schiessen viele andere einen giftigen Pfeil nach dem anderen los, um entweder den eigenen Standpunkt lauthals klar zu machen oder um bewusst „den Feind“ empfindlich zu treffen.

In der direkten, persönlichen Begegnung mit dem Andersdenkenden gehen die Wogen in der Regel nicht ganz hoch – soviel Anstand ist uns noch geblieben. Es ist für viele auch eine (gesunde) Hemmschwelle, jemandem, der uns gegenüber sitzt, den wir persönlich kennen gelernt haben und mit dem uns vielleicht sogar eine Freundschaft verbindet, ehrverletzende Giftpfeile ins Gesicht abzufeuern.

Anders ist das in den Begegnungen in der digitalen Welt. Getarnt hinter dem sicheren Bildschirm, ausgerüstet mit der kraftvollen Tastatur wird der Mensch zum Tier. In E-Mails wurden mir schon Dinge zugemutet, die hätte mir der Absender in einem persönlichen Gespräch niemals an den Kopf geworfen.

Doch das war gestern, heute sind wir noch einen Schritt weiter: Debattiert wird heute auf Facebook. Und da verlieren einige nette Zeitgenossen tatsächlich hin und wieder jeden Sinn für Anstand. Man vergisst scheinbar, dass das, was man gerade in die Tastatur hämmert, nicht nur auf dem eigenen Bildschirm wiedergegeben wird, sondern häufig rund um den Globus „bestaunt“ werden kann.

Je anonymer umso besser: Während man auf Facebook noch mit seinem Namen für seine Meinungsbekundungen hinstehen muss, gibts in den Online-Kommentaren kein Halten mehr: Jede und jeder kann da unter einem Pseudonym seinen Frust loswerden und den Andersdenkenden verunglimpfen.

Wären Facebook und Online-Kommentare eine Art Klagemauer, an denen man Wahlniederlagen, Entlassungen oder andere Meinungen bedauern würde, könnten sie vielleicht sogar eine reinigende Wirkung haben – wie ein Gewitter nach einem Hitzetag.

Doch so scheint es mir selten zu sein. In der Regel arten die Äusserungen in regelrechte Grabenkämpfe aus und jeder Blitz dieses Gewitters ist ein Schlag ins Gesicht des Andersdenkenden. Geschrieben ist schnell, manchmal schneller als reflektierte Gedanken möglich sind, ein Blitz folgt auf den nächsten.

Wir haben immer eine Meinung, zu allem. Und einige müssen diese auch immer unaufgefordert loswerden – und schon wird wieder etwas in die Tastatur gehämmert, was wenig respektvoll, dafür sehr verletzend für unsere Mitmenschen ist.

„Ich habe mir dazu noch keine Meinung gebildet, aber rufen sie mich in 10 Tagen wieder an“, so würde Bill Hybels hin und wieder Journalistenanfragen beantworten, hat er kürzlich gesagt. Wenn sich ein so einflussreicher Leiter einer globalen Bewegung leisten kann, nicht zu allem eine Meinung zu haben (oder mindestens keine Meinung, die er öffentlich bekunden muss), sollten vielleicht auch wir lieber einmal weniger als einmal zu viel eine Meinung haben, die wir unreflektiert in die Welt hinausposaunen.

Möglicherweise würden nun doch einige noch gerne wissen, was ich zu Trump, Schläpfer und die Ehe für alle denke. Nur so viel: Die Erfahrung der letzten Woche, aber auch meine Erfahrung über die letzten Jahre, zeigt mir, dass Andersdenkende tatsächlich nicht unbedingt Idioten sein müssen. Man kann aus guten Gründen zu einer differenzierten, unterschiedlichen Ansicht kommen. Und: Man kann sogar durch Nachdenken seine Meinung verändern und weiterentwickeln. Ist erlaubt, hat mir selbst schon geholfen!

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die lernt, andere Meinungen auszuhalten. Ich muss das selbst aber noch etwas üben …

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich Gesellschaft“.

 

Purer Luxus

Ohne Genussfähigkeit im Moment werden wir verbissen: Wer nicht genießt, wird ungenießbar.
Stef Gerber im Glücksbuch

Gut möglich, dass es den regelmäßigen Lesern meines Blogs schon aufgefallen ist: Ich bin eher so der Genießer-Typ. Kürzlich habe ich irgendwo gelesen: „Meine Liebessprache ist Essen.“ Das könnte ich durchaus auch unterschreiben.

Nur, manchmal ist das mit dem Genuss so eine Sache: Wie kann man bewusst genießen während die To-Do-Liste immer länger und länger wird? Oder: Wie kann ich auf Geniesser-Modus schalten, während der Rest der Familie in hektischer Betriebsamkeit feststeckt? Ich kann das tatsächlich. Was dann aber sofort zur nächsten Frage führt: Wie um alles in der Welt kann ich mir erlauben, zu genießen, während meine Frau noch so viel zu tun hat?

Da ich ja für mein persönliches Auftanken selbst verantwortlich bin, muss ich mir Genießer-Inseln schaffen, ganz unabhängig von der Hektik rund um mich herum. Ich darf mir auch mal Zeitung lesend ein Vollbad gönnen, während Frau und Kinder mit Haushaltsaufgaben beschäftigt sind. Versteht sich von selbst: Natürlich nur, wenn ich auch meinen Teil der Haushaltspflichten beigetragen habe.

Auf der anderen Seite darf ich mein Auftanken nicht vom Auftanken meiner Frau abhängig machen. Die tankt nämlich ganz anders auf als ich. Gerade neulich habe ich beobachtet, wie es ihr schon nach zehn Minuten Vollbad langweilig wurde. Während ich im Entspannungsmodus passiv auftanke (z.B. eben mit einem einstündigen Vollbad), ist für sie das Auftanken etwas aktives (beispielsweise Nähen).

Für uns und durch unsere Timeout-Weekends auch für viele andere Paare, war es ein Schlüsselmoment, zu entdecken und sich auch einzugestehen, dass wir unterschiedlich auftanken.

Immer wieder tanken wir aber auch gemeinsam auf: Ein gutes Essen in einem schicken Restaurant bedeutet uns beiden viel. Mindestens einmal im Jahr verreisen wir auch in einen Kurzurlaub. Hoch im Kurs ist dabei die gemeinsame Auszeit in einem Wellnesshotel.

Wenn wir etwas besonders zu feiern haben, darf es auch einmal ein Luxushotel sein. Wie dieses Jahr, als wir vier Tage im Lenkerhof, einem 5-Sterne-Haus im Berner Oberland, verbrachten. Man muss wissen: Der Lenkerhof ist nicht einfach ein gutes Hotel unter vielen. Der Lenkerhof ist die Adresse und wurde als beste Genusslocation der Schweiz auserkoren.

Mit anderen Worten: Luxus pur, wie wir ihn nicht jeden Tag erleben – eigentlich vorher noch nie erlebt hatten. Ein 15-Gang-Abendessen ist ja wahrlich nicht etwas alltägliches … Die Wellness-Oase, die gemeinsamen Spaziergänge, das Essen, die sympathischen Leute – wir haben unsere Auszeit sehr genossen.

Zurück im Alltag konnte ich nicht anders, als den Leuten von dieser Luxus-Auszeit zu erzählen. Zuerst etwas verhalten, dann zeigte ich einige Bilder und schlussendlich teilte ich meine Freude auch mit meinen Facebook-Freunden.

Ich hab mir dies jedoch gut überlegt: Darf man ohne schlechtes Gewissen solchen Luxus genießen und dann sogar noch andern davon erzählen? Vor allem: Darf man das, wenn man von Spenden lebt wie wir?

Fürs Auftanken sollte man sich nicht schämen müssen, darum erzähle ich auch davon.

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebeund ist bereits als Kolumne im Magazin Family erschienen.


Glücklich erfolgreich sein – weitere Inspirationen dazu finden Sie in meinem Glücksbuch!

Glücklich erfolgreich sein

Erfolg ist kein Zufall.
Es ist harte Arbeit, Ausdauer,
Lernen, Studieren, Aufopferung,
jedoch vor allem, Liebe zu dem,
was du tust oder dabei bist zu lernen.

Pelé

Er muss es wissen, wird er doch gemeinhin als bester Fussballspieler aller Zeiten bezeichnet, ist im Besitz von zahlreichen Titeln (z.B. drei Weltmeistertitel), hat in 1363 Spielen 1281 Tore geschossen und wurde vom IOC zum Sportler des Jahrhunderts ernannt. In seinem Heimatland Brasilien wird er der König genannt – Pelé, der herausragendste Fussballspieler der Geschichte.

Ich finde es spannend, wenn einer, der so viel erreicht hat, über Erfolg sinniert. Die erste Frage, die sich mir stellt, kann wohl nur ein Nicht-Sportler stellen: Was ist denn überhaupt Erfolg? Im Sport ist das klar: Da gibt es oft nur Sieg oder Niederlage. Es wird um Tore, Punkte, Hundertstelsekunden oder Zentimeter gekämpft – und am Ende steht das Verdikt schwarz auf weiss: Sieg oder Niederlage, gefeierter Held oder bemitleidenswerter Verlierer.

Doch wie sieht es abseits der Sportstadien und Rennstrecken aus? Wie wird da Erfolg definiert? Oft erliegen wir auch hier der Versuchung, Erfolg in Zahlen auszudrücken. In der Wirtschaft bedeutet Erfolg, wenn man mindestens eine Umsatz-, vor allem aber eine Gewinnsteigerung vorweisen kann.

Doch: Machen Zahlen eigentlich glücklich?

Gerade erinnere ich mich an den Satz, den ich diesen Frühling auf einem Führungskräfte-Kongress hörte: „Eine Wirtschaft, die nicht dient, dient zu nichts.“ Ja, wer dient jetzt da wem: Dient der Mensch den Unternehmenszahlen oder gibt es heute tatsächlich noch Unternehmen, die dem Menschen dienen?  Ich zieh meinen Hut vor jedem Unternehmer, der seinen Erfolg darin definiert, dass er seinen Angestellten eine sinnvolle Tätigkeit und eine Existenzgrundlage sichern kann und in der Umsatz- und Gewinnsteigerung höchstens Mittel zum Zweck, aber nie den Zweck selbst sieht.

Eine zweite Frage stellt sich mir: Gilt denn der Umkehrschluss Ihres Zitates auch, lieber Herr Pelé? Hat jeder, der sich anstrengt, aufopfert, lernt und liebt, was er tut, automatisch Erfolg? Da begegnen wir im Sport vielleicht einer härteren Realität als im restlichen Leben: Wie gesagt, Erfolg ist da schnell definiert – und somit auch schnell klar, dass es nur Sieger gibt, wenn es viel mehr Verlierer gibt.

Wahrscheinlich hängen meine beiden Fragen mehr miteinander zusammen, als ich es gedacht hätte: Wenn wir Erfolg über harte Facts (Zahlen) definieren, kann es nur wenige Gewinner und viele Verlierer geben. Da kann sich der Verlierer noch so hart anstrengen wie er will und seine Tätigkeit von ganzem Herzen lieben – es kann nun mal nicht jeder Marktführer, Weltmeister oder Start-up Millionär sein.

Darum braucht es aus meiner Sicht andere Erfolgsdefinitionen. Es ist ähnlich wie bei der Glücksdefinition. Jeder muss für sich selbst definieren, woraus für ihn oder sie Erfolg besteht. Ist jeder Tag, an dem ich einem Mitmenschen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern konnte, ein erfolgreicher Tag – oder ist mir das zuwenig? 

Ist es zynisch, wenn ich zum Ende noch sage, dass ich neben diesen beiden Fragen durchaus mit dem Zitat von Pelé einverstanden bin? Nein, ich glaube nicht. Wenn wir nämlich definiert haben, was für uns Erfolg ist, dann brauchen wir tatsächlich all das, was Pelé aufgezählt hat, um unser Ziel zu erreichen. Und, wie er richtig sagt, „vor allem Liebe, zu dem, was du tust“.

Daher ganz persönlich gefragt: Liebst du, was du tust?

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.


Glücklich erfolgreich sein – weitere Inspirationen dazu finden Sie in meinem Glücksbuch!

Mein Glück feiert den 1. Geburtstag

Der Mensch empfängt unendlich mehr als er gibt.
Dankbarkeit macht das Leben erst reich.

Dietrich Bonhoeffer

Vor einem Jahr klingelte der Postbote und veränderte damit mein Leben – irgendwie. Nein, er überreichte mir nicht einen „Happy Day“-Geldkoffer und auch sonst machte mich sein schweres Paket nicht wirklich zu einem reichen Mann.

Und irgendwie doch: Geld habe ich zwar bis heute noch nicht wirklich verdient mit meinem Buch, aber das, was ich im Verlauf des Jahres mit meinem GlücksBuch erleben durfte, macht mich doch auch zu einem reichen Mann.

Dabei war wirklich nicht davon auszugehen, dass ich eines Tages unter den Autoren landen würde. Meine Mutter hat mich gerade neulich wieder daran erinnert: Wir sassen gemütlich auf dem Balkon zusammen und sie zeigte zu der Stelle, wo ich im Rasen gesessen sei, als sie noch während den Gartenarbeiten mit mir das Diktat büffelte. Erinnerungen daran habe ich nicht mehr. Aber es tönt schon fast nach einer Verzweiflungstat, wenn ich selbst noch draussen mühsam die Wörter schreiben musste, die einfach nicht in meinen Kopf wollten. Auf kreative Weise fand ich immer wieder neue Möglichkeiten, Wörter falsch zu schreiben …

Na gut, die Rechtschreibung ist ja auch nicht das A und O des Autoren, schliesslich ging mein Buch durch mehrere Lektorate. Aber Schreiben, dass war als Kind ganz allgemein nicht mein Ding. Sprache sowieso nicht – mündlich war eigentlich noch schlimmer als schriftlich. Zahlen, das passte. Aber der Rest, das war irgendwie eine Murks.

Wenn ich alte Schulberichte lese, steigen mir fast die Tränen in die Augen:

Die mündliche und schriftliche Sprache bereitet Stefan grosse Schwierigkeiten. Stefan wagt kaum einen schriftdeutschen Satz zu sagen, weil er Angst hat, einen Fehler zu machen. Stefan hat Mühe, die einzelnen Buchstaben genau zu differenzieren, und darum merkt er viele Rechtschreibefehler nicht, auch wenn er das geschriebene Wort genau nachliest.

Nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen Referenten und Autor. Doch das Leben schreibt manchmal überraschende Geschichten und ich fühle mich einfach von Gott beschenkt, der mir so viel Gutes anvertraut hat.

Zurück zum GlücksBuch: Das Buch war eigentlich mein eigenes Geschenk zu meinem vierzigsten Geburtstag. Ich konnte vieles, das mir in der ersten Lebenshälfte wichtig wurde, darin niederschreiben. So quasi meine Lebensweisheit in der Lebensmitte. Es wird spannend sein, wie sich diese in der zweiten Lebenshälfte entfalten und weiterentwickeln wird.

Es war natürlich auch meine Hoffnung, dass mein Buch zu einem wertvollen Geschenk für andere wird. Und das ist tatsächlich eingetroffen. Immer wieder erreichen mich Feedbacks, die mich selbst zum Beschenkten machen.

Ganz besonders war die Rückmeldung von DJ Bobo: Ohne ihn zu kennen, habe ich ihm mein Buch als Weihnachtsgeschenk geschickt. Schon kurz darauf hat er sich gemeldet und mir geschrieben: „Das Thema Glück fasziniert mich sehr. Mit einem Lächeln im Gesicht habe ich dein Buch gelesen: Die vielen kurzweiligen Kapitel mit praktischen Tipps zum Glück sind für jeden hilfreich.“ Seither mailen wir uns ab und zu und als vorige Woche sein Buch herauskam, hat er mir auch ein Exemplar geschickt.

Sehr berührt hat mich die Rückmeldung eines früheren Chefs und einem „Leadership-Vorbild“ von mir: Ich gratuliere dir herzlich zu dieser wertvollen Arbeit. Ich habe schon öfters gedacht, ich sollte mich mal ans Schreiben machen… Du hast es mir abgenommen. Ich fühle mich sehr verbunden mit dem was du schreibst und vor allem auch wie du schreibst: klar – ermutigend – offen – einfach wertvoll.“ 

Eine Freude waren auch die unterschiedlichen Medienberichte im Bieler Tagblatt, im Magazin Lebenslust, im Radio Life Channel, auch das Dienstagsmail berichtete darüber und ganz aktuell ist eine ausführliche Buchrezension auf Livenet aufgeschalten.

Doch das schönste Feedback ist, wenn Leute vom Glücks-Buch derart überzeugt sind, dass sie es anderen weiterempfehlen oder mehrere Exemplare zum Verschenken bestellen.

Und am glücklichsten bin ich dann, wenn ich höre, dass das Buch konkrete Spuren im Alltag hinterlässt, zum Beispiel zu mehr Gelassenheit in Familie oder mehr Erfüllung im Beruf führt. Wenn ich von solchen Geschichten höre, empfange ich tatsächlich mehr, als ich selbst gegeben habe.

Happy Birthday Glück finden – hier und jetzt!
Und: Danke Gott für diese Erfahrung.

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität

 

 

Diesen Herbst gibt’s eine kleine GlücksTour:

Und hier noch zwei aktuelle Feedbacks zum Buch:

„Deine simple, ungezwungene und sympathische Art hat es mir leicht gemacht, mich durch die Zeilen zu lesen. Dein Motto ‚Liebe schenken – Hoffnung verbreiten – Glaube leben‘ bringst du ohne Umschweife und unaufdringlich auf den Punkt, gefällt mir sehr.“
Rosario Fazio, Schulhauswart und Mitbegründer der Metalchurch

„Dein Buch ist ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen und lesen sollte. Weil das Gesagte einem gut tut und es sich lohnt und lohnen wird, sich im Leben daran zu halten. Und dafür danke ich Dir! Da hast Du etwas sehr Wertvolles geschaffen.“
Dr. Peter Kreienbühl, Chiropraktiker

 

Hier weitere Statements lesen oder das Buch bestellen.

Erzähl mir deine Story

Hoffnung ist die Zuversicht, dass die Geschichte ein Ziel hat und dass Gott die Fäden in der Hand hält!
Gordon MacDonald

Seit meiner Kindheit organisiere ich Anlässe: Von Zeit zu Zeit baute ich damals mein Kinderzimmer zu einem „Opel Showroom“ um, gestaltete Einladungen zu dieser Ausstellung, sogar an eine (wohl alkoholfreie) Mini-Bar dachte ich. Die Idee war sehr clever: Ich lud meine ganze Verwandschaft ein und vertickte ihnen Werbeartikel, die ich vorher geschenkt bekam.

Noch vor meiner Volljährigkeit organisierte ich mein erstes Konzert: Für die Verträge mussten noch meine Eltern haften …

Seither folgten unzählige Veranstaltungen, die ich organisieren, moderieren oder sonstwie mitgestalten durfte. Natürlich waren auch etliche Flops dabei – Ideen konnten nicht realisiert werden, Anlässe wurden abgesagt. In besonderer Erinnerung bleiben mir die „ganz grossen Geschichten“, wie z.B. der Anlass, als ich zusammen mit meiner Frau in einer Grossgruppe mit Hunderten von Teilnehmenden ein erlebnispädagogisches generationenübergreifendes Programm moderieren durfte.

Ich gebe zu, dass ich ein Zahlenmensch bin. Ich lasse mich immer noch von grossen Zahlen beeindrucken – obwohl ich inzwischen gelernt habe, dass die Grösse eines Anlasses noch nicht viel über dessen (inhaltliche) Qualität aussagt. Wichtig ist mir nämlich bei allem Organisieren, dass an Veranstaltungen Menschen berührt, bewegt, herausgefordert, motiviert und auf ihrer Lebensreise weitergebracht werden.

Und dass kann genauso gut an einem kleinen, unscheinbaren Anlass geschehen. Oder manchmal geschieht es nicht einmal an der Veranstaltung selbst: Einmal erzählte mir eine Person, die an diesem bestimmten Anlass gar nicht dabei war, sie hätte später mein Referat online nachgehört – und höre es seither regelmässig beim Putzen, weil es sie so motiviert …

Seit zwei Jahren habe ich einen neuen Lieblingsanlass. Er ist – zahlenmässig – gar nicht gross, aber die Qualität der Begegnungen ist so hoch, dass ich total fasziniert bin davon. Monat für Monat lade ich eine Person ein, in einem Talk ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Die spannenden Geschichten sind das Eine, das Ambiente das Andere: Gemütliche Bistroatmosphäre, „Chäs, Brot, Wy“ zum Geniessen, tolle Musik, eine kleine Weinkunde vom Profi … Das macht mir und den 20 bis 25 Gästen viel Freude – Tiefgang in lockerer Atmosphäre.

Nach bald 20 solcher Abenden ist ein grosser Reichtum an unterschiedlichen Geschichten zusammengekommen – und jede Geschichte ist einzigartig. Die Abende nennen wir Chäs, Brot, Wy – u mini Gschicht mit Gott. Ja, bei all meinen Talk-Gästen spielt Gott eine Rolle – bei einigen mehr, bei anderen weniger. Die Geschichte mit Gott ist manchmal geprägt von Zweifeln und bei anderen ist es einfach eine „happy Story“, weil Gott dem Leben genau im richtigen Moment eine positive Wendung gegeben hat.

Von den Besuchenden hätte ich noch nie gehört: „Diese Geschichte war jetzt nicht spannend.“ Wie jede Geschichte anders ist, ist auch jeder Abend anderes. Aber berührend, spannend und Horizont erweiternd finde ich jeden dieser Abende.

Das Interessante dabei: Für die Talk-Gäste ist das nicht selbstverständlich so. Häufig erhalte ich auf meine Anfrage die Antwort: „Wenn du findest, meine Geschichte ist spannend, dann …“ Scheinbar finden viele Menschen ihre Geschichte gar nicht so speziell – obwohl doch jeder Mensch mit seinen Erfahrungen etwas Einmaliges ist.

Persönlich werde ich durch die Abende zu mehr Gelassenheit und Gottvertrauen ermutigt. Ganz im Sinn vom obigen Zitat.

Und Sie: Finden Sie Ihre Geschichte spannend? Und: Was ist Ihre Hoffnung?

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Selbst

 

 Bald feiern mein Glücksbuch und ich den ersten Jahrestag. Ich freue mich an den Feedbacks, die mich immer noch erreichen.

Hier zwei aktuelle Beispiele:

„Deine simple, ungezwungene und sympathische Art hat es mir leicht gemacht, mich durch die Zeilen zu lesen. Dein Motto ‚Liebe schenken – Hoffnung verbreiten – Glaube leben‘ bringst du ohne Umschweife und unaufdringlich auf den Punkt, gefällt mir sehr.“
Rosario Fazio, Schulhauswart und Mitbegründer der Metalchurch

„Dein Buch ist ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen und lesen sollte. Weil das Gesagte einem gut tut und es sich lohnt und lohnen wird, sich im Leben daran zu halten. Und dafür danke ich Dir! Da hast Du etwas sehr Wertvolles geschaffen.“
Dr. Peter Kreienbühl, Chiropraktiker

Diesen Herbst gibt’s eine kleine GlücksTour:

Dankbar Gutes tun

Fröhliche Menschen sind nicht bloß glückliche,
sondern in der Regel auch gute Menschen.

Karl Julius Weber 

Diese Woche fanden die diesjährigen Happy Kids Days statt – für einige die schönsten vier Tage im Jahr, mindestens die schönste Zeit im Happy Kids Kalender: 50 fröhliche Kinder und rund 20 freiwillig Mitarbeitende erfüllten das Begegnungszentrum H2 mit viel Lebendigkeit und Freude.

Gemeinsam machten wir uns mit vielen kreativen Elementen auf die Suche nach der Essenz der biblischen Erzählung vom barmherzigen Samariter für die heutige Zeit. Als damals ein gescheiter Mann von Jesus wissen wollte, wer denn unser Nächste sei (den wir genauso wie uns selbst zu lieben haben), antwortete dieser mit ebendieser bekannten Geschichte: Ein Mann machte sich auf, wurde brutal zusammengeschlagen und ausgeraubt, wichtige und religiöse Herren kamen vorbei, machten jedoch einen grossen Bogen um ihn. Erst als ein verachteter Samariter vorbeikam, war Hilfe für den Verletzten in Sicht.

In den Worten der Volxbibel endet die Unterhaltung von Jesus mit dem Mann wie folgt:

Preisfrage: Wer von den drei Männern war jetzt so drauf, wie es sich für einen Nachbarn gehört?“

„Natürlich der Mann, der nett zu ihm war und ihm wirklich geholfen hat!“ ─ „Genau“, meinte Jesus, „also geh los und mach es genauso!“

Von den Jungs in meiner Kleingruppe war der eine oder andere schon dankbar für Menschen, die ihnen spontan geholfen haben – z.B. bei einem Unfall oder einem Missgeschick. Wir waren uns auch einig, dass wir bei Mobbing auf dem Pausenplatz besser wie der Samariter hinschauen und dem Opfer helfen – statt einen Bogen um die brenzlige Situation zu machen.

In der Theorie finden das ja die meisten eine edle Absicht, der sie folgen wollen. Doch wie steht es mit unserer Praxis? Sind wir da nicht viel zu oft zu feige, um Zivilcourage zu zeigen und uns für andere einzusetzen? Oder treibt uns unser Egoismus gar dazu, andere für unsere Zwecke zu instrumentalisieren, sie auszunützen? Werden wir selbst zu Täter?

Ich denke, Jesus zeigt uns mit der Geschichte nicht nur, wie naheliegend es ist, wer unsere Nächsten sind. Er fordert uns auch heraus, darüber nachzudenken, wem wir in unserem Alltag am ehesten ähneln. Sind wir wie …

  • … die Räuber, die sich egoistisch nahmen, was ihnen gar nicht gehörte und andere Menschen ausbeuteten?
  • … die angesehenen Herren, die einen grossen Bogen um das Opfer machten (geht mich nichts an, keine Zeit, will da nicht reingezogen werden …)?
  • … der barmherzige Samariter, der mit offenen Augen durchs Leben ging und anpackte als offensichtliche Not vor seinen Füssen lag?

Dankbare Menschen sind grosszügige Menschen

„Gute Menschen“ ist ein nicht gerade einfacher Begriff. Doch ich stimme der eingangs zitierten Aussage von Karl Julius Weber zu: Wer fröhlich ist – ich würde sagen: wer zufrieden mit sich und versöhnt mit seinem Leben ist -, der erfährt nicht nur Glück – also Lebenszufriedenheit – sondern ist auch ein Mensch, der Gutes tut – sich für andere einsetzt, anpackt, wenn es erforderlich ist und sich in Notsituationen nicht einfach „verpieselt“, um nochmals die Volxbibel zu bemühen.

Menschen, die dankbar sind und schätzen, was ihnen anvertraut wird, leben nicht in der ständigen Angst, zu kurz zu kommen. Sie brauchen andere Menschen nicht als Feinde zu betrachten. Und darum können sie auch grosszügig leben und mit anderen Menschen teilen.

Wie gut, wenn die 70 kleinen und grossen Menschen der Happy Kids Days nicht nur fröhlich auf die letzte Woche zurückblicken, sondern auch zu mehr Mitmenschlichkeit im Alltag motiviert wurden.

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich Gesellschaft“.

  Lassen Sie sich von meinem Glücksbuch inspirieren!

Grenzerfahrung in den Familienferien

Wohl denen, die ihren Kindern den Sinn dafür bewahren,
dass kleine Dinge sie freuen.

Jeremias Gotthelf

Da hatte ich wohl etwas übers Ziel hinausgeschossen: Neben den gemütlichen Wanderungen in den Bergen unseres geliebten Montafons wollte ich vorige Woche in unseren Familienferien auch eine Wanderung unternehmen, die uns vier so richtig fordert.

Bekanntlich ist der Grat zwischen gesunder Forderung und ungesunder Überforderung ein schmaler. So begaben wir uns auf diesen schmalen Grat: Angefangen bei der Bergstation unserer Lieblingsskipiste. Nach einem kurzen Marsch war schon die Wormserhütte in Sicht. Da dies die letzte Berghütte für den Rest des Tages sein würde, genossen wir hier bei (noch) guter Laune Käsespätzle und Wiener Schnitzel.

Die Gratwanderung führte uns weiter zum Kreuzjoch – guten Mutes krackselten wir zum Gipfelkreuz, freuten uns über die Aussicht, schossen einige Bilder. Soweit alles gut, bis hier her war es kein Spaziergang, aber wir kannten den Weg schon und waren körperlich und psychisch ja noch fit …

Aber jetzt begann das Abenteuer – von hier würde es kein Zurück mehr geben: Unser Ziel war das Dorf St. Gallenkirch. Doch welchen Weg wählen wir? Weiter krackseln auf dem Höhenweg und so unsere Gratwanderung bis zur Zamangspitze weiterführen? Oder doch eher auf den breiteren Weg über die grünen Matten „umsteigen“?

Es sollte ein Tag der Herausforderungen sein. Darum wählten wir natürlich die Gratwanderung. Was nun aber nicht allen Familienmitgliedern im selben Mass zu gefallen wusste. So machte sich erste mentale Müdigkeit breit: Während das eine Kind die anspruchsvolle Höhenwanderung genoss, fand dies das andere Kind alles andere als lustig und versuchte es – ziemlich erfolglos – mit einem Sitzstreik.

Als wir die Zamangspitze links neben uns liessen und der Weg nicht mehr ganz so anspruchsvoll war, wurde aus dem Sitzstreik ein Wettrennen und dasselbe Kind zog davon. Somit war die Reihe am nächsten Kind: Wir wurden mit viel Missfallen in der Stimme darauf aufmerksam gemacht, dass unser Wandertempo nicht den Vorgaben der Wanderwege entspräche und wir deutlich im Verzug seien.

Von nun an gings steil abwärts: Es waren noch rund 1’000 Höhenmeter ins Tal zu bezwingen und natürlich begann sich jetzt auch die körperliche Müdigkeit breit zu machen, dementsprechend gings mit der Laune schneller abwärts als mit den Höhemetern …

Wahlweise wurde nun darum gerungen, welcher Weg (schmal und steil oder breit und dafür länger) unseren noch vorhandenen Möglichkeiten am besten entspräche, ob es wohl ein Taxi bis hierher schaffen würde und ob eine Pause das ganze Abenteuer nur unnötig in die Länge ziehen würde oder ob ein kurzer Rast nicht doch helfen könnte, die letzten Kräfte zu mobilisieren.

Nun versuchte sich auch Kind B erfolglos mit einem Sitzstreik, begleitet von lauten Tönen des Missfallens – dies ausgerechnet in einem Weiler namens „Tanafreida“. Die Eltern, körperlich auch ziemlich angeschlagen und mental nicht mehr ganz so frisch, schafften es dann doch, alle Beteiligten von einem kurzen Rast zu überzeugen.

Gestärkt ging es auf die letzte Etappe. Und da war der Abstieg nochmals so steil, dass wir zu viert rückwärts Richtung Tal trotteten. Auf miese Laune mochte nun keiner mehr machen und so waren wir belustigt, glücklich, erleichtert und sehr, sehr müde im Dorf angekommen.

Und genau das war Balsam für die Vaterseele: Dass die grenzwertige Herausforderung manche Auf und Ab’s mit sich bringen würde, war klar. Doch das Ziel, am Ende fröhlich und stolz zurückblicken zu können, war erreicht!

 

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

Hilfe, welcher Beruf passt zu mir?

Glückliche Menschen gehen in ihrer Arbeit auf, aber niemals unter.
Rudolf Scheid

Meinen vierzigsten Geburtstag feierte ich letztes Jahr, doch alt wurde ich diesen Sommer quasi über Nacht: Unsere Tochter steckt in der Berufswahl. Wow, das ist eine ganz neue Erfahrung als Vater und vor allem eine eindrückliche Erinnerung daran, dass die Zeit nicht stehen bleibt (waren wir nicht eben erst so nervös vor dem ersten Kindergartentag?).

Und so sass ich also gestern Abend am Infoabend im regionalen Berufsinformationszentrum (BIZ) und wurde nochmals eindrücklich daran erinnert, dass die Zeit nicht stehen bleibt: Einerseits haben sich die Möglichkeiten der Informationsbeschaffung seit meiner Berufswahl grundlegend verändert (heute erhält man im Internet mehr Infos als zu meiner Zeit im BIZ zu finden waren), anderseits hat sich die Berufslandschaft selbst im letzten Vierteljahrhundert merklich (weiter)entwickelt.

Ob es heute besser ist als damals oder zur Zeit meiner Eltern, mag ich nicht beurteilen. Natürlich sind all die Wahlmöglichkeiten zu begrüssen und dass unserer Tochter Wege offen stehen, die für ihre Eltern nicht begehbar waren, werte ich selbstverständlich als positive Entwicklung.

Doch: „Wer die Wahl hat, hat die Qual“, weiss schon das Sprichwort. Tatsächlich bedeutet grosse Wahlmöglichkeit häufig auch eine gewisse Überforderung. Das beginnt bei der Müesli-Abteilung in der Migros, geht über die unzähligen Ferienangebote im Internet und manifestiert sich vielfältig in der Klasse meiner Tochter: Aus der Orientierungsphase in der Berufswahl wird erst einmal eine Verwirrung, Überforderung und Desorientierung.

Eben noch Kind – und nun plötzlich so gross sein müssen, um so schwerwiegende Entscheidungen zu fällen: In welches Berufsfeld zieht es mich? Lehre oder weiterführende Schule? Welcher Beruf passt zu mir? … Das Gute ist ja, dass heute ein eingeschlagener Weg immer wieder an Kreuzungen vorbeiführt, an denen eine neue Richtung eingeschlagen werden kann. Darum ist der Einstieg ins Berufsleben sehr wichtig, aber nicht eine Entscheidung für den Rest des Lebens.

Die Berufslaufbahn planen

So sehr ich dankbar dafür bin, dass ich selbst nicht mehr zurück auf dieses Startfeld muss, auf dem unsere Tochter gerade steht, so sehr bin auch ich – sind im Grunde wir alle – immer wieder ähnlich gefordert: Wie planen wir eigentlich unser Berufsleben?

Diese Frage stellte ich gestern auch einer Gruppe von Menschen zwischen 30 und 65. Das Spannende – und vielleicht auch Ernüchternde: Niemand aus der Gruppe hat seine Berufslaufbahn so geplant, wie sie herausgekommen ist. Einige sind noch in ihrem angestammten Beruf, haben aber auch dort einige Irr- und Umwege genommen bis sie dort gelandet sind, wo sie heute stehen. Eine Frau hat gar keinen Beruf erlernt, kann nun an der Schwelle zum Pensionsalter trotzdem auf ein reicherfülltes, vielfältiges Berufsleben zurückblicken. Wieder andere (zu denen gehöre ich) haben nach ihrer Grundausbildung schnell einmal eine ganz andere Richtung eingeschlagen und haben ihr Hobby zum Beruf gemacht.

Was wünsche ich nun also meiner Tochter? Was gebe ich all denen weiter, die ihre Berufslaufbahn überdenken wollen?

  • Vertraue darauf, dass es das Leben – und vor allem der Erfinder des Lebens – gut mit dir meint.
  • Nicht alles ist planbar: Prüfe verschiedene Optionen, schau, wo es dich hinzieht und was dir „vor die Füsse“ gelegt wird – und dann lass dich überraschen!
  • Finde deinen Weg: Die grösste Freiheit hat der, der sein Leben leben kann ohne davon abhängig zu sein, was die anderen darüber denken.
  • Höre auf dein Herz: Entdecke deine Passion, finde heraus, was dich zum Blühen bringt. Wo du mit Begeisterung dabei bist, wirst du einen Unterschied auf diesem Planet machen.
  • Lebe deine Stärken: Das Berufsleben soll Freude bereiten. Die Chancen dazu steigen, wenn du das einbringen kannst, was du besonders gut kannst und gerne tust.
  • Sei mutig: Pack es an und wage einen ersten Schritt – selbst wenn sich der eingeschlagene Weg als Umweg entpuppen sollte.

 

Im Glücksbuch gebe ich im Kapitel „Das Traumjob-Dreieck“ Impulse, wie wir unserem Traumjob und unserer Berufung einen Schritt näher kommen können.

 

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.