leisten vs. beschenken lassen

Die wirklich wichtigen Dinge im Leben kann man sich weder kaufen noch erarbeiten. Man muss sie sich schenken lassen.

Was ich heute über diesen Kanal teilen will, sind nicht einfach philosophische Gedanken zum Theme Leben in Balance, es sind meine persönlichen Erfahrungen.

Hier also „mini Gschicht“:

Als Kind habe ich schnell begriffen, wie diese Welt funktioniert: Willst du jemand sein, musst du Aussergewöhnliches leisten. In der Schule schaute ich zu den „Grossen“ hinauf und dachte: Wenn ich dann in der Oberstufe bin, dann bin ich jemand – wenn ich dann in der 9. Klasse, in der Lehre, in der RS, verheiratet bin…

Mir wurde die Welt mit einer Pyramide erklärt: Unten das „Fussvolk“, oben, wo es nur wenig Platz hat, die Erfolgreichen. Ich wollte nicht zum Fussvolk gehören. Also habe auch ich mich über Leistung und Erfolg definiert.

Inzwischen hat Jesus meine Pyramide umgedreht. Gott wurde Mensch um uns Menschen zu sagen: Es geht nicht um Leistung – bei mir bist du jemand, bist du wertvoll auch ohne aussergewöhnliche Taten. Heute muss ich mir und meinen Mitmenschen nichts mehr beweisen, muss nicht perfekt sein. Ich bin schon „gross“, weil Gott mich liebt und mich gewollt hat.

Ich leiste immer noch gerne – doch mein Wert macht nicht mehr meine Leistung aus!

Jesus hat mein Leben umgedreht. Er hat meine Lebenspyramide gedreht. Vorher war das Leben für mich ein Wettbewerb. Nur die Besten können gewinnen. Darum zählte nur die Leistung.

Heute weiss ich, dass ich mir das wirklich Wichtige nicht „erleisten“ oder kaufen kann. Jesus hat mich vom Leistungsdenken befreit und mich mit Liebe und Hoffnung beschenkt.
Erfüllung ist mir heute wichtiger als Erfolg.

Viele Kinder (auch erwachsene Kinder) erhoffen sich, durch ihre Leistungen die Anerkennung ihrer Väter zu gewinnen. Und viele Menschen versuchen mit ihrem Leben „Gott + die Welt“ zu beeindrucken. Was für ein Stress… Der himmlische Vater wartet mit offenen Armen auf uns! Er liebt uns sowieso, ihn können und müssen wir nicht beeindrucken.

Sind wir bereit, uns beschenken zu lassen?

Wie gelingt das Leben?

Das Tragische ist, dass viele Leute ihre Sommerferien besser planen als ihr Leben!

Um was geht es im Leben? Was ist das Ziel des Lebens? Wie kann unser Dasein gelingen?

Mir helfen folgende drei „Regeln“:

  1. Ich bin kein Hamster
    Das Hamsterrad ist für den Hamster gemacht, nicht für den Menschen. Trotzdem leben viele Zeitgenossen als Gefangene in einem solchen Hamsterrad.
    Das Hamsterrad steht für viel Anstrengung und wenig Erfüllung. Wir „chrampfen“, vielleicht sogar immer härter, müssen all die Dinge am Laufen halten und kommen doch nicht voran. Das Hamsterrad hat viel mit Leistung und Geschäftigkeit zu tun. Doch: Ein erfülltes Leben gibts nicht durch immer härtere Arbeit und grössere Leistungen.
    Es ist ein Paradox, das wir Leistungstypen kaum glauben können: Für ein erfülltes Dasein ist ein starkes Herz wichtiger als starke Arme und Beine!
    Mag sein, dass der Hamster Freude am Hamsterrad hat – aber Sie sind kein Hamster!
  2. Ich bin achtsam
    König Salomo hat in seinen Weisheitssprüchen geschrieben: „Achte auf deine Gedanken und Gefühle, denn sie beeinflussen dein ganzes Leben!“
    Es ist keine Kunst zu sehen, was alle sehen: das grosse Haus, schöne Figur, der berufliche Aufstieg…
    Doch die Kunst der Achtsamkeit hat damit zu tun, das zu sehen, was nicht direkt vor unserer Nase ist: es geht um den Blick in unser Herz, in unsere Gefühlswelt, in unser Denken.
    Die Kunst der Achtsamkeit wird uns helfen, zu erkennen, was in und um uns herum geschieht. Wenn wir uns und unser Umfeld wahrnehmen, können wir das Leben bewusst gestalten und leben nicht in einem ungesunden Alltagstrott.
    Wenn ich mich gut kenne, bin ich einem erfüllten Leben in gesunder Balance einen grossen Schritt näher gekommen.
  3. Ich bin fokussiert
    „Für ein erfolgreiches Zeitmanagement ist der Kompass wichtiger als die Uhr.“ (Stephen Covey)
    Die Uhr liefert Zahlen – der Kompass zeigt die Richtung. Lieber langsam aufs richtige Ziel zu als in voller Geschwindigkeit in die Sackgasse rennen.
    Ich habe viele Ideen und kann mich für verschiedene Projekte begeistern. Meistens will ich zu viel auf einmal…
    Darum muss ich mir immer wieder sagen, dass ich fokussiert leben will.
    Haben Sie Ihren Lebenskompass bereits gestellt? Wissen Sie, was Sie in Ihrem Leben erreichen wollen?

Wie viel Routine ist gesund?

Manche leben mit einer so erstaunlichen Routine,
daß es schwerfällt zu glauben,
sie lebten zum ersten Mal.

Stanislaw Jerzy Lec
polnischer Satiriker
1909 – 1966

Dieses Zitat hab ich heute in „Tikis Lichtblick“ gelesen und war sofort begeistert davon.

Was macht unser Leben aufregend, abwechslungsreich, spannend – und letztendlich auch lebenswert?

Ich brauche Aufgaben, die mich herausfordern und mein Bestes abverlangen. Momente, in die ich meine ganze Energie, meine Stärken und Motivation fokussiert investieren kann.

In manchen Situationen kann Routine eine hilfe sein. Zu viel Routine tötet aber das Leben in uns.

  • Zu viel Routine kann die Leidenschaft in einer Partnerschaft erlöschen.
  • Die Arbeit, die nur aus Routine besteht, hindert uns, lustvoll Neues zu wagen – Kreativität, Weiterentwicklung und Wachstum werden gebremst.
  • Für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung sind Rituale sehr wertvoll. Doch wer nicht zu neuen Horizonten aufbricht, wird nichts Neues entdecken und bleibt in seiner Entwicklung stecken.
  • Routine macht uns in Beziehungen berechenbar. Das Überraschende kann belebend wirken.
  • Selbst so etwas Rituelles wie die Spiritualität kann nicht bloss von Routine leben. Ein wacher Glaube lebt sowohl von Routine als auch neu Entdeckungen und Experimenten.

Um nicht in einen Alltagstrott zu fallen, hilft es, wenn wir regelmässig unsere Flow-Erfahrungen machen – bei der Arbeit, in Beziehungen und mit der Familie.

Alles hat seine Zeit

Wir meinen manchmal, die Welt bricht zusammen, wenn wir nicht ständig auf Trab sind. Doch in Wirklichkeit bricht unsere Welt zusammen, weil wir ständig auf Trab sind.

Jedes Ereignis, alles auf der Welt hat seine Zeit:
Geborenwerden und Sterben,
Pflanzen und Ausreißen,
Töten und Heilen,
Niederreißen und Aufbauen,
Weinen und Lachen,
Klagen und Tanzen,
Steinewerfen und Steinesammeln,
Umarmen und Loslassen,
Suchen und Finden,
Aufbewahren und Wegwerfen,
Zerreißen und Zusammennähen,
Reden und Schweigen,
Lieben und Hassen,
Krieg und Frieden.
(
Die Bibel, Prediger 3,1-8)

Der Text kann erschrecken – und an einem solch schönen Sommertag wie heute würden wir vielleicht lieber einfach nur vom Schönen + Guten reden. Doch hier geht’s um Leben pur – und das ist halt nicht einfach nur schön + nett, manchmal ist es auch ziemlich grausam + hässlich!

König Salomo hält uns in seinem Gedicht einen Spiegel vors Gesicht und sagt: Schau mal, das Leben hat viel Schönes zu bieten, der Mensch handelt immer wieder konstruktiv, doch da gibt es auch die destruktiven Taten.

Wenn wir ehrlich sind, sehen wir in unserem Spiegel doch alle solche destruktive Taten, Negatives statt Positives, Streit statt Frieden – ja, sogar Hass statt Liebe.

Ich wünsche uns, dass am Ende die Liebe gewinnt.

Und nicht vergessen: Alles hat seine Zeit! In den Sommermonaten kann dies vielleicht bedeuten „Freunde treffen und Sonne geniessen.“

Leben – ein Balanceakt

Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.
MAHATMA GANDHI, indischer Politiker (1869 – 1948)

In unserer geschäftigen Gesellschaft ist immer wieder die Rede von „Work-Life-Balance“. Mir gefällt der Begriff nicht so gut. Es tönt, als wäre auf der einen Seite die Arbeit und auf der anderen das Leben – und beide stehen im Streit zueinander. Ich würde behaupten: Wenn die Arbeit nicht mehr zum Leben gehört, haben wir schon verloren!

Darum rede ich von „Life-Balance“ oder eben „Leben in Balance“. Mein Leben, das alles umfasst. Die fünf Lebensaufgaben ergeben zusammen ein Ganzes:

  • Arbeit – meine berufliche Tätigkeit
  • Liebe – Partnerschaft, Familie (Kinder, Eltern)
  • Gesellschaft –Freunde, mein ehrenamtliches Engagement, Verein, Politik
  • Selbst – Zeit für mich, meine Hobbys, Sport, mein Körper, Ernährung und Erholung
  • Spiritualität – Lebenssinn

Wie steht es um meine Life-Balance? Eine kleine Übung soll helfen, dies herauszufinden: Sie haben für jeden der fünf Lebensbereiche vier Duplosteine. Bauen Sie nun Ihren Turm! Wie zufrieden sind Sie mit dem Bereich „Arbeit“?
1 Duplostein = sehr unzufrieden; 4 Steine = sehr zufrieden, total erfüllt.
Und jetzt stellen Sie sich diese Frage für jeden der Bereiche:

  • Wie steht es um meine Partnerschaft?
  • Wie erlebe ich die Gemeinschaft mit anderen?
  • Schaue ich gut zu mir selbst?
  • Und erkenne ich den Sinn in meinem Sein und Tun?

Betrachten Sie nun Ihren Duplo-Turm. Sind sie zufrieden, mit dem, was Sie sehen? Wo ist Veränderung angesagt?

Das Leben ist ein Balanceakt. Ausgewogen leben wir dann, wenn wir alle 5 Lebensbereiche im Blick haben, keiner zu sehr dominiert und keiner zu kurz kommt.

Wer sich vertieft mit dem Thema „Leben in Balance“ beschäftigen möchte, findet in meinem Blog Impulse dazu, zb im Beitrag „Arbeit war sein Leben„. Zusammen mit meiner Frau biete ich auch Timeout-Weekends an.

„Sinn des Lebens: etwas, das keiner genau weiß. Jedenfalls hat es wenig Sinn, der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein.“
PETER USTINOV, englischer Schriftsteller und Schauspieler (16.04.1921 – 28.03.2004)

Gewinnen durch Loslassen

„Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück.“ (Buddha)

Es gibt da so eine Geschichte, wie man auf einfachste Weise einen Affen fangen kann: Man nimmt eine Kiste mit einem Loch, gerade so gross, dass der Affe seine Hand hineinstrecken kann. In die Kiste legt man eine Banane und sobald nun der Affe die Banane festklammert, ist er ein Gefangener von sich selbst. Der Klammereffekt ist so stark, dass er sich lieber freiwillig an die Kiste bindet, als loszulassen und in Freiheit weiterzuleben…

Welche Früchte im Leben klammern wir? An welche Kisten sind wir gebunden, statt in Freiheit zu leben?

Loslassen ist eine hohe Kunst, das sagte schon Buddha, dies lehrt uns die Bibel und eigentlich machen wir doch auch fast täglich die Erfahrung, dass der, dem es gelingt loszulassen, zu den Gewinnern gehört.

Doch die ganze Menschheitsgeschichte ist von diesem Klammern geprägt. Mit dem ersten Griff zur „verbotenen Frucht“ hat sich der Mensch zum Sklaven von sich selbst gemacht. Wir sind gefangen in unserer Gier, unserem „Unbedingt-genau-das-haben-wollen-und-zwar-jetzt-sofort“. Eva meinte, alles würde besser mit dem Einen Griff nach der Frucht. Seither meinen wir immer wieder, dass uns dieser Griff nach der Frucht glücklich machen würde – und dabei machen wir uns wie die Affen zu lächerlichen Gefangenen, die sich freiwillig selbst in einer Kiste einschliessen – der Klammereffekt vom „Unbedingt-haben-Wollen“ (oder von der Idee, wie Gott zu sein), ist in diesem Moment grösser, als der Verstand, der uns etwas anderes sagen könnte.
Die Frucht war damals nicht das Problem und ist es auch heute nicht: Im Garten hing die Frucht einfach am falschen Baum und bei uns liegt die Frucht einfach in der falschen Kiste. Gott schenkte Adam & Eva einen ganzen Garten voller Früchte. Aber Eva wollte unbedingt „die da“. Gott beschenkt uns so oft mit Überfluss – aber wir wollen genau diese verführerische Frucht in dieser Kiste.

Warum nur?

Jesus: „Wer sich an sein Leben klammert, der wird es verlieren. Wer es aber für mich einsetzt, der wird es für immer gewinnen.“ (Matthäus 10,39)

Schmetterlinge im Bauch

„Die Liebe, welch‘ lieblicher Dunst!
Doch in der Ehe, da steckt die Kunst.“
Theodor Storm (1817-1888), deutscher Lyriker und Erzähler

Das Kribbeln im Bauch oder eben die Schmetterlinge im Bauch sind eine der schönen Erfindungen der Schöpfung. Doch was, wenn die Schmetterlinge davon fliegen? Bedeutet dies auch das Aus einer Partnerschaft?

„Im Gegenteil!“ sind wir versucht zu sagen. Denn: Eine Beziehung, die auf dem Schmetterlingsgefühl basiert, hat ein dünnes Fundament. Das Verliebtsein muss sich mit der Zeit in Liebe weiterentwickeln. Verliebtsein hat vor allem mit „schönen Gefühlen“ zu tun. Demgegenüber hat für uns Liebe viel mit einer „bewussten Entscheidung“ zu tun.

Im Valentinsmonat beschäftigen wir uns in unseren Alltagstipps mit dem Thema Partnerschaft. Unsere Tipps für eine starke Paarbeziehung sind:

  • gemeinsames Projekt/Interesse
    => Hobby, Garten, gemeinsames Geschäft, Wohnung streichen, soziales Engagement.
  • regelmässige „Zeit zu zweit“
    => einen „Eheabend“ gestalten, bei dem beide auf ihre Rechnung kommen
    (der Kreativität und Fantasie freien Lauf lassen)
  • mind. eine gemeinsame Auszeit pro Jahr
    => für 2 oder mehr Tage wegfahren – alleine als Paar oder zb ein Timeout-Weekend besuchen
  • Erwartungen klären
    => Rollenzufriedenheit in Familie + Haushalt, Absprachen betreffend Umgang mit Finanzen und Zeit, Freundeskreis…

Weiterführende Links und Angebote:

Mit PEP druchs Leben

In wenigen Tagen ist der erste Monat des 2010 bereits Geschichte. Zeit also, ein erstes Mal Bilanz zu ziehen über unsere gut gemeinten Neujahrsvorsätze. Gratulation an alle, die ihre Vorsätze in Tat umgesetzt haben und nach den ersten Wochen im neuen Jahr immer noch dabei sind, den Wünschen konkrete Schritte folgen zu lassen.

Leider wird es auch heuer nicht anders sein, dass die meisten Vorsätze sowieso schon im Voraus zum Scheitern verurteilt sind. Und weil dies inzwischen allgemein bekannt ist, nehmen sich viele Leute gar nichts mehr vor – schliesslich kommt man auch ohne Neujahrsvorsätze durchs neue Jahr.

Schade eigentlich! Denn: Wer sein Leben aktiv gestalten will, nimmt sich auch etwas vor, hat Vorsätze, Ziele, Visionen – er (oder sie) will seinem (ihrem) Leben eine Richtung geben.

Seit einigen Jahren gehe ich mit „PEP“ durchs Leben. Dieser „persönliche Entwicklungsplan“ bringt tatsächlich Pep in mein Leben, da ich für jeden der fünf Lebensbereiche definiert habe, in welche Richtung ich mich da entwickeln möchte. Für jedes Jahr notiere ich mir dann entsprechende Jahresziele und lege Umsetzungsschritte fest. (Dazu haben wir bei Radio Life Channel einen Alltagstipp aufgenommen.)

Eine weitere Möglichkeit, sein Leben aktiv zu gestalten und nicht bei gescheitterten Neujahrsvorsätzen stehen zu bleiben, sind die SMART Ziele. Solche Ziele, die man sich sowohl für den Job, die Familie, die Partnerschaft, die eigene Entwicklung oder das soziale Engagement setzen kann, zeichnen sich dadurch aus, dass sie eben SMART sind. Und SMART steht für:

  • Spezifisch: nicht etwas vages, sondern konkret. Was genau will ich tun?
  • Messbar: etwas, das gemessen werden kann. Wie sehe ich, dass ich das Ziel erreicht habe?
  • Attraktiv: etwas, das ich auch wirklich will. Passt das Ziel zu mir?
  • Realistisch: etwas, das mich fordert, aber nicht überfordert. Was kann ich schaffen?
  • Terminiert: etwas mit Termin. Wann starte ich? Wann will ich fertig sein?

Auch dazu haben wir einen Alltagstipp aufgenommen, der hier zu hören ist.

Für mich ist es jeweils eine grosse Freude, wenn ich ende Jahr meinen PEP betrachte und sehe, dass ich tatsächlich einen grossen Teil meiner Ziele erreicht habe. Die Freude eines Leben in Balance mit klarer Richtung wünsche ich allen.

Ähnlicher Beitrag: Happy New Year

Ist spenden chic geworden?

Wie derzeit im ganzen Land ist „JRZ„, die Aktion „Gemeinsam gegen Malaria“ von DRS 3, SF und der Glückskette, auch bei uns ein Thema. Mit Begeisterung beobachten wir, wie sich die Schweiz bewegen lässt und haben selbst auch eine Aktion gestartet.

Beim Frühstück heute morgen unterhielt sich meine Frau und ich darüber, wie nachhaltig die „Jeder Rappen zählt“-Woche wohl sein wird. Jetzt mal abgesehen vom vielen Geld, das gespendet wurde und mit dem Grossartiges im Kampf gegen Malaria bewältigt werden kann.

Jetzt gerade ist es „hipe“ zu spenden und sich grosszügig zu zeigen. Es freut mich, dass Spenden diese Woche chic geworden ist. Gleichzeitig möchte ich jedoch auch an die vielen stillen Spenden-Helden des Alltags erinnern: Ohne die treuen Spenderinnen und Spender, die monatlich kleine bis ganz grosse Beträge weitergeben, könnte so manche soziale und kirchliche Einrichtung und so manches Hilfswerk ihre Türen schliessen.

Auch die gemeinnützige Arbeit von meiner Frau und mir in der sozial-diakonischen Kinder- + Familienanimation Happy Kids ist nur möglich, weil rund ein Dutzend Leute sich verpflichtet haben, unsere Arbeit Monat für Monat zu unterstützen – vom zweistelligen Betrag bis zur fast vierstelligen Spende.

Warum tun sie das? Warum gebe ich – und viele meiner Freunde – 10 Prozent des Einkommens als Spende weiter?

Bei mir sind es mindestens drei Gründe:

  1. Ich spende aus Dankbarkeit!
  2. Ich spende aus Überzeugung!
  3. Ich spende aus Prinzip!

Und viertens könnte ich anfügen, dass ich spende, weil ich daraus immer wieder viel Gewinn erfahren habe. Weil wir loslassen (auch beim Geld) und nicht klammern, erleben wir immer wieder abenteuerliche Wunder…

Also, ich spende, weil ich dankbar bin für das, was ich habe. Ich kann einer Arbeit nachgehen, die mich befriedigt und erfüllt, ich habe eine tolle Familie, eine wunderbare Wohnung und mehr als genug zum Leben. Ich bin beschenkt und darum gebe ich weiter.

Ich bin überzeugt von der alten biblischen Weisheit: „Geben ist seliger als nehmen!“ Darum spende ich. Und ich bin überzeugt, dass wir als Bewohner eines reichen Landes auch eine besondere Verantwortung für die Menschen tragen, die in Not und Armut leben.

Und schliesslich wurde „Grosszügigkeit“ einer meiner fünf zentralen Lebenswerte. Ich will grosszügig weitergeben, von dem, was mir geschenkt ist. Dabei denke ich nicht nur ans Spenden als solches; Grosszügigkeit ist für mich ein Lebensstil. Grosszügig will ich meiner Frau gegenüber, im Umgang mit meinen Kindern und im Zusammensein mit meinen Mitmenschen sein – was für mich bedeutet, ein offenes Ohr zu haben, mir Zeit zu nehmen, „Liebe, Glaube und Hoffnung“ weiterzugeben und mich zu fragen, wie ich meinen „Nächsten“ unterstützen und ihm dienen kann.

Wertvolles schenken

„Die Kunst des Schenkens liegt darin, einem Menschen etwas zu geben, das er sich nicht kaufen kann.“
Alan Alexander Milne

Die besten und wertvollsten Geschenke sind die, die man sich nirgendwo kaufen kann. Und was gibt es wertvolleres, als unsere Zeit zu verschenken?

Einige praktischen Ideen:

  • Jungen Eltern einen gemeinsamen (Kino)Abend ermöglichen indem man die Kinderbetreuung übernimmt.
  • Einer Freundin ein gemeinsames Essen schenken.
  • Fensterputz-Gutschein
  • Sich als Paar ein „Weekend zu zweit“ gönnen.
  • Als Familie die Grosseltern mit einem Tagesausflug (einer gemeinsamen Wanderung) beschenken.
  • Mit dem Göttikind etwas aktives unternehmen.

Das Schöne an solchen Geschenken ist, dass man nicht nur Freude macht, sondern gleichzeitig auch noch in die Beziehung investiert. Schliesslich ist ja (ob Götti, Vater, Freund, Sohn oder Partner) schlussendlich immer die Beziehung und nicht das Geschenk das wirklich wichtige!

Und wenn es dann mit der gemeinsamen Zeit schenken mal doch nicht klappt, hier noch einige weitere Links und Ideen für wertvolle Geschenke:

  • Sich selbst etwas Gutes gönnen: Mit einem Timeout-Weekend in die eigene Persönlichkeitsentwicklung investerien.
  • Wertvoller Lesestoff schenken: Die Zeitschrift von SCM bvMedia.
  • Geschenke, die zweimal Freude machen! Produkte von Teartrade.ch.
    (teartrade.ch ist eine Genossenschaft, die Produkte nach Fair Trade-Richtlinien ohne Zwischenhandelsstufen aus Drittweltländern und anderen armen Regionen der südlichen Welt importiert. Unsere Produkte bereiten zweimal Freude – nebst unseren Kunden erleben das auch die Produzierenden: Sie erhalten durch diese Unterstützung Arbeit, Einkommen und eine Zukunft. Fair Trade macht einen Unterschied!)

Zum ersten Advent wünsche ich Ihnen viel Freude und wenig „Geschenkstress“.

Der passende Alltagstipp „Die Liebsten beschenken“ auf Radio Life Channel.