Inspiration auf dem Sessellift

Wann und wo fallen Ihnen Ihre besten Ideen ein?

Die wenigsten meiner kreativen Einfälle werden an meinem Schreibtisch geboren. Das ist auch einer der Gründe, warum ich eher selten in meinem Büro anzutreffen bin.

Auch wenn die vielen Bücher, die Ordner und natürlich der Internetzugang in meinem Büro eigentlich eine Unmenge von Ideen liefern, meine Inspirationsquelle für innovative Gedanken ist viel öfter ein Spaziergang durch die Natur – ohne Bücher, ohne Internet, dafür mit einem freien Kopf!

Kürzlich erlebte ich schon auf der Fahrt in die Winterferien, dass es in meinem Kopf losging: Da waren Ideen, frische Gedanken, Motivation und Tatendrang. Ich weiss nicht, was andere auf einer langen Autofahrt machen, aber den Alltag einmal hinter uns gelasssen, kommen meiner Frau und mir auf solchen Reisen immer mal wieder (ohne es gewollt zu haben) die besten Ideen in den Sinn.

Das Ziel der Ferien, zur Ruhe zu kommen, neue Motivation und Energie zu tanken, war schon nach der Hinreise erfüllt. Eigentlich hätte ich bei unserer Ankunft in Schruns (A) gleich wieder mit der Arbeit beginnen können. Doch die Sonne, der Schnee, die geliebten Pisten, die ungewohnte Umgebung und die Fahrten alleine auf dem Sessellift sorgten für viele weitere inspirierende und motivierende Momente.

Kreative Einfälle gibts selten auf Knopfdruck. Was mir bei der Suche nach frischen Ideen hilft:

  1. Das „Tagesgeschäft“ hinter mir lassen.
    Darum gelingt mir Kreativarbeit besser ausserhalb meines Büros.
  2. Den Gedanken freien Lauf lassen.
    „Zielloses“ Nachdenken bringt eher eine neue Idee als stundenlanges „Grübeln“ über einem Problem.
  3. Eine anregende Umgebung aufsuchen.
    Das ist bei mir oft die Natur (Wald, See), kann aber auch ein Strassencafé oder sogar eine Autofahrt sein.
  4. Offensein für unerwartete Inspirationsquellen.
    Etwas nicht Alltägliches regt meine Kreativität viel eher an als das Gewohnte. Ein Kinofilm löst nicht selten neue Ideen aus oder eine Konferenz, ungewohnte Begegnungen, ein mir bisher fremder Ort…
  5. Horizonterweiterung im Alltag suchen.
    Wer Neues entdecken will, muss „ausserhalb der Box“ denken. Innovation und Inspiration bedingen, dass ich versuche, den bekannten Rahmen zu sprengen.

Man könnte zusammenfassend auch sagen: Man muss Spass haben, wenn man auf der Suche nach frischen Ideen ist!

Dazu folgendes Zitat:

„Was wir kreative Tätigkeit nennen, sollten wir nicht „Arbeit“ nennen, weil sie das nicht ist. Ich denke, daß Thomas Edison in seinen letzten fünfzig Jahren nicht einen Tag gearbeitet hat.“
(What we callcreative workought not to be called work at all, because it isn‚t. I imagine that Thomas Edison never did a day’s work in his last fifty years.)
Stephen Butler Leacock (1869-1944), kanad. humorist. Schriftsteller

PEP fürs 2011

Fleiß für die falschen Ziele ist noch schädlicher als Faulheit für die richtigen.
Peter Bamm, deutscher Arzt und Schriftsteller, 1897 – 1975


Kennen wir unsere Ziele? Was wären die falschen, welches sind die richtigen? Leider zeigt sich immer wieder, dass selbst Leute, die sich beruflich gewöhnt sind, strategisch und zielorientiert zu denken und handeln, privat völlig versagen, wenn es um Lebensziele geht. Nicht selten ist es für Top-Cracks aus der Wirtschaft eine schlichte Überforderung, das eigene Leben zu reflektieren und sich Gedanken zur persönlichen Entwicklung zu machen. Man könnte meinen: Je intelligenter jemand ist, desto vernünftiger geht er/sie mit sich selbst um. Leider stimmt das nicht wirklich.

Jeder muss selbst herausfinden, wie er der Gefahr vorbeugen will, „mit Fleiss den falschen Zielen nachzujagen“. Mir hilft jedes Jahr aufs Neue, dass ich meine PEP-Ziele definiere. Der „PEP – persönlicher Entwicklungsplan“ ist ein Raster mit den fünf Lebensaufgaben. Für jeden Bereich setze ich 3-5 Jahresziele:

  • Arbeit: Was will ich 2011 in meiner beruflichen Karriere erreichen?
  • Liebe, Familie & Partnerschaft: Was nehme ich mir für meine Rolle als Ehemann und Vater vor?
  • Gesellschaft: Mit wem und wie will ich Freunschaften pflegen? Welche Verantwortung übernehme ich für die Allgemeinheit?
  • Selbst: Wie sorge ich für einen guten Umgang mit mir selbst?
  • Spiritualität: Was unternehme ich, um die Sinnfrage in mein Leben zu integrieren?

Folgende Instrumente helfen mir beim setzen meiner Jahresziele:

  • PEP – der persönliche Entwicklungsplan (eine Vorlage gibts hier)
  • 24h-PEP-Retraite: 24 Stunden wegfahren, für mich ganz alleine, einen Skitag und dabei übers Leben nachdenken
  • Das Familien-Jahrbuch: Gemeinsam mit meiner Familie aufs letzte Jahr zurückblicken und Wünsche fürs neue Jahr formulieren.
  • Coaching-Gespräch: Mit meinem Coach die Ziele besprechen.

Mehr Impulse zu einem Leben mit PEP gibts in folgendem Blogpost: Mit PEP druchs Leben

Übrigens: Wer sagt, lieber keine Ziele als falsche Ziele, lebt gefährlich. Denn: „Wer im Leben kein Ziel hat, verläuft sich.“ (Abraham Lincoln)

Wer beim Suchen der persönlichen Ziele Unterstützung wünscht oder sein Leben mit einem Coach reflektieren will, findet bei Gerber Motivation & Training die passenden Angebote (z.B. ein Timeout-Weekend oder ein persönliches Coaching).

Wem gefalle ich?

„Demut = den Mut zu haben, Gott zu gefallen!“
(Michael Utsch in AufAtmen 4/2010)

Dieses Zitat begleitet mich momentan. Für mein Sein und Tun brauche ich, wie wohl jeder Mensch, immer mal wieder eine Portion Anerkennung.

Das menschliche Bedürfnis nach Anerkennung, und die damit verbundene Suche danach, scheint mir jedoch einige Tücken zu haben: Tue ich, was ich tue, um anderen zu gefallen? Oder lebe ich, egal ob es mir Applaus bringt, meine innere Überzeugung, meine Berufung?

Jeder braucht Anerkennung, aber dies sollte nicht unser Handeln diktieren.

Wo erhalten Sie Anerkennung und wem wollen Sie gefallen?

Timeout statt Burnout (Teil 2)

Sei freundlich zu deinem Leib, damit deine Seele Lust hat darin zu wohnen.
Teresa von Avila, spanische Ordensgründerin und Kirchenlehrerin, 1515 – 1582

Kürzlich wurden meine Frau und ich als Gesprächspartner zu einer Radiosendung rund ums Thema „Timeout statt Burnout“ eingeladen. Die rund einstündige Sendung gibts hier. Zur Sendung habe ich ein Merkblatt zusammengestellt, welches ich nun auch hier in meinem Motivations-Blog teile. Hier folgt nun der zweite Teil:

Wie finde ich heraus, ob ich ein Burnout habe?

  • Ehrliche Standortbestimmung und Selbsteinschätzung
  • Mehren sich die Burnout-Symptome? Befinde ich mich über längere Zeit in einer „Abwärtsspirale“?.
  • Sich ein „Spiegel vorhalten lassen“ – von Bezugspersonen oder Coach.
  • Bin ich über längere Zeit unfähig, meine Batterien zu laden?
  • Wichtig: Nicht jede Müdigkeit ist ein Burnout!

 

Was mache ich, wenn ich in einem Burnout stecke?

  1. Situation nicht verharmlosen!
  2. Unbedingt Arzt und/oder Therapeut aufsuchen.
  3. Sich Zeit für den Genesungsprozess zugestehen (oft sind mehrere Monate nötig!).

 

Was ist zu tun, wenn ich in der Gefahr stehe, in ein Burnout zu laufen?

  • Anhalten: Sich eingestehen, dass es so nicht weitergehen kann.
  • Energiemanagement: Was kostet mich Energie, was gibt mir Energie?
  • Welche Veränderungen sind nötig, damit mein Alltag ausgeglichener wird?
  • Rahmenbedingungen und Grenzen definieren (Bsp.: Ein Tag pro Woche ohne „Pflichten“)
  • Schaffe ich den „Turnaround“ alleine oder brauche ich Hilfe dabei?

Wie kann ich einem Burnout vorbeugen?

  • Regelmässig den eigenen Alltag reflektieren.
  • Timeouts einplanen.
  • Rahmenbedingungen mit klaren Regeln schaffen (Bsp.: Um 18 Uhr ist Büroschluss).
  • In einem Coaching
  • Für eine gesunde Life-Balance sorgen, das heisst, ein Gleichgewicht zwischen den Bereichen Arbeit, Liebe (Partnerschaft/Familie), Gemeinschaft, Selbst und Spiritualität schaffen.

Weiterführende Links
Radio-Beitrag: Timeout statt Burnout
Timeout-Angebote: www.leben-in-balance.ch
Coach-Verzeichnis: www.coaching-trainer.ch
Burnout-Test: www.burn-out.at
Teil 1 dieses Blog-Beitrages

Timeout statt Burnout (Teil 1)

„Sich mit Begeisterung einer Sache hinzugeben, ist eine schöne und gute Erfahrung. Wer dabei dem Burnout vorbeugen will, schafft entsprechende Rahmenbedingungen, gönnt sich regelmässig ein Timeout und sorgt für eine gesunde Life-Balance.“
(Stefan Gerber)

Kürzlich wurden meine Frau und ich als Gesprächspartner zu einer Radiosendung rund ums Thema „Timeout statt Burnout“ eingeladen. Die rund einstündige Sendung gibts hier. Zur Sendung habe ich ein Merkblatt zusammengestellt, welches ich nun auch hier in meinem Motivations-Blog teile. Hier folgt der erste Teil:

Was ist ein Burnout?
Eine Definition und Abgrenzung des Begriffes Burnout (ausgebrannt) ist schwierig. Unter Burnout ist ein langfristiger Zustand des Ausgebranntseins zu verstehen. Ein Kennzeichen des Burnouts ist die Unmöglichkeit, den eigenen, inneren „Akku“ zu laden. Egal was man tut, die Antriebslosigkeit will einfach nicht weichen.

Was sind Anzeichen/Symptome eines Burnouts?

  • Chronische Müdigkeit, körperliche Beschwerden
  • Energiemangel
  • Ängstlichkeit, Hilflosigkeit, Selbstmitleid
  • Schuldgefühle
  • Pessimismus
  • Frustration, Ausstiegswünsche, Gleichgültigkeit
  • Aggression, Ungeduld, Ärger
  • Launenhaftigkeit, Reizbarkeit
  • Zynismus
  • Medikamenten- und Suchtmittelmissbrauch
  • Konflikte häufen sich
  • Rückzug und Fluchtgedanke – Wunsch, alles hinter sich zu lassen (bis Suizidgedanke).

Wie sieht ein Timeout aus?
Wenn es heisst, Timeout statt Burnout, geht es darum, prophylaktisch kleinere oder grössere Auszeiten einzuplanen. Ein Timeout kann sowohl von der Länge (2 Stunden bis zur mehrmonatigen Auszeit) als auch inhaltlich sehr unterschiedlich aussehen. Wichtig ist in jedem Fall, sich einen Unterbruch vom normalen Alltag zu verschreiben und sein eigenes Leben zu reflektieren sowie Schritte hin zur aktiven Lebensgestaltung einzuplanen.
Ein Timeout ist alleine möglich, mit dem Partner oder einem Freund, der einen bei einer ehrlichen Bestandesaufnahme unterstützen kann.

Manchmal ist es auch hilfreich, die Unterstützung eines Coachs in Anspruch zu nehmen oder sich zu einem begleiteten Timeout-Angebot anzumelden.

Wenn ich bereits in einem Burnout stecke, muss ein solches Timeout unbedingt ärztlich und psychologisch begleitet sein. Häufig gehört dazu auch ein Aufenthalt in einer entsprechenden Einrichtung.

Weiterführende Links
Radio-Beitrag: Timeout statt Burnout
Timeout-Angebote: http://www.leben-in-balance.ch/
Coach-Verzeichnis: http://www.coaching-trainer.ch/
Burnout-Test: http://www.burn-out.at/

Teil 2 dieses Blog-Beitrages hier lesen.

Bestrafe sie mit Freundlichkeit

Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege Böses mit Gutem. (Die Bibel)

… oder wie meine Frau zu sagen pflegt: „Bestrafe sie mit Freundlichkeit“.

Brauchen wir in unserer aufgeklärten Gesellschaft, in einer Zeit, in der sich alle „Weltfrieden“ wünschen, überhaupt noch solche Weisheiten aus dem alten Buch? Ist nicht längst schon jedem klar, dass dauerhafter Frieden nicht durch immer wieder neue Vergeltungsschläge herbeizuführen ist?

Klar wissen wir das – und zeigen mit dem Finger auf die weltpolitischen Brennpunkte, zum Beispiel im Nahen Osten.

Nur: Bin ich wirklich so viel besser, als die dort? Was, wenn mich meine Tochter zur Weissglut treibt? Besiege ich dann das Böse mit dem Guten oder werde ich nicht doch eher selbst „böse“?

Dabei ist das Prinzip „Besiege das Böse mit dem Guten“ (oder: „Bestrafe sie mit Freundlichkeit) gar nicht etwa so ein Weichspülerrezept für eine scheinbar heile Welt, in der alle nett zueinander sind. Es geht nicht darum, Böses gut zu finden. Auch nicht um ein billiges „Schwamm drüber“. Und schon gar nicht, Unrecht nicht mehr beim Namen zu nennen.

Was uns das Prinzip zu lernen hat, betrifft weniger unser Gegenüber, sondern uns selbst:

  • Geb ich einem Konflikt Macht über mich? Lass ich mich von den negativen Gefühlen beherrschen oder finde ich einen anderen Weg?
  • Lass ich mich von Agression gefangen nehmen und werde selbst agressiv? Oder sage ich zu mir: „Stopp, das musst du nicht mitmachen. Lass dich da nicht hineinziehen!“
  • Hab ich die innere Stärke, die Negativspirale zu durchbrechen?

Ob es fremde Länder sind oder Familienmitglieder, die im Streit miteinander liegen – das biblische Prinzip könnte viel zur Entschärfung beitragen. Wenn auf Agression weitere Agression folgt, wird aus der sprichwörtlichen Maus schnell einmal ein Elefant. Wenn wir jedoch versuchen dem Bösen mit dem Guten zu antworten, kann nicht selten ein schwerwiegender Flächenbrand verhindert werden.

Ich hab das Prinzip im Familienalltag selbst „getestet“: Wenn ich im Konflikt zurück brülle, weitet sich das Chaos weiter aus, die Stimmung sinkt und sinkt. Gelingt es mir, ruhig zu bleiben, vielleicht sogar meine Tochter in den Arm zu nehmen, Verständnis zu zeigen, kann das schreiende Kind plötzlich in ruhiger Stimme erklären, was sie bedrückt. Nocheinmal: Es geht nicht darum, einfach lieb und nett zu sein. Gerade als Vater will ich mich ja nicht von den Kindern an der Nase herumführen lassen. Doch es geht darum, die „Waffen der Agression“ mit den „Waffen der Liebe“ einzutauschen.

Gotthard – ein starkes Symbol

Wie viele andere Schweizer (und sogar einige EU-Minister) habe ich vergangene Woche den Gotthard Durchschlag per TV live miterlebt.

Es war rührend zu sehen, wie gestandene Bundesräte schluchzten, sich in den Armen lagen und sich wie kleine Buben von einer Baustelle faszinieren liessen.
Dass so überwältige „Freude herrscht“, ist auch gut begründet. Der Gotthard-Durchschlag ist ein starkes Zeichen dafür, dass wir Menschen zu Grossartigem fähig sind: Gegen 3000 Menschen schufen mit dem fast 60 km langen Gotthard-Basistunnel einen grossartigen Weltrekord.

Der Zufall will es, dass „Gotthard“ in diesen Tagen aber auch ein Symbol für eine menschliche Tragödie ist. Der völlig unerwartete Tod von Steve Lee der Rockband Gotthard hat alle schockiert.

Eine der schönsten Balladen ist der Gotthard-Song „Heaven“, der in den Tagen nach dem tragischen Tod von Steve Lee in den Radios immer wieder gespielt wurde und derzeit die Charts stürmt.

Im Song steht:
– Lass mich mein Stück vom Himmel finden
– Lass mich meinen Weg zurück nach Hause finden
– Ich will diese Liebe für die Ewigkeit
– Und wieder zusammen, steigen wir
– aus der Asche in den Himmel

Klar ist HEAVEN ein Liebeslied. Und doch glaube ich, dass diese Zeilen eine grössere Sehnsucht als die zwischen Mann und Frau ausdrücken. In uns Menschen ist etwas, das sich nach dem Göttlichen, dem Ewigen sehnt.
Gott hat versprochen, dass wir ihn finden, wenn wir aufrichtig nach ihm fragen. Meine Überzeugung und Erfahrung ist, dass uns der Himmel, dass uns Gott selbst, genau das schenken möchte, was im Song Heaven beschrieben wird: Er schenkt uns ein Stück Himmel, er zeigt uns den Weg zurück nach Hause, er schenkt uns eine Liebe, die ewig hält. Und an seiner Seite steigen wir tatsächlich aus der Asche in den Himmel.

Für mich ist die persönliche Spiritualität ein wichtiger Teil von einem Leben in Balance. Darum werde ich meine Entdeckungsreise in Sachen Glaube und Gott weiterführen. Und weil sich die Sinnfrage jedem Menschen stellt, empfehle ich allen, sich selbst auch auf die Suche zu machen. Eine von vielen Möglichkeiten ist der 3teiligen Entdeckerkurs „Glaube, Liebe, Hoffnung“, den ich zusammen mit den Leuten aus dem gms in den nächsten Wochen anbiete.

leisten vs. beschenken lassen

Die wirklich wichtigen Dinge im Leben kann man sich weder kaufen noch erarbeiten. Man muss sie sich schenken lassen.

Was ich heute über diesen Kanal teilen will, sind nicht einfach philosophische Gedanken zum Theme Leben in Balance, es sind meine persönlichen Erfahrungen.

Hier also „mini Gschicht“:

Als Kind habe ich schnell begriffen, wie diese Welt funktioniert: Willst du jemand sein, musst du Aussergewöhnliches leisten. In der Schule schaute ich zu den „Grossen“ hinauf und dachte: Wenn ich dann in der Oberstufe bin, dann bin ich jemand – wenn ich dann in der 9. Klasse, in der Lehre, in der RS, verheiratet bin…

Mir wurde die Welt mit einer Pyramide erklärt: Unten das „Fussvolk“, oben, wo es nur wenig Platz hat, die Erfolgreichen. Ich wollte nicht zum Fussvolk gehören. Also habe auch ich mich über Leistung und Erfolg definiert.

Inzwischen hat Jesus meine Pyramide umgedreht. Gott wurde Mensch um uns Menschen zu sagen: Es geht nicht um Leistung – bei mir bist du jemand, bist du wertvoll auch ohne aussergewöhnliche Taten. Heute muss ich mir und meinen Mitmenschen nichts mehr beweisen, muss nicht perfekt sein. Ich bin schon „gross“, weil Gott mich liebt und mich gewollt hat.

Ich leiste immer noch gerne – doch mein Wert macht nicht mehr meine Leistung aus!

Jesus hat mein Leben umgedreht. Er hat meine Lebenspyramide gedreht. Vorher war das Leben für mich ein Wettbewerb. Nur die Besten können gewinnen. Darum zählte nur die Leistung.

Heute weiss ich, dass ich mir das wirklich Wichtige nicht „erleisten“ oder kaufen kann. Jesus hat mich vom Leistungsdenken befreit und mich mit Liebe und Hoffnung beschenkt.
Erfüllung ist mir heute wichtiger als Erfolg.

Viele Kinder (auch erwachsene Kinder) erhoffen sich, durch ihre Leistungen die Anerkennung ihrer Väter zu gewinnen. Und viele Menschen versuchen mit ihrem Leben „Gott + die Welt“ zu beeindrucken. Was für ein Stress… Der himmlische Vater wartet mit offenen Armen auf uns! Er liebt uns sowieso, ihn können und müssen wir nicht beeindrucken.

Sind wir bereit, uns beschenken zu lassen?

Wie gelingt das Leben?

Das Tragische ist, dass viele Leute ihre Sommerferien besser planen als ihr Leben!

Um was geht es im Leben? Was ist das Ziel des Lebens? Wie kann unser Dasein gelingen?

Mir helfen folgende drei „Regeln“:

  1. Ich bin kein Hamster
    Das Hamsterrad ist für den Hamster gemacht, nicht für den Menschen. Trotzdem leben viele Zeitgenossen als Gefangene in einem solchen Hamsterrad.
    Das Hamsterrad steht für viel Anstrengung und wenig Erfüllung. Wir „chrampfen“, vielleicht sogar immer härter, müssen all die Dinge am Laufen halten und kommen doch nicht voran. Das Hamsterrad hat viel mit Leistung und Geschäftigkeit zu tun. Doch: Ein erfülltes Leben gibts nicht durch immer härtere Arbeit und grössere Leistungen.
    Es ist ein Paradox, das wir Leistungstypen kaum glauben können: Für ein erfülltes Dasein ist ein starkes Herz wichtiger als starke Arme und Beine!
    Mag sein, dass der Hamster Freude am Hamsterrad hat – aber Sie sind kein Hamster!
  2. Ich bin achtsam
    König Salomo hat in seinen Weisheitssprüchen geschrieben: „Achte auf deine Gedanken und Gefühle, denn sie beeinflussen dein ganzes Leben!“
    Es ist keine Kunst zu sehen, was alle sehen: das grosse Haus, schöne Figur, der berufliche Aufstieg…
    Doch die Kunst der Achtsamkeit hat damit zu tun, das zu sehen, was nicht direkt vor unserer Nase ist: es geht um den Blick in unser Herz, in unsere Gefühlswelt, in unser Denken.
    Die Kunst der Achtsamkeit wird uns helfen, zu erkennen, was in und um uns herum geschieht. Wenn wir uns und unser Umfeld wahrnehmen, können wir das Leben bewusst gestalten und leben nicht in einem ungesunden Alltagstrott.
    Wenn ich mich gut kenne, bin ich einem erfüllten Leben in gesunder Balance einen grossen Schritt näher gekommen.
  3. Ich bin fokussiert
    „Für ein erfolgreiches Zeitmanagement ist der Kompass wichtiger als die Uhr.“ (Stephen Covey)
    Die Uhr liefert Zahlen – der Kompass zeigt die Richtung. Lieber langsam aufs richtige Ziel zu als in voller Geschwindigkeit in die Sackgasse rennen.
    Ich habe viele Ideen und kann mich für verschiedene Projekte begeistern. Meistens will ich zu viel auf einmal…
    Darum muss ich mir immer wieder sagen, dass ich fokussiert leben will.
    Haben Sie Ihren Lebenskompass bereits gestellt? Wissen Sie, was Sie in Ihrem Leben erreichen wollen?

Wie viel Routine ist gesund?

Manche leben mit einer so erstaunlichen Routine,
daß es schwerfällt zu glauben,
sie lebten zum ersten Mal.

Stanislaw Jerzy Lec
polnischer Satiriker
1909 – 1966

Dieses Zitat hab ich heute in „Tikis Lichtblick“ gelesen und war sofort begeistert davon.

Was macht unser Leben aufregend, abwechslungsreich, spannend – und letztendlich auch lebenswert?

Ich brauche Aufgaben, die mich herausfordern und mein Bestes abverlangen. Momente, in die ich meine ganze Energie, meine Stärken und Motivation fokussiert investieren kann.

In manchen Situationen kann Routine eine hilfe sein. Zu viel Routine tötet aber das Leben in uns.

  • Zu viel Routine kann die Leidenschaft in einer Partnerschaft erlöschen.
  • Die Arbeit, die nur aus Routine besteht, hindert uns, lustvoll Neues zu wagen – Kreativität, Weiterentwicklung und Wachstum werden gebremst.
  • Für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung sind Rituale sehr wertvoll. Doch wer nicht zu neuen Horizonten aufbricht, wird nichts Neues entdecken und bleibt in seiner Entwicklung stecken.
  • Routine macht uns in Beziehungen berechenbar. Das Überraschende kann belebend wirken.
  • Selbst so etwas Rituelles wie die Spiritualität kann nicht bloss von Routine leben. Ein wacher Glaube lebt sowohl von Routine als auch neu Entdeckungen und Experimenten.

Um nicht in einen Alltagstrott zu fallen, hilft es, wenn wir regelmässig unsere Flow-Erfahrungen machen – bei der Arbeit, in Beziehungen und mit der Familie.