Positive Handabdrücke hinterlassen

Was der ökologische Fussabdruck ist, wissen inzwischen viele. Und dass dieser oft zu gross ist auch.

Doch hast du schon mal vom ökologischen Handabdruck gehört?

Im Gegensatz zum ökologischen Fussabdruck, der den eigenen Schaden an der Natur misst, zeigt der Handabdruck, was wir positiv für eine nachhaltige Zukunft bewirken können. Dabei geht es um klimafreundliches Handeln und die Veränderung gesellschaftlicher Strukturen zur Förderung von mehr Klimagerechtigkeit.

Mir gefällt das Konzept vom Handabdruck, weil der Fokus nicht auf dem Minus, auf unseren negativen Spuren, liegt. Vielmehr erhalten wir einen «Gestaltungshebel»: Der ökologische Handabdruck schaut nach vorne und zielt auf das Plus eines nachhaltigen Lebens.

Nun frag ich mich, ob wir dieses Konzept nicht auch vom Umgang mit dem Klima zum zwischenmenschlichen Miteinander übertragen können.

Konkret gefragt: Welche negativen Fussabdrücke hinterlassen wir bei unseren Mitmenschen? Und wo gibt es die positiven Handabdrücke, die nachhaltig Gutes in unseren Mitmenschen bewirken?

Ob bewusst oder unbewusst, ob gewollt oder «dumm gelaufen» – als Eltern, Nachbar:in, Führungsperson oder Freund:in hinterlassen wir immer «Abdrücke» bei unseren Mitmenschen.

Wir haben einen grossen «Gestaltungshebel» in unserem zwischenmenschlichen (Inter)Agieren: Wer sich an die «Goldene Regel» (Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest) hält, wird viel Gutes bewirken, mehr Hand- als Fussabdrücke hinterlassen.

Und gleichzeitig kennen wir es wohl alle: Gut gemeint, trotzdem schief gekommen.

Gerade als Eltern ist der Realitätscheck knallhart in Form von direktem, ungeschöntem Feedback: Gut gemeint, kommt nicht immer gut an beim Nachwuchs. Da braucht es starke Nerven und viel Gelassenheit …

Was im Kleinen zum ganz normalen Familienalltag gehört, stellt uns auf lange Sicht jedoch in eine ganz reelle Spannung: Wir meinen es gut, wollen mehr Hand- und weniger Fussabdrücke bei den Kids hinterlassen. Doch unser Bemühen ist am Ende doch bloss Stückwerk. Weil es viele weitere Einflüsse gibt – und weil wir selbst ja auch nicht immer unser «Bestes» abrufen können und im Nachhinein vielleicht einiges anders gemacht hätten.

Wie gehen Eltern beispielsweise damit um, wenn ihre Kinder sich nicht nach ihren Vorstellungen entwickeln? Wenn der Nachwuchs aus der Normvorstellung der Familie ausbricht?

Diesbezüglich hat mich das Porträt der Familie Imfeld im Format SRF Impact sehr berührt.

Wie musste es für Timon und seinen Bruder sein, in einem Umfeld aufzuwachsen, das bewusst oder unbewusst sagt: «So wie du bist, ist nicht gut, ist nicht normal, ist nicht richtig.»?

Und wie muss es für die Eltern sein, die merken: Gut gemeint reicht nicht?

Ich hoffe fest, dass du dir dieses 30minütige Porträt anschaust! Und darum will ich hier nicht zu viel davon erzählen. Nur dies: Das Ringen darum, was eigentlich normal ist und wie mensch sich darin seiner Identität entsprechend entwickeln kann, wird eindrücklich und sehr feinfühlig gezeigt.

Und ein zweites: So gerne wir als Christen- und Kirchenmenschen darauf verweisen, im Gebet alles bei Gott ablegen zu können, kann genau diese Äusserung als wenig hilfreich erlebt werden.

«Gut gemeint, trotzdem schief gekommen», gibt es leider in kirchlichen Gemeinschaften viel häufiger, als uns lieb ist. Und als uns bewusst ist.

Darum stellt sich auch da die Frage: Wie gelingt es uns, mehr Hand- statt Fussabdrücke zu hinterlassen?

Glücksaufgabe

Was berührt dich am Porträt der Familie Imfeld? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen!

Und wie sorgst du dafür, dass du mit deinem Tun und Sein mehr Hand- als Fussabdrücke hinterlässt?

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