Mit Worten Bilder malen

Diese Tage verbringe ich in einer mehrtägigen Konferenz – per Zoom. Bei diesen heissen Temperaturen kann man sich kaum etwas Erfrischenderes vorstellen als stundenlang in den PC zu starren.

Für das i-Tüpfli sorgte gestern Abend nach gefühlt bereits literweise vergossenem Schweiss der Auftrag: Malt in den nächsten 20 Minuten eure Vision für die EMK auf ein Blatt Papier.

Ich bin vom Wert solcher Übungen total überzeugt und hab das visuelle Umsetzen von Gedanken, Ideen, Träumen selber schon als kraftvolles Mittel erlebt – ob als Coach, Seminarleiter oder auch ganz persönlich als Teilnehmer einer Weiterbildung.

Trotzdem kämpfte ich gestern Abend kurzfristig mit Motivationsproblemen: Ich bin müde und wünschte mir jetzt ein Aarebad oder mindestens ein Aarebier – und nicht eine gestalterische Herausforderung.

Denn das ist es für mich jedes Mal, wenn ich Gedanken bildnerisch ausdrücken sollte. Mit Buchstaben spielen finde ich eine schöne Sache, aber mit Farben und Figuren zu spielen, ist nicht mein Ding – vor allem nicht, wenn ich dabei auf meine nicht vorhandenen Zeichnungskünste angewiesen bin.

Zum Glück gibt es Alternativen. So entstand bei mir gestern Abend diese Wortwolke:

Wie geschrieben, ist meine Wortwolke gestern Abend unter viel Schweiss und am Ende eines langen Tages entstanden – und nicht in einem intensiven, partizipativen Prozess. Die Wortwolke ist also eine sehr persönliche Momentaufnahme und nicht abschliessend.

Trotzdem oder genau darum zeigt sie, was mir wichtig ist, wenn ich an Kirche denke.

  • Welches der Wörter hat für dich besondere Bedeutung?
  • Wofür willst du dich in deinem Leben engagieren?
  • Was vermisst du in unserer Welt am meisten?

Was für Bilder malst du mit deinen Worten?

In den letzten Wochen überarbeiteten wir im gms Studen unter der Leitung eines Kommunikationsprofis unseren Auftritt. Für das Resultat bin ich sehr dankbar und freu mich über unser neues Gewand, das nun Schritt für Schritt umgesetzt wird.

Der Weg dahin hat viel Freude gemacht, war jedoch nicht nur easy, da uns an der einen oder anderen Stelle auch Blindeflecken aufgezeigt wurden.

Auch hier wurde uns wieder deutlich: Bilder und Worte haben Kraft. Was lösen wir mit den Bildern aus, die wir malen? Was lösen wir mit den Worten aus, die wir gebrauchen?

Eine Erkenntnis aus dem Prozess: Unsere Aktivitäten sind ansprechender als unsere bisherige Verpackung (z.B. Auftritt im Web) vermuten liess.

Zusammen mit dem externen Profi haben wir nach Schlagwörtern gesucht, die unsere Organisation beschreiben. Entstanden ist folgendes Logo:

Das passt sehr gut zu dem, was uns wichtig ist: Wir geniessen Kultur, erleben Begegnungen und erhalten Inspiration.

Und übrigens: Trotz Schweissperlen bin ich dankbar, dass ich mich gestern Abend der Aufgabe stellte. Ich finde das Resultat bei solchen Visualisierungen immer wieder eindrücklich.

Glücksaufgabe

Egal ob Kirche, gemeinnützige Organisation, Firma oder auch für sich ganz persönlich: Visionen, Worte und Bilder haben grosse Kraft – sie können zu unserem Glück beitragen oder uns depressiv zurücklassen.

Darum: Welche Bilder malst du? Als Chef? Persönlich? In deiner Organisation?

Optimistisch in die Zukunft

Was war das wieder für eine Woche? Da poppte beispielsweise am Mittwoch auf meinem Smartphone die Meldung „Die Übersicht: Das müssen Sie über die brasilianische Corona-Variante wissen.“ auf.

Nachdem wir jetzt fast ein Jahr über das Corona-Virus sprachen und schon mehrmals meinten, wir bekämen es so oder anders in den Griff, beschäftigen wir uns inzwischen mit der britischen, einer südafrikanischen und nun also auch mit der brasilianischen Variante.

Und: Obwohl man ja derzeit kaum reist, sind alle drei Varianten schon bei uns angekommen. Bekommen wir das Virus mit all seinen Mutanten so in den Griff? Fraglich.

Wie bleibe ich optimistisch?

Irgendwie – wenn man jetzt kein Epidemiologe ist und eher bildlich an die Sache herangeht – bekommt man den Eindruck, dass da irgendwo eine fiese Corona-Familie sitzt und sich schon den übernächsten Streich (oder Schlag) im Krieg gegen die Menschheit ausheckt.

Man wird das Gefühl nicht los: Wir hinken immer wieder ein, zwei Schritte hinterher.

Auf Ende Januar 2021 war eine grössere Veranstaltung angesagt, die ich organisiere. Nach dem Motto „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ hofften wir anfangs Herbst noch, die Konferenz durchführen zu können.

Doch die Hoffnung schwand und die Motivation, etwas vorzubereiten, das nicht durchgeführt werden kann, schwand etwa im gleichen Mass.

Inzwischen steht ein neuer Termin (Ende August). Wird es diesmal klappen? Oder wiederholt sich das Ganze einfach nochmals?

Das Schöne an der aktuellen Situation: Es geht allen gleich. Planungssicherheit gibt es nicht.

Ich will nicht schön reden, was nicht schön ist. Aber ich will in allem optimistisch bleiben. Denn: Eine motivierende Zukunftsperspektive ist ein wichtiger Glücksfaktor:

«Optimismus und Hoffnung schützen uns gegen Depression, wenn uns Schicksalsschläge treffen, sie verhelfen uns zu einer besseren Arbeitsleistung […] und schenken uns bessere körperliche Gesundheit.»
Martin Seligman, Begründer der Positiven Psychologie

Wo ist das Pony?


Ein gesunder Umgang mit der Zukunft hat mit positiven Emotionen bezüglich dem Künftigen zu tun und drückt sich in Zuversicht, Vertrauen und auch Selbstvertrauen aus.

Aber Achtung: Den Optimismus, von dem hier die Rede ist, sollten wir nicht mit positivem Denken verwechseln. Das Motto «Alles wird gut, wenn ich es mir nur genug wünsche» erscheint einem kritischen Zeitgenossen aus gutem Grunde zu einfach.

Doch auch der Realist lebt besser, wenn er mit Zuversicht auf die vor ihm liegenden Tage schaut und nicht alles Kommende bereits im Voraus mit einem düsteren Grau übertüncht.

Dazu, wie wir den Optimismus nicht verlieren, hörte ich kürzlich an einer Sitzung folgende tolle Kurzgeschichte:

Eltern von eineiigen Zwillingen machten einmal einen interessanten Test: An einem Geburtstag gaben sie ihren Kindern – eines war Pessimist, das andere Optimist – ihre Geschenke in verschiedenen Zimmern.
Das pessimistische Kind bekam das beste Spielzeug, das die Eltern finden konnten. Dem optimistischen Kind schenkten sie eine Kiste voller Pferdemist.
Voller Neugier warteten die Eltern auf die Reaktionen der Zwillinge.
Das pessimistische Kind schimpfte: Dieses Spielzeug hat eine hässliche Farbe. Damit spiele ich nicht!
Im anderen Zimmer warf das optimistische Kind den Pferdemist lachend in die Luft und rief: „Ihr könnt mich nicht reinlegen! Wenn hier so viel Mist ist, gibt es auch irgendwo ein Pony.“
Elisabeth Mittelstädt, in „Gute Woche!“

Tanke Hoffnung!
Suche nach dem Pony!

Glücksaufgabe

Meine Hoffnung hat mit meinem Glauben zu tun. Auch die Glücksforschung hat herausgefunden: Glaube macht glücklich! Unter anderem, weil im gelebten Glauben eine motivierende Zukunftsperspektive in der Hoffnung auf Gott gut begründet ist.

Was nährt deine Hoffnung?

Und hier noch einen TV-Tipp passend zur Pony-Geschichte: Aus Mist Dünger machen, Fenster zum Sonntag Talk mit Georges Morand.
(Ausstrahlung 13./14. Februar 2021 auf SRF oder online)

staunen, zweifeln, vertrauen

Es ist eine dieser unglaublichen Geschichten: Da verfolgst du ein Leben lang einen Traum, begibst dich auf kreative (Ab)Wege, damit er mindestens halbwegs in Erfüllung geht und ausgerechnet dann, wenn du nicht mehr daran glaubst und auch der letzte Funke Hoffnung in dir erloschen ist, kommt dieses Versprechen:

Da sagte der Herr: »Nächstes Jahr um diese Zeit komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau einen Sohn haben.« Sara stand im Rücken Abrahams am Zelteingang und horchte.
(Die Bibel, Genesis 18,10)

Was für eine Begegnung wird uns da geschildert?! Drei Männer (Engel?) besuchen Abraham und Sara. Der Bibelbericht lässt kein Zweifel offen, dass Abraham dies als „Besuch Gottes“ verstand.

„Wow, Gott besucht mich!“ – wenn das kein Grund zum Staunen ist.

Und tatsächlich glaube ich, dass wir auch heute noch damit rechnen dürfen, dass uns Gott, der Schöpfer des Universums, besuchen will – in zwischenmenschlichen Begegnungen, in Träumen, in Texten, in der Bibel, in Liedern, durch Eindrücke … Die Art, wie uns Gott besucht, mag so vielfältig sein wie wir Menschen es sind.

Entscheidend ist: Sind wir auch offen für diesen Besuch?

Und: Überlassen wir es Gott, wann und wie er uns besucht?
Oder muss er genau in unser Schema passen?
Unsere Erwartungen erfüllen?

Zweifeln – aber richtig

Wenn Gott uns besucht, fordert er uns häufig auch mit einer Botschaft heraus, die das Potenzial hat, unseren Alltag durcheinander zu wirbeln. Mindest bei Abraham und Sara war das so:

Die beiden waren damals schon alt, und Sara war schon lange über die Wechseljahre hinaus.
Sie lachte in sich hinein und dachte: »Jetzt, wo ich alt und verwelkt bin, soll ich noch ein Kind empfangen? Und mein Mann ist auch viel zu alt!«
(Die Bibel, Genesis 18,11+12)

Es ist herrlich, wie die verschiedenen Bibelübersetzungen in diesem Abschnitt um die richtige Worte ringen. Was Sara eigentlich sagen will: „Das geht gar nicht, bei uns ist schon längst tote Hose!“

„Wie sollen wir einem Kind das Leben schenken, wenn in uns selbst gar kein Leben mehr steckt?“

Das ist die typische ver-zweifelte Ausrede von uns Menschen, wenn Gott uns besucht: „He, Gott, was hast du dir da eigentlich gedacht? Wie soll das gehen?“

Beim Argumentieren mit Gott stehen wir genauso wie Sara auf verlorenem Posten. Denn: Wer hat das Leben erfunden? Wer ist der Spezialist wenns um den Bereich des Unmöglichen geht?
Genau, du weisst es auch.

Das Coole ist – je länger je mehr bin ich davon überzeugt, dass Gott kein Problem mit unserem Zweifel hat. Schliesslich hat er jahrtausendlange Erfahrung mit uns Menschen.

Wir dürfen mit Sara, Mose, Jona und wem auch immer zweifeln und Gott unsere Bedenken vor die Füsse legen. Er kann damit umgehen.

Vertrauen – Gott sorgt für mich

Er kann nicht  nur damit umgehen, sondern weckt in uns nicht selten eine neue Hoffnung, die uns zu einem gesunden Gottvertrauen führt.

Da sagte der Herr zu Abraham: »Warum hat Sara gelacht? Warum zweifelt sie daran, dass sie noch ein Kind gebären wird?
Ist für den Herrn irgendetwas unmöglich? Nächstes Jahr um die verabredete Zeit komme ich wieder, dann hat Sara einen Sohn.«
(Die Bibel, Genesis 18,13+14)

Dieses Vertrauen ist nicht Wissen, oft auch kein Verstehen, es bleibt ein Hoffen. Im besten Fall ist es die Gewissheit, dass Gott trotz allem und in allem für mich sorgt.

Gibt es denn immer ein Happyend, wenn wir Gott vertrauen?
Nach dem Motto:
Ist es noch nicht gut, dann ist es noch nicht das Ende?

Das Leben beweist leider immer wieder das Gegenteil.
Manche Geschichten gehen einfach nicht gut aus.
Manche Krankheit wird einfach nicht besiegt.
Manch ein Virus verschwindet nicht.

Ich wünsche dir und mir, dass wir genau wie Sara und Abraham erleben dürfen, wie noch so mancher Traum – vielleicht nach seeeehr langem Warten – in Erfüllung geht.

Und selbst wenn wir den einen oder anderen Traum begraben müssen, wünsche ich uns das Vertrauen, dass darauf hofft, dass das letzte Wort ein gutes Wort sein wird.

Wenn Jesus zu dir und mir sagen wird:
„Welcome home!“

Glücksaufgabe

Huch, das war jetzt für einmal eine Predigt im GlücksBlog – ich hoffe, ich hab dir nicht zu viel zugemutet.

Tatsächlich habe ich letzten Sonntag genau darüber gepredigt an der gms Matinée. Wenn du noch tiefer graben willst, findest du hier das Handout mit einigen weiterführenden Fragen.

Leben im Hier und Jetzt – trotz Corona

Meine Glücksdefinition enthält einerseits die Wichtigkeit des Versöhntseins mit allen Aspekten des Lebens (ShalomLeben), anderseits ist da der Dreiklang von Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft:

Glück besteht aus einem dankbaren Blick zurück,
einem genussvollen Leben im Hier und Jetzt sowie
aus einer hoffnungsvollen Perspektive für die Zukunft.
Dazu gehört ein Versöhntsein mit sich,
seinen Mitmenschen und dem Leben ganz allgemein.

Dankbarkeit ist ein so starker Glücksmotor, dass ich dies schon soweit trainiert habe, dass es mir ziemlich leicht fällt, die schönen Dinge im Leben zu sehen und dankbar für meine eigene Geschichte zu sein.

Auch das hoffnungsvolle Vorwärtsgehen, fällt mir als Visionär nicht sonderlich schwer: Ich freu mich schon heute darauf, was in Zukunft alles möglich sein wird.

Der schwierigste Teil ist für mich tatsächlich das genussvolle Leben im Hier und Jetzt. Doch, doch, ich kann geniessen und auch einfach mal sein.

Und trotzdem: Es ist eine ständige Herausforderung, nicht an den missglückten Begegnungen von gestern hängenzubleiben und darüber nachzugrübeln, warum es so gelaufen ist wie es eben ist.

Noch mehr erwische ich mich selbst dabei, Pläne für die Zukunft zu schmieden. Das ist wichtig und gut, eben auch ein Teil des Glücks.

Wer es aber nicht schafft im Hier und Jetzt zu leben, verpasst im Grunde das Leben. Denn (falls du es noch nicht gemerkt haben solltest): Das Leben findet jetzt statt!

Corona zwingt uns, jetzt zu leben

Vorausschauend zu planen, ist natürlich für jedes Unternehmen von zentraler Wichtigkeit. Wer nicht an morgen denkt, bleibt auf der Strecke.

Die letzten acht Wochen zwangen uns jedoch immer wieder, unsere Pläne anzupassen – und einfach mal abzuwarten.

Bist du gut im Warten? Ich eben nicht so sehr. Viel lieber plane ich nächste Schritte, will eine Strategie festlegen, wie wir als Kirche aus dem Lockdown aussteigen wollen. Oder will wissen, wie wir als Familie unsere Sommerferien verbringen.

Die neue Normalität hat in vielen Bereichen begonnen, in anderen gilt es weiter zu warten.

Dieses Warten soll nicht resigniert oder gar depressiv sein, sondern ein bewusstes, gestalterisches Leben im Hier und Jetzt.

Es bringt nichts, dem Gestern nachzutrauern, als noch alles anders war. Und ebenso wenig macht es Sinn, dauernd in sich ständig ändernden Zukunftsszenarien zu denken.

Das Leben findet jetzt statt – mit oder ohne Corona!

  • Was ist jetzt möglich?
  • Wie kann ich jetzt geniessen?
  • An was freue ich mich gerade?
  • Wem könnte ich einen GlücksMoment bescheren?

Warten auf das Paradies

Als wir an der letzten online gms Matinée das Lied „Oh, wie wird das sii“ sangen, wurde mir wieder einmal bewusst: Im Grunde sind wir für die Ewigkeit geschaffen.

Wie passt das zu einem genussvollen Leben im Hier und Jetzt? Im GlücksBuch habe ich dazu folgendes geschrieben:

Während nichtreligiöse Menschen in der Regel so leben, als gäbe es nur das Leben in der Diesseitigkeit, erliegen religiöse Menschen immer wieder der Versuchung, das Glück auf ein jenseitiges Paradies zu vertagen.

Das führt dazu, dass die einen meinen, sie müssten in 70, 80 oder 90 Lebensjahren alles erlebt haben, was diese Welt zu bieten hat – «Schließlich lebt man nur einmal!».

Die anderen wiederum warten ein Leben lang auf das Paradies und vertrösten sich bei allen leidvollen Erfahrungen auf das Glück in der Ewigkeit. Natürlich hilft die christliche Auferstehungshoffnung dem Gläubigen, manch schwere Stunde des Lebens geduldiger zu (er)tragen. Doch wenn dies dazu führt, dass wir uns dem genussvollen Leben verschließen, verpassen wir einen wichtigen Aspekt des Daseins.

Eine Glückskonzeption, die sich auf den christlichen Glauben stützt, bietet hier eine große Chance: Eine einzigartige Verbindung von hoffnungsvoller Jenseitsperspektive (Das irdische Leben ist noch nicht alles!) und genussvoller Diesseitserfahrung (Ich darf bereits jetzt die Freuden des Lebens genießen!).

Lebe jetzt! Freu dich daran, dass das irdische Leben noch nicht alles ist!

Glücksaufgabe

Investiere in dein Glück! Frag dich beispielsweise, welcher Teil des Dreiklangs Vergangenheit- Gegenwart- Zukunft dir am besten gelingt. Und wie könntest du in den anderen Bereichen stärker werden?

Und: Glück finden – hier und jetzt ist während der Corona-Zeit und darüber hinaus möglich. Wertvolle Anregungen dazu findest du in meinem GlücksBuch. Gerne schicke ich es dir während der Corona-Krise portofrei zu und ab 2 Buchbestellungen geb ich dir noch 10 % Rabatt obendrauf.

Ist das jetzt das Ende? Oder erst der Anfang?

Es wird schon zum Ritual: Gespannt wartet man – daheim natürlich – vor den Bildschirmen auf die Medienkonferenz des Bundesrates, um zu hören, was uns als Nächstes erwartet.

In Zeiten, in der TV-Sendungen längst den Status „Lagerfeuer der Nation“ verloren haben, gelingt es Bundesräten und Chefbeamten zu gern gesehenen Helden des Volkes zu werden. Tatsächlich bin auch ich stolz auf unsere Verantwortungsträger und bin sehr dankbar, nicht der Laune eines notorischen Lügners ausgesetzt zu sein.

Jetzt haben wir also Gewissheit: Der Bundesrat plant den Ausstieg. Ist das der Anfang einer neuen Normalität, wie es einige nennen? An diesen Gedanken möchte ich mich nicht gewöhnen! Es soll normal werden, dass wir auf Nähe, Umarmungen und Gartenfestli verzichten? Nein, eine solche Normalität soll die Ausnahme bleiben und nicht zur Norm werden.

Doch eines wurde auch klar: Ein schnelles Ende gibt es nicht, Corona wird uns noch lange begleiten. Das zeigt schon nur ein Blick in meine Agenda, die bis zum Spätsommer gravierende Veränderungen aufweist.

Hoffnungsvoll unterwegs

„Mir wäre egal, wenn die Kids erst wieder nach den langen Sommerferien in die Schule könnten, Hauptsache wir haben bald eine Perspektive“, meinte diese Woche ein Mami.

Natürlich gibt es auch viele andere Stimmen von Eltern, die nicht verstehen, warum die Kinder nicht schon nächsten Montag wieder zur Schule können. Doch im Grundsatz glaube ich, geht es vielen von uns genau so: Die Ungewissheit nagt sehr stark an uns. Wenn wir eine Perspektive haben, selbst wenn es nur ein langsamer Ausstieg aus der Isolation ist, gibt Hoffnung, macht Mut.

Nun gibt es eine solche Perspektive. Und das ist gut so.

Trotzdem wird uns die Ungewissheit bei diesem fiesen Virus noch lange begleiten. Zu vieles scheint unberechenbar, unkontrollierbar.

Warten ohne Hoffen ist die Hölle.

So lese ich es in der NZZ am Sonntag vom Ostersonntag.

Die Hoffnung ist eine unheimlich starke Kraft. Hoffen, optimistisch in die Zukunft zu blicken, ist sogar eine Glücksaktivität.

Unser Hoffen muss dabei aber immer auch mehr sein als ein zwanghaftes positives Denken. Es geht nicht darum, Dinge schön zu reden, die beim besten Willen nicht schön sind.

Es wird nicht einfach alles gut nach Corona!

Nein, leider nicht. Es hat bereits viel, in einigen Ländern sehr viele, Tote gegeben. Und noch mehr wird es „wirtschaftliche Leichen“ geben. Auch da bin ich dankbar, darf ich in einem Land mit so guten Einrichtungen und Sozialleistungen leben und bin nicht einer von Millionen Amerikanern, die jetzt vor dem Nichts stehen.

Schmerz und Leid werden vermutlich in den nächsten Wochen noch zunehmen. Doch meine Hoffnung geht über diese Zeit hinaus:

Es kommt der Tag, da spielen Kinder wieder fröhlich auf dem Schulhof zusammen!

Es kommt der Tag, da wird in unseren Gärten wieder laut gelacht, Gemeinschaft genossen und das Leben gefeiert.

Es kommt der Tag, da werden unsere Söhne (und Töchter) wieder stolz ihre Teamtrikots tragen und dem runden Leder hinterherjagen.

Es kommt der Tag, da werden wir Sitzungen wieder mit Menschen satt mit Maschinen abhalten.

Eine Hoffnung, die mich trägt

Und selbst wenn ich dies alles nicht mehr erleben dürfte, lebt in mir eine Hoffnung, die grösser ist als all das.

Oder wie es unsere Tochter allen Nachbarn in einem Osterpräsent geschrieben hatte: „Egal was auf unserer Welt gerade los ist – Ostern ist grösser!“.
(By the way: Man fragt sich ja als Eltern immer, ob man in der Erziehung auch etwas richtig gemacht hat. Solche Momente, wenn du merkst, dass deine Tochter in völliger Eigeninitiative eine solche Botschaft weitergibt, macht einem da sehr versöhnt …)

Durch Ostern erscheint alles in einem anderen Licht. Unsere Hoffnung hat einen Namen und ist begründet: Das Leid hat nicht das letzte Wort, das Leben hat über den Tod triumphiert.

Im christlichen Glauben wird das vermeintliche Ende zum Anfang. Und das gibt mir Mut und Hoffnung.

Mit dem Glauben an die leibliche Auferstehung, Höhepunkt von Ostern, behauptet das Christentum: Die Sehnsucht nach wahrer Liebe und Gerechtigkeit ist kein Hirngespinst. So, wie der körperliche Durst darauf hindeutet, dass es Wasser gibt, um diesen Durst zu löschen, so deutet der seelische Durst nach wahrer Liebe und Gerechtigkeit darauf hin, dass diese existieren.

So hast es Giuseppe Gracia in der Osterausgabe der NZZ am Sonntag treffend geschrieben.

Glücksaufgabe

Auf was freust du dich jetzt schon, wenn der Lockdown zu Ende ist? (Wäre es womöglich gut, wenn du dir jetzt schon versprichst, genau dafür dann auch wirklich Zeit und Raum zu schaffen?)

Welche Hoffnung trägt dich durchs Leben?

Liebe in Mitten von Schutt und Asche

Man bleibt ja in den Sozialen Medien immer mal wieder an einem Video-Clip hängen. Einige bescheren einem einen kurzen witzigen Moment, anderen treiben einem Tränen in die Augen.

Und ganz viele weitere sind nicht mehr als Zeitfresser und halten uns von Begegnungen in der wirklichen Welt oder von unserer Arbeit ab.

Dieser Clip hier hat mich einerseits berührt und anderseits macht er mich irgendwie auch traurig. Schau selbst in den kurzen Clip, der unseren Umgang mit emotionalen Wunden beschreibt:


Hätte der Clip einen anderen Schluss, könnte er uns an die Karfreitags-Botschaft erinnern.

Natürlich würden ganz viele Menschen mit Haustieren bestätigen, dass ihr Hund oder ihre Katze ihnen auf wundersame Art helfen, mit emotionalen Verletzungen umzugehen.

Trotzdem macht mich der Clip traurig, vielleicht weil er mich daran erinnert, was ich auch sonst als Tendenz beobachte: Es gibt so viele super Aktionen und Aktivitäten, vom Happy Café über Kurse zur Steigerung der Lebensfreude bis zum von der UNO-Hauptversammlung 2012 eingeführten Weltglückstag, um daran zu erinnern, dass es ein Wohlergehen gibt, das über den materiellen Wohlstand hinausgeht.

Ich freu mich aufrichtig an diesen guten Aktionen. Und gleichzeitig werde ich traurig, wenn wir dabei in die Selbstoptimierungs-Falle tappen und der materiellen Leistungsgesellschaft mit einer, nennen wir es einmal emotionalen Leistungsgesellschaft entgegentreten wollen.

Ich will unbedingt mehr Mitmenschlichkeit, Liebe statt Eifersucht, Freude statt Angst, Hoffnung statt Resignation, Gemeinschaft statt Egoismus.

Ich glaube, dass wir Glück für uns und unsere Mitmenschen finden können. Und ich weiss, dass wir ganz viel zu unserer eigenen Lebenszufriedenheit und emotionalen Gesundheit beitragen können – natürlich, sonst hätte ich ja auch nicht ein Buch darüber geschrieben.

Doch, was ich in meinem Buch auch nicht verheimliche: Ich bin zutiefst überzeugt, dass unsere Seele nach einem göttlichen Gegenüber verlangt. Eine Liebe, Hoffnung, Versöhnung, Gnade, die nicht von Menschenhand gemacht sind.

Der Mensch kann viel – aber er ist nicht fähig, dieses Vakuum der Seele zu stillen. Weil all unsere Versuche nach Selbstoptimeriung, vollkommener Liebe, reiner Mitmenschlichkeit und grenzenlosem Versöhntsein ab einem gewissen Punkt ins Leere laufen werden. Scheitern vorprogrammiert.

Der Brand von Notre Dame als Erinnerung

Schutt und Asche – und Mitten drin das leuchtende Kreuz. Was für eine Erinnerung in dieser Karwoche.

Notre Dame mag abbrennen, aber das Symbol der göttlichen Liebe steht nach wie vor.

Unser Versuch, mehr Liebe und Hoffnung in diese Welt zu bringen, mag grandios scheitern, aber seine Liebe bleibt bestehen und zählt ganz persönlich für uns.

Das Projekt „World Peace“ ist einige Schuhnummern zu gross für uns. Ein friedliches Zusammenleben aller Menschen kann nicht funktionieren. Wie auch, wenn wir es nicht mal schaffen, mit uns selbst in Frieden zu leben? Geschweige denn mit unseren Nächsten, dem Fremden – allen?!

Darum brauchen wir bei allen guten Versuchen zu mehr Wohlbefinden, Mitmenschlichkeit, Lebensfreude und Zufriedenheit diesen göttlichen Frieden, den die Bibel Shalom nennt, der möglich wird, weil nicht wir ihn erschaffen müssen, sondern weil er uns geschenkt ist!

Das ist Karfreitag: In Jesus ging Gott selbst den Weg, den wir trotz gutgemeinten Bemühungen nicht schaffen können. Er nahm die „schwarzen Flecken“ von uns, unseren Mitmenschen und von der ganzen Welt auf sich – damit wir in Frieden leben können.

Glücksaufgabe

Karfreitag und Ostern sind wunderbare Feiertage – paar Tage frei, Zeit für Familie, Frühlingssonne geniessen … Wunderbar!

Und was machen wir mit dem göttlichen Friedensangebot? Nutz doch die freie Zeit auch, um darüber nachzudenken, ob du auf deiner Reise zu mehr Lebenszufriedenheit ganz alleine auf dich setzt oder ob du mit mir einig gehst, dass unsere Seele auf dieses göttliche Gegenüber angewiesen ist.

Vielleicht hilft dir dieser Clip dabei – es ist nicht unser Haustier, das die „schwarzen Flecken“ der Welt tragen kann:

 

 

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Bereits stehen wir in der Nachspielzeit. Für ein Weiterkommen benötigt der aktuelle Weltmeister einen Sieg. Doch während über 90 Spielminuten will den Deutschen trotz mehr Ballbesitz und hochkarätigen Chancen kein Treffer glücken.

Plötzlich steht es sogar 0:1, kurz später gar 0:2. Jetzt fehlen den deutschen Fussballprofis 3 Tore.

Und Spielzeit bleibt im Prinzip keine mehr – schliesslich steht das Spiel bereits in der 6. Nachspielminute. Trotzdem stürmen Hummels, Müller und sogar der Torwart Neuer Richtung gegnerischen Strafraum, als ob sie um ihr Leben rennen würden.

Wenn wir sagen „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, meinen wir dann solche Situationen? Eine Hoffnung, die eigentlich völlig utopisch ist und jeder reellen Einschätzung der Sachlage entbehrt?

Langezeit ging es mir bei dieser Redewendung so. Es kam mir vor, als würde man die, die nach diesem Motto lebten, als naive Träumer belächeln.

„Warte nur, bis dich die Realität einholt!“
„Die Facts sprechen gegen dich, aber hoffen kannst du ja schon …“
„Du kannst schon auf glückliche Umstände hoffen, aber …“

Die Kraft der Hoffnung entdecken

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ist jedoch kein billiges „Sich-Mut-zusprechen“ in ausweglosen Situationen. Klar gibt es auch diese Momente, in denen uns eigentlich nur noch ein Wunder helfen kann – und manchmal fallen sie tatsächlich, diese Tore in der Nachspielzeit, die über Sein oder Nicht-Sein entscheiden.

Doch ich frage dich heute: Was, wenn wir die Kraft der Hoffnung ganz allgemein in unserem Alltag entdecken würden?

Hoffnung ist ein Glücksfaktor! Und: Optimistisch in die Zukunft gehen, ist eine der 16 Glücksaktivitäten.

Es ist der Optimismus oder eben die Hoffnung, die in uns ungeahnte Kräfte freisetzen und uns die Gegenwart mit einem neuen Motivationsschub gestalten lassen.

In den Worten von Erich Fromm:

Wenn das Leben keine Vision hat,
nach der man sich sehnt,
die man verwirklichen möchte,
dann gibt es auch kein Motiv,
sich anzustrengen.

Vision ist ein optimistischer Blick auf die Zukunft. Ein Bild, das mit Hoffnung gefüllt ist.

Eine Sehnsucht,
die uns beflügelt,
die uns am Morgen aus dem Bett reisst,
die uns zu Höchstleistungen treibt,
die unsere Leidenschaft weckt,
die aus unserem Job eine Berufung macht.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ ist nicht ein Lebensmotto für naive Träumer. Es betrifft uns alle – bodenständige Realisten und verrückte Visionäre: Hoffnung haben, heisst leben!

Wenn die Hoffnung stirbt, sind wir innerlich tot.
Wenn die Hoffnung stirbt, haben wir innerlich gekündigt.
Wenn die Hoffnung stirbt, sind Sehnsucht und Leidenschaft von uns gewichen.

Du magst am Boden liegen,
dein Leben ist ein reines Chaos,
deine Firma ist Konkurs,
deine Partnerschaft kriselt,
deine Kinder wollen nichts mehr von dir wissen,
aber solange Hoffnung in dir lebt, bist du nicht geschlagen!

Hoffen heisst leben!

Glücksaufgabe

Hoffe nicht nur auf einen Treffer in der Nachspielzeit! Frag dich bereits in der regulären Spielzeit, was die Hoffnung in deinem Leben ist.
Worauf setzt du?
Was willst du nicht aufgeben, selbst wenn alles andere zerbricht?
Welche Sehnsucht ist es, die dir zeigt, dass du lebst?

Meine grösste Hoffnung ist, dass Gott mit meinem und deinem Leben zum Ziel kommen wird. Ein Ziel, das über dieses gegenwärtige Leben hinausgeht und die Unvollkommenheit, die Not und das Leid dieser Welt hinter sich lassen wird.

#thebestisyettocome? Wie wird 2017?

Erfahrungen sind Maßarbeit. Sie passen nur dem, der sie macht.
Oscar Wilde

Einer meiner Facebook-Freunde hat #thebestisyettocome als (christliches) Unwort des Jahres vorgeschlagen. Dies war zwar mehr ironisch gemeint, hat mich aber trotzdem zum Nachdenken bewegt.

Was erwarte ich vom neuen Jahr? Was erwarte ich überhaupt von der vor mir liegenden Zeit?

Könnte es auch sein, dass die beste Zeit meines Lebens bereits hinter mir liegt? Das hoffe ich selbstverständlich nicht. Auch wenn ich in meinem Leben schon sehr viel Tolles, Motivierendes und Schönes erleben durfte – es dürfte in Zukunft durchaus noch mehr davon geben. Und ja, da sind auch noch grosse unerfüllte Träume.

Aber hilft es, wenn wir einfach den Hashtag #thebestisyettocome (also: Das Beste kommt erst noch) in die (socialmedia) Welt hinausposaunen?

Solcher herbeibeschworener Zukunftsoptimismus gibt es in der unterschiedlichsten Färbung:

  • Positives Denken will uns weis machen, dass wir alles erreichen können, was wir uns auch (aus)denken können.
  • Von Motivationsgurus werde ich unter dem Stichwort „So wird 20XX Ihr bestes Jahr“ zu jedem Jahreswechsel mit Seminar- und Workshopeinladungen eingedeckt.
  • Und eben auch in religiösen Kreisen kursiert diese #thebestisyettocome Haltung in der ganz eigenen Färbung: Wenn du Gott das Grosse wirklich von ganzem Herzen zutraust, wird es auch geschehen!

Entweder haben unsere Vorfahren etwas falsch gemacht oder #thebestisyettocome ist durchaus auch etwas kritisch zu sehen.

Jedenfalls sehe ich sowohl in der Geschichte (schon nur ein Blick in die Bibel reicht) als auch in meinem gegenwärtigen Umfeld viele geknickte Biographien. Das Leben verläuft einfach nicht am Schnürchen – und: es wird nicht einfach immer besser! Sorry, ich würde es auch gerne glauben.

Noch schlimmer: Inzwischen glaube ich auch nicht mehr an eine Art Zauberformel – egal welcher Färbung.

  • Auch mit dem grössten Glauben geschehen nicht alle gewünschten Wunder.
  • Noch so viel positive Visualisierung schützt nicht vor einem Schiffbruch.
  • Die ewige Selbstoptimierung wird uns nicht zu vollkommenen, stets erfolgreichen Menschen machen.

Ich glaube, dass das Leben individueller und viel komplexer ist. Wie es Oscar Wilde im obigen Zitat ausdrückt: Erfahrungen sind Massarbeit – meine Erfahrung passt zu mir, es ist meine persönliche, individuelle Geschichte. Und ich habe kein Recht, aus meiner Erfahrung 1 zu 1 auf das Leben anderer zu schliessen. Was bei mir gepasst hat, muss nicht unbedingt bei dir passen.

Nun, wie gehen wir also ins neue Jahr, überhaupt in die Zukunft? Statt #thebestisyettocome in eine pessimistische Haltung verfallen und in den allgemeinen depressiven Chor einstimmen: Es wird immer schlimmer und jetzt wird noch einer wie Donald Trump der mächtigste Mensch der Welt?

Natürlich nicht! Aber statt billige Rezepte wünsche ich mir eine tragfähige Hoffnung. Und statt das Beste immer in die Zukunft zu verbannen, möchte ich lernen, jedem einzelnen Tag die Chance geben, der beste Tag (für heute) zu sein. Im Hier und Jetzt leben und glücklich werden, bewusst schätzen und gestalten, was mir anvertraut ist.

Und was die Hoffnung angeht: In mir lebt tatsächlich diese Hoffnung, dass die Geschichte letztendlich ein gutes Ende nehmen wird. Ich glaube daran, dass Gott seine Versprechen hält und eines Tages dem Unvollkommenen ein Ende setzen wird.

In dem Sinn: #thebestisyettocome stimmt für mich tatsächlich, aber wohl nicht im 2017 – und nicht durch mein positives Denken, nicht durch meinen Glauben oder meine Selbstoptimierung. Sondern weil über allem Chaos ein gnädiger Gott ist, der ein Happyend für uns bereit hält.

 

Im GlücksBlog schreibe ich zu den fünf Bereichen, die zu einem Leben in Zufriedenheit gehören. Diese Woche geht es um den Bereich Bewusste Selbstführung.

Erzähl mir deine Story

Hoffnung ist die Zuversicht, dass die Geschichte ein Ziel hat und dass Gott die Fäden in der Hand hält!
Gordon MacDonald

Seit meiner Kindheit organisiere ich Anlässe: Von Zeit zu Zeit baute ich damals mein Kinderzimmer zu einem „Opel Showroom“ um, gestaltete Einladungen zu dieser Ausstellung, sogar an eine (wohl alkoholfreie) Mini-Bar dachte ich. Die Idee war sehr clever: Ich lud meine ganze Verwandschaft ein und vertickte ihnen Werbeartikel, die ich vorher geschenkt bekam.

Noch vor meiner Volljährigkeit organisierte ich mein erstes Konzert: Für die Verträge mussten noch meine Eltern haften …

Seither folgten unzählige Veranstaltungen, die ich organisieren, moderieren oder sonstwie mitgestalten durfte. Natürlich waren auch etliche Flops dabei – Ideen konnten nicht realisiert werden, Anlässe wurden abgesagt. In besonderer Erinnerung bleiben mir die „ganz grossen Geschichten“, wie z.B. der Anlass, als ich zusammen mit meiner Frau in einer Grossgruppe mit Hunderten von Teilnehmenden ein erlebnispädagogisches generationenübergreifendes Programm moderieren durfte.

Ich gebe zu, dass ich ein Zahlenmensch bin. Ich lasse mich immer noch von grossen Zahlen beeindrucken – obwohl ich inzwischen gelernt habe, dass die Grösse eines Anlasses noch nicht viel über dessen (inhaltliche) Qualität aussagt. Wichtig ist mir nämlich bei allem Organisieren, dass an Veranstaltungen Menschen berührt, bewegt, herausgefordert, motiviert und auf ihrer Lebensreise weitergebracht werden.

Und dass kann genauso gut an einem kleinen, unscheinbaren Anlass geschehen. Oder manchmal geschieht es nicht einmal an der Veranstaltung selbst: Einmal erzählte mir eine Person, die an diesem bestimmten Anlass gar nicht dabei war, sie hätte später mein Referat online nachgehört – und höre es seither regelmässig beim Putzen, weil es sie so motiviert …

Seit zwei Jahren habe ich einen neuen Lieblingsanlass. Er ist – zahlenmässig – gar nicht gross, aber die Qualität der Begegnungen ist so hoch, dass ich total fasziniert bin davon. Monat für Monat lade ich eine Person ein, in einem Talk ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Die spannenden Geschichten sind das Eine, das Ambiente das Andere: Gemütliche Bistroatmosphäre, „Chäs, Brot, Wy“ zum Geniessen, tolle Musik, eine kleine Weinkunde vom Profi … Das macht mir und den 20 bis 25 Gästen viel Freude – Tiefgang in lockerer Atmosphäre.

Nach bald 20 solcher Abenden ist ein grosser Reichtum an unterschiedlichen Geschichten zusammengekommen – und jede Geschichte ist einzigartig. Die Abende nennen wir Chäs, Brot, Wy – u mini Gschicht mit Gott. Ja, bei all meinen Talk-Gästen spielt Gott eine Rolle – bei einigen mehr, bei anderen weniger. Die Geschichte mit Gott ist manchmal geprägt von Zweifeln und bei anderen ist es einfach eine „happy Story“, weil Gott dem Leben genau im richtigen Moment eine positive Wendung gegeben hat.

Von den Besuchenden hätte ich noch nie gehört: „Diese Geschichte war jetzt nicht spannend.“ Wie jede Geschichte anders ist, ist auch jeder Abend anderes. Aber berührend, spannend und Horizont erweiternd finde ich jeden dieser Abende.

Das Interessante dabei: Für die Talk-Gäste ist das nicht selbstverständlich so. Häufig erhalte ich auf meine Anfrage die Antwort: „Wenn du findest, meine Geschichte ist spannend, dann …“ Scheinbar finden viele Menschen ihre Geschichte gar nicht so speziell – obwohl doch jeder Mensch mit seinen Erfahrungen etwas Einmaliges ist.

Persönlich werde ich durch die Abende zu mehr Gelassenheit und Gottvertrauen ermutigt. Ganz im Sinn vom obigen Zitat.

Und Sie: Finden Sie Ihre Geschichte spannend? Und: Was ist Ihre Hoffnung?

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Selbst

 

 Bald feiern mein Glücksbuch und ich den ersten Jahrestag. Ich freue mich an den Feedbacks, die mich immer noch erreichen.

Hier zwei aktuelle Beispiele:

„Deine simple, ungezwungene und sympathische Art hat es mir leicht gemacht, mich durch die Zeilen zu lesen. Dein Motto ‚Liebe schenken – Hoffnung verbreiten – Glaube leben‘ bringst du ohne Umschweife und unaufdringlich auf den Punkt, gefällt mir sehr.“
Rosario Fazio, Schulhauswart und Mitbegründer der Metalchurch

„Dein Buch ist ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen und lesen sollte. Weil das Gesagte einem gut tut und es sich lohnt und lohnen wird, sich im Leben daran zu halten. Und dafür danke ich Dir! Da hast Du etwas sehr Wertvolles geschaffen.“
Dr. Peter Kreienbühl, Chiropraktiker

Diesen Herbst gibt’s eine kleine GlücksTour:

Gott ist grösser

Schau nicht auf die Grösse deiner Probleme.
Erzähl deinen Problemen von der Grösse deines Gottes.

Dr. Robi Sonderegger

Konferenzen wie diese faszinieren mich: Hohe Professionalität – auf und neben der Bühne, Top-Speaker, tausende Leute, gute Stimmung, ansprechende Musik, jede Menge witzige, spannende und tiefgründige Storys, gute Begegnungen in den Pausen … – einfach alles, was es braucht, um für einige Tage aus dem Alltag gerissen zu werden.

Und alles ist so viel grösser als im Alltag. Wenn das Hallenstadion für zwei Tage zur grössten Kirche der Schweiz wird und du dort mit 7’000 anderen Menschen lachst, weinst, singst, gebannt zuhörst und dich berühren lässt, dann hat das schon was an sich.

Selbst Gott scheint da plötzlich grösser zu sein als im Alltag. „Das kann gar nicht sein!“ protestiert da der Theologe in mir. „Gott ist nicht mal grösser und mal kleiner. Gott ist Gott. Er ist gestern, heute und morgen der gleiche. Gott ist derselbe im Hallenstadion und daheim!“

Das stimmt natürlich. Doch was ebenso stimmt: An solchen Konferenzen wird die Grösse Gottes oftmals stärker sichtbar als im gewöhnlichen Alltag. Ich werde auf vielfältige Weise an die Grösse meines Gottes erinnert: In der Herzlichkeit meines Gegenübers, in den Storys der Speaker, in der Musik, die direkt zu meinem Herzen spricht und auch in der Tatsache, dass ich an solchen Konferenzen vor Augen geführt bekomme: Gott schreibt Geschichte mit ganz normalen Menschen, die – wie ich – durch viele Aufs und Abs gehen.

An solchen Konferenzen feiern wir die Grösse Gottes, freuen uns über die Storys, die Menschen mit ihm erleben. Geschrieben aber werden diese Storys im gewöhnlichen Alltag!

Vielleicht scheint Gott an solchen Konferenzen grösser, weil wir uns mit tausenden anderen daran erinnern, wie gross dieser Gott ist, der im Alltag Schritt für Schritt mit uns vorwärts geht.

Das ist es auch, was mich an der diesjährigen icf conference begeistert hat: Ob der Amerikaner Matthew Barnett mit seinem Dream Center in Kalifornien, Leo Bigger mit der 20jährigen icf Geschichte oder der Asiate Tan Seow How, der sowohl eine Megachurch als auch ein Millionen-Unternehmen führt, – sie alle sind bestimmt aussergewöhnliche Persönlichkeiten, aber vor allem sind sie Tag für Tag mit einem aussergewöhnlichen Gott an ihrer Seite unterwegs, der zu allererst im gewöhnlichen Alltag Geschichte mit ihnen schreibt – und nicht auf der grossen Bühne.

Die Message der Konferenz war eigentlich simpel: Gott ist gross, er ist grösser als deine Probleme und vor uns liegt „Wide open Space“ (Konferenzthema). Für die meisten von uns wird diese Weite und der offene Gestaltungsraum weder mit einem Millionen-Unternehmen noch mit einer Megachurch zu tun haben. Doch: Wenn wir ein Ja dazu haben, wie uns der Schöpfer geschaffen hat, sind wir im Grunde alles aussergewöhnliche Persönlichkeiten. Und Gott wird mit jedem von uns, seine einzigartige Geschichte schreiben.

Im Alltag bleibt die Herausforderung, unseren Problemen immer wieder von der Grösse unseres Gottes zu erzählen. Die Probleme sind dann nicht automatisch weg. Doch statt auf das Problem fokussiere ich mich auf meinen Gott, der mich an meiner Seite mitten durchs Problem begleitet und so Schritt für Schritt Geschichte mit mir schreibt.

 

Weitere Artikel zur icf conference: Du bist richtigDarf Kirche Spass machen?
Und hier geht’s zum Highlightvideo der Konferenz.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=r_vU8ao0Br8[/youtube]

  Weitere Inspiration zur persönlichen Lebensgestaltung finden Sie in meinem Glücksbuch!

Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität