Antti Törmänens Kündigung – oder: Erfolg – aber bitte sofort!

Nachdem Leonardo Da Vinci mit dem Malen begonnen hatte,
sah das Bild der Mona Lisa wohl nicht so schön aus.
Am Ende war das Resultat aber doch ganz okay.
Antti Törmänen, Ex-SCB-Trainer

Eigentlich interessieren mich die Trainerwechsel der Sportvereine wenig. Ausser es handelt sich um meinen Lieblingsverein, den EHC Biel. Ob im Fussball oder im Hockey, man gewöhnt sich ja an diese Szenerie: Läuft es einem Club schlecht, können die Spieler ihr Potenzial nicht abrufen, dann kommt es nicht selten zur kreativsten aller kreativen Lösungen: Der Trainer muss weg.

So geschehen vor einer Woche auch beim Meister SC Bern. Die Absetzung von Antti Törmänen hat mich mehr interessiert als andere solche Trainerentlassungen: Einerseits ist da die Frage, warum einer, der vor paar Monaten die Mannschaft noch zum Meistertitel führte, nun nicht mehr gut genug ist. Anderseits weckten Interviews mit Törmänen mein Interesse an dieser Persönlichkeit. Zudem sorgte „mein“ Club mit dem Sieg über den SCB für die berühmte eine Niederlage, die das Fass zum Überlaufen brachte. (Leider mussten wir dann gestern eine schmerzliche Revanche der Berner verkraften. Aber das ist ein anderes Thema.)

Spannend finde ich auch die Tatsache, dass mehrere Tausend SCB-Fans via Facebook und anderen Kanälen Törmänen zurück an die SCB-Bande fordern.

Erfolg muss her – koste es, was es wolle

In einer Welt, in der alle den schnellen Erfolg wollen – ob im Sport, an der Börse oder in der Berufskarriere, faszinieren mich Persönlichkeiten, die nicht nur an heute und morgen, sondern auch an übermorgen denken. So eine Persönlichkeit ist  Antti Törmänen. Im Interview hat er gesagt:

Ich will in diesem Geschäft nicht zum Monster werden: Ich will mit gutem Gewissen schlafen können und keine Spielerkarrieren zerstören. Glauben Sie mir: Es wäre einfach gewesen, den Spielern das Leben zur Hölle zu machen. Aber mein Plan war es, mit dem SCB etwas zu gewinnen, langfristig in Bern zu arbeiten. Mit dieser Vision vor Augen machst du keine solchen Dinge, nur um kurzfristig etwas zu bewirken.

Von diesen Aussagen können wir, ob hockeyinteressiert oder nicht, viel lernen. Haben wir für unser eigenes Leben eine langfristige Vision vor Augen, die uns auch im Hinblick auf die kurzfristigen Dinge hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen? Oder gehen wir auf der Suche nach dem schnellen Erfolg oder dem nächsten Kick planlos vor – nach dem Motto: Hauptsache kurzfristig stimmt’s?

Um beim Sport zu bleiben: Man könnte auch fragen, sind wir eher ein Törmänen-Typ oder ein Constantin-Typ? Ich hab mich entschieden, ein Törmänen-Typ zu sein. Aber das hat seinen Preis. In jungen Jahren hat mir ein Mentor gesagt, bis 40 Jahre sei das (Berufs)Leben eine Art „Warm-up“. Oder wie er es selbst sagt: „Man muss damit rechnen, dass die grössten Leistungen die Gott für uns plant, in der zweiten Lebenshälfte geschehen werden.“ (Gordon MacDonald in Du machst mich stark)

Ich werde morgen 38 Jahre alt. Bin also noch immer „am Aufwärmen“. Bereits habe ich viele Lernjahre hinter mir. Ich bin gespannt, was da noch kommt. Auf jeden Fall will ich an meiner Lebensvision festhalten und darauf vertrauen, dass die beste Zeit noch vor uns liegt.

 

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Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichSelbst“.

Singen macht glücklich – gemeinsam noch mehr!

Wir haben’s geschafft, gemeinsam!
Und das ist dann auch irgendwie gesund.

Prof. Dr. med. Tobias Esch (in: Die Neurobiologie des Glücks)

Singen Sie gerne? Unter der Dusche? Im Auto? In der Kirche? Oder sogar in einem Chor? „Singen macht glücklich“, sagt eine beliebte These. Und tatsächlich lässt die Selbsterfahrung vieler darauf schliessen, dass die These stimmt.

Anke Engelke wollte es genau wissen. Im Rahmen der eindrücklichen ARD-Themenwoche Zum Glück war sie ein Jahr lang unterwegs auf der Suche nach dem Glück. Als Reporterin fragte sie glückliche Menschen nach ihrem Geheimnis, machte auch Halt in einer Kinderkrebsstation, besuchte eine spezielle Dorfgemeinschaft und liess sich von einem alten, fröhlichen Ehepaar Tipps für eine glückliche Partnerschaft geben. Und sie sang eben auch mit den Menschen. Engelke gründete den Chor der Muffeligen, zudem nur zugelassen war, wer zuletzt nicht gerade vom Glück verfolgt wurde.

Hier wurde nun die These, dass singen glücklich macht, auf die Probe gestellt: Der Musikwissenschaftler Prof. Gunter Kreutz begleitete das Projekt und konnte am Ende wissenschaftlich belegen, dass das Singen im Chor glücklich macht.

Und wenn singen nicht mein Ding ist?

Das Resultat erstaunt nicht. Dass Musik eine positive Wirkung auf uns Menschen hat, ist schon seit Jahrtausenden bekannt (spontan kommt mir König Saul in den Sinn, der sich durch die Musik vom jungen David besänftigen liess). Das Singen ist das Eine. Das Chorprojekt war eben auch ein Gemeinschaftsprojekt. Und das ist das Andere.

Gemeinschaftserlebnisse haben das Potenzial, uns zu beflügeln, sie sind wahre Glückspillen. Singen (Musizieren) ist unbestritten gesundheits- und glücksfördernd und kann somit jedem (ob hochbegabt oder eher talentfrei) empfohlen werden. Ziel ist ja nicht die grosse Bühne einer Casting-Show oder der Plattenvertrag. Es geht ums subjektive Wohlbefinden. Der bekannte Dirigent Gotthilf Fischer (Fischer-Chöre) meint, man sollte sogar darüber nachdenken, das Singen als Gesundheitsförderung von Krankenkassen bezahlen zu lassen: „Chorarbeit oder überhaupt Singen müsste gefördert werden.“

Aber eben, was nun, wenn ich mich trotz all diesen guten Aspekten mit dem Gedanken eines Mittuns in einem Chorprojekt nicht wirklich anfreunden kann oder es sowas in meiner Umgebung gar nicht gibt? Die positiven Wirkungen von Gemeinschaftserlebnissen können selbstverständlich auch auf anderen Wegen erreicht werden. Möglichkeiten gibt es viele:

  • Gemeinsames Helfen hilft gleich mehrfach: Wir nehmen uns einer Notsituation an und erleben unserseits durchs gemeinsame Anpacken Glücksmomente.
  • Teamsport tut gut: Mein regelmässiges Unihockey-Spiel möchte ich nicht mehr missen. Das gemeinsame Schwitzen sorgt wöchentlich für Glücksmomente.
  • Freundschaften pflegen: Feines Essen mit sympathischen Leuten, gute Gespräche – ein Garant für Glücksmomente.

Auch aus neurobiologischer Sicht ist wissenschaftlich belegt, dass nicht Egoismus sondern Gemeinschaft glücklich macht. Tobias Esch führt aus: „Denn Egoismus wird nicht nachhaltig belohnt, wie wir heute wissen. Benötigt für den langfristigen Erfolg (und biologisch gefördert) wird dagegen Teamfähigkeit, gemeinsame Erfahrungen, wozu Menschen wiederum ermutigt, eingeladen und inspirierte werden müssen.“

 

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Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichGesellschaft“.

Welche Männer braucht das Land?

Die Vaterliebe gestattet uns,
mit all den wunderbaren Wurzeln etwas Gutes anzufangen.
Sie bringt uns das Fliegen bei.

Richard Rohr (in: Vom wilden Mann zum weisen Mann)

Es ist inzwischen ein Dauerbrenner und gerade diese Woche war es wieder zu lesen: Die Rollenbilder von Mann und Frau sind nicht mehr so klar festgeschrieben wie früher und dies führt dann auch hin und wieder zu Rollenverwirrung: Wann ist ein Mann ein Mann? Oder: Welche Männer braucht das Land?

Der Schlusskommentar von Nina Belz zum ausführlichen NZZ-Spezial Frauenwelten endet mit den Sätzen: „Emanzipation ist keine Frauenangelegenheit. Sie verändert auch das Leben der Männer.“ (NZZ, 13.11.13)

Da haben wirs: Auch die Männerwelt ist im Wandel. Eine solche Veränderung betrifft die Arbeitswelt. Immer mehr Männer wünschen sich Teilzeitarbeit. Und einige von ihnen setzen diesen Wunsch auch tatsächlich um und übernehmen im Familienmanagement mehr Verantwortung. Sind das „Plöischler“ oder gar nur halbe Männer? Natürlich gilt es noch mit einigen Stammtisch-Vorurteilen zu brechen, um als Familienmann unter Männer nicht mehr belächelt und im Einkaufszentrum beim Familieneinkauf mit schreienden Kindern nicht mehr von Frauen bemitleidet zu werden.

Glücklicherweise erlebt man(n) ab und zu auch schon das Gegenteil: Andere Männer beneiden einem für die Möglichkeit, intensiver an der Entwicklung der eigenen Kinder teilhaben zu können. Und ja, manchmal sind es wohl nicht nur bemitleidende Blicke der Frauen im Einkaufszentrum, es könnte sich auch eine stille Bewunderung darunter mischen.

Teilzeitarbeit als Allheilmittel? Jürg Wiler, Co-Leiter der Kampagne Der Teilzeitmann nimmt uns solche Illusionen, spricht aber auch die Stärken dieses Modelles an: „Wohlgemerkt: Teilzeitarbeit macht das Leben zwar nicht einfacher, aber runder und ganzheitlicher.“

Männer, die stolz sind auf ihre Kinder

Aber die Frage, welche Männer das Land nun braucht, ist immer noch nicht geklärt. Jedenfalls steht eines für mich fest: Unsere Kinder brauchen keine zweite Mutter! Was unsere Kinder unbedingt brauchen, ist die Ergänzung der weiblichen und männlichen Energie. Dabei hat mich das Buch Vom wilden Mann zum weisen Mann von Richard Rohr sehr inspiriert. Das Konzept von Wurzeln und Flügeln zeigt, was unsere Kinder brauchen: Geborgenheit einerseits, Beauftragung anderseits. Gemäss Rohr ist die Mutterliebe dafür verantwortlich, den Kindern festen Boden unter die Füsse zu geben. Demgegenüber ist es an uns Vätern, wie oben im Zitat beschrieben, unsere Kinder zum Fliegen zu bringen.

Rohr schreibt dazu: „Wenn der Vater seinem Kind sagt: ‚Du schaffst das!‘, dann schafft es das.“ Natürlich tönt das verführerisch nach illusorischem „Nichts-ist-mir-unmöglich“. Und doch: Wie viele gebrochene Menschen (vielleicht vor allem Buben und Männer) gibt es in unserer Gesellschaft, weil kein Vater da war, der ihnen etwas zutraute, der ihr Cheerleader war, der sie anfeuerte, ihnen Vorbild war, sie voller Stolz bejubelte…?

Wir Männer sind gefragt! Am Arbeitsplatz, in der Gesellschaft – aber eben auch in der Familie! Dies bestätigt auch der Psychotherapeut Peter Ballnik, Autor von Papa-Zeit. 52 Tipps für berufstätige Väter, im Interview mit dem Männermagazin Ärmel hoch!: „Die Kinder brauchen Väter, die stolz auf sie sind.“ Und: „Väter spielen wilder, ausgelassener, fordernder. Mütter halten den Kindern den Rücken frei. Väter führen die Kinder nach aussen. Es ist wichtig, dass Väter die Dinge auf ihre Art machen. Väter brauchen wortwörtlich Spielraum mit den Kindern.“

Unser Land braucht also Männer, die sich selbst, ihren Kindern und auch den Mitmenschen etwas zutrauen und sie befähigen.

 

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Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

 

Haben Sie einen Plan?

Wenn man es nicht schafft zu planen,
plant man, es nicht zu schaffen.

Benjamin Franklin

Es ist wissenschaftlich erwiesen: Wer plant, erreicht mehr im Leben. Und wie so oft: Eigentlich braucht es die wissenschaftlichen Studien nicht, um uns die Zusammenhänge zwischen Planen und Erfolgserlebnissen klar zu machen. Wir wissen es auch so, haben bestimmt auch schon persönliche Erfahrungen darin gesammelt. Planen macht Sinn.

Soweit die Theorie. Warum fällt es aber vielen von uns in der Praxis trotzdem so schwer, einen Plan zu erstellen UND sich dann auch daran zu halten?

Unsere Ausreden sind vielfältig, wenn auch oftmals eher eine Lüge, als stichfeste Tatsache. Unter der Liste unserer (faulen) Ausreden könnten sich folgende vorfinden. Beginnen wir mit der beliebtesten:

  • Ich habe keine Zeit zum Planen!
    Muss ich dazu noch etwas schreiben? Wenn wir das so schwarz auf weiss lesen, scheint doch jedem klar zu sein, dass es sich hier eher um eine Lüge als um eine Ausrede handelt. Eben weil unsere Zeit so knapp bemessen ist, müssen wir planen! Zeitmanagement-Gurus wie Lothar Seiwert versprechen uns: „Wer seinen Arbeitstag acht Minuten lang vorbereitet und konsequent in Angriff nimmt, kann täglich eine Stunde Zeit für das Wesentliche gewinnen.“ (in: Das neue 1×1 des Zeitmanagement)

  • Ein Plan engt mich ein, würgt meine Kreativität ab!
    Diese Gefahr kann tatsächlich bestehen. Es gibt unterschiedliche Zeittypen (vom Jongleur bis zum Buchhalter) und daher sollte die Planung auch individuell dem eigenen Typ angepasst werden. Ich als Jongleur brauche ein gewisses kreatives Chaos. Und doch mache auch ich die Erfahrung, wie befreiend es ist, einen Plan zu haben. In meinem Plan muss ich nicht sämtliche Details klären, aber ich plane, wann ich mit welchen Bällen jongliere. So engt mich der Plan nicht ein, sondern befreit mich vor unnötigem Stress.

 

  • Ich hab ja meinen Plan schon im Kopf!
    Tatsache ist: Was wir im Kopf haben, gleicht eher einer Idee oder einem Wunschtraum als einem Plan. Bestes Beispiel sind unsere Neujahrsvorsätze: Da denkt man sich zwischen Fondue Chinoise und Prosecco noch rasch was Nettes aus und ist anfangs Februar erstaunt, wenn man sich nicht mehr an den Vorsatz erinnern kann. Ein schriftlicher Plan hat mehrere Vorteile: Unser Planen wird dadurch viel ernsthafter und konkreter. Wir fühlen uns gegenüber uns selbst deutlich stärker verpflichtet, einen schriftlichen Plan umzusetzen als wenn ein unspezifischer Plan in unserem Kopf existiert. Und zu guter Letzt hat der schriftliche Plan auch den Vorteil, dass da irgendwo ein Schriftstück vorhanden ist, das wir so deponieren können, dass es uns regelmässig an unseren Plan erinnert.

Welche Ausreden haben Sie, wenn es ums Planen geht? Was fällt Ihnen schwieriger, den Arbeitstag oder die Freizeitaktivitäten zu planen? Und welchen Plan haben Sie für Ihr Leben?

Ich liebe es, im Coaching mit Menschen über solche Fragen nachzudenken und dann mitverfolgen zu dürfen, wie Pläne in die Tat umgesetzt werden.

Übrigens: Auch wir planen. Darum ist jetzt unser Jahresprogramm 2014 mit den verschiedenen Timeout-Weekends online!

 

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Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.

Für einen Tag König

Gott muss per Definition meinen Verstand übersteigen.
Heike Krauss (in: AufAtmen Sonderheft 2013)

Haben Sie sich auch schon überlegt, was Sie tun würden, wenn Sie für einen Tag König – oder Präsident – eines Landes wären? Und was würden Sie tun, wenn Sie Gott wären?

Ich ertappe mich hin und wieder dabei, dass ich ganz genau zu wissen meine, was Gott hier und jetzt tun sollte. „Es ist mehr als offensichtlich, was wir jetzt brauchen, Gott! Warum greifst du nicht ein?“ Rund um den Globus wird Sonntag für Sonntag in unterschiedlichsten Sprachen, von unterschiedlichsten Menschen in unterschiedlichsten Kirchen gebetet: „Dein Wille geschehe.“ Und von Montag bis Samstag leben wir dann so, als hätte Gott nach meinem Willen zu handeln.

Als ich kürzlich in einem interessanten Artikel einer krebserkrankten Frau das obige Zitat („Gott muss per Definition meinen Verstand übersteigen.“ Heike Krauss) las, wurde ich daran erinnert, dass wir Gott nicht verstehen müssen und nicht verstehen können. Und dass wir besser nicht der Versuchung nachgeben, ihm unseren Willen aufzuzwingen. Ich meine: In der Bibel werden wir tatsächlich eingeladen, unsere Bitten, unsere Sorgen und unsere Anliegen vor dem Gott des Universums auszubreiten. Aber Gott ist immer noch Gott – und ich bin immer noch ein begrenzter Mensch.

Für mich heisst das: Klar schütte ich meinem Gott mein Herz aus. Und klar liege ich ihm auch immer mal wieder in den Ohren mit dem, was ich als gute Lösung für ein Problem erahne. Doch ich versuche dabei auch dem Rechnung zu tragen, dass Gottes Gedanken grösser, weiter, besser und umfassender sind als meine begrenzten Gedanken.

Gestern jährte sich der Gründungstag meines bisher grössten Herzensprojektes zum vierzehnten Mal. Was wir unter dem Namen gms – gospel movement studen am Reformationstag 1999 starteten, war geprägt von viel Idealismus, grossen Visionen und starkem Gottvertrauen. Genau dieser Mix liess mich glauben, dass unsere Zukunftspläne und unsere Strategien auch diejenigen Gottes sind. Nun – nach vierzehn Jahren gibt es das gms immer noch, auch grosse Visionen sind noch vorhanden. Das Gottvertrauen wurde auf dem Weg bis hierher stark auf die Probe gestellt. Die Strategien haben sich jedoch deutlich verändert, unsere Pläne waren scheinbar nicht Gottes Pläne.

Und ich bin froh darüber. Auch wenn ein Teil in mir dem nachtrauert, was hätte sein können, wenn „unser Wille“ geschehen wäre. Doch der andere Teil in mir weiss ganz genau, dass es besser ist, so wie es ist. Ich ganz persönlich brauchte die „Gegenwind-Erfahrungen“. Als junger Idealist war ich in Gefahr, zu beten „Dein Wille geschehe“ und zu meinen „Mein Wille geschehe“. Heute bin ich von dieser Gefahr nicht restlos gefeit, aber ich weiss, dass sein Wille besser ist als meiner.

 

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  • Zeitschriftentipp: AufAtmen, das Magazin, das einlädt, Gott zu entdecken und zu einem authentischen Leben ermutigt.
  • Selbstbestimmt leben und doch nach Gottes Willen fragen – wie gelingt das? In unseren Coachings oder an unseren Timeout-Weekends versuchen wir es mit Ihnen herauszufinden.
  • Weitere Gedanken zu den Themen Spiritualität und Lebenszufriedenheit finden Sie in meinem Blog.

Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität“.

Emotionale Achterbahn

Glückliche Menschen sind lebendige Menschen.
Dr. Henry Cloud (in Auf der Spur des Glücks)

Jeder Mensch, so sagen wissenschaftliche Studien, hat ein „Glücksfixpunkt“. Unser subjektives Wohlbefinden ist demnach zur Hälfte genetisch bedingt. So erreicht unser innerer Stimmungsbarometer einige Zeit nach einem negativen oder positiven Ereignis wieder diesen Fixpunkt.

Ich staune immer wieder über mich selbst: Wie schnell meine Stimmung in die eine oder andere Richtung kippen kann. Da erhalte ich eine Nachricht, die mich irritiert oder mich zu sorgevollen Gedanken verleitet, und schon ist mein emotionales Wohlbefinden massiv unter Druck. Auf der anderen Seite, gerade gestern ging es mir wieder einmal so, kann ich in einem Stimmungstief sein und schon nach ein, zwei guten Begegnungen hellt sich meine emotionale Verfassung deutlich auf.

Das Leben ist eben eine emotionale Achterbahn – mit vielen Kurven, „Ups and Downs“, ruckartigen Richtungswechseln. Nun zeigen verschiedene Untersuchungen (siehe zum Beispiel in Glücklich sein von Prof. Sonja Lyubomirsky), dass unser Glücksempfinden aber trotz dieser emotionalen Achterbahn immer wieder zum Ausgangspunkt, eben zu unserem Glücksfixpunkt, zurückkehrt. Vielleicht am Eindrücklichsten dabei ist, wie schnell die kurzfristige Glückssteigerung nach einer Lohnerhöhung oder einem Karriereschritt verebbet. Aber auch das Gegenteil stimmt: Nach Rückschlägen finden wir mit der Zeit wieder zu unserem üblichen Glücksniveau zurück.

Vergebliche Suche nach Glück?

Nun können wir einwenden, dass damit all unser Glücksbestreben – samt der Fülle entsprechender Ratgeber oder den Bemühungen für ein Schulfach „Glück“ – völlig unnütz seien, wenn wir ja sowieso immer wieder auf unserem angestammten Glücksfixpunkt landen.

Die Studien sagen eben auch noch etwas anderes. Dies wurde gerade gestern im 10vor10 Beitrag Kann man Glück lernen? gut dargestellt: Wie eingangs geschildert, sind rund 50 % unseres Glücksempfindes von unseren Genen abhänging. Weitere (nur!) 10 % werden durch die äusseren Umstände (Geld, Status, Gesundheit, Wohnort, Alter…) beeinflusst. Und die restlichen 40 %? Dieser grosse Teil können wir aktiv durch unser Denken und unsere Haltung, Lebensstrategien und Handlungen gestalten.

Es kommt mir vor wie bei der banalen Metapher vom halbleeren oder halbvollen Glas: Unser genetisch angelegter Glücksfixpunkt entspricht dem Inhalt im Glas. Die Lebensumstände können dabei das Glas selbst sein – ein grosses oder kleineres Glas, das spielt eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist aber nun unsere Haltung: Mit welchen Augen betrachten wir unser Leben? Welche Bedeutung gebe ich meinem Leben? Ist unser Glas halbleer oder halbvoll?

Unsere Lebenszufriedenheit (unser Glück oder unser emotionales Wohlbefinden) hängt zu einem grossen Teil davon ab, ob wir unser Leben aktiv gestalten oder ob wir uns von den Umständen treiben lassen. Und selbst wer geneigt ist, immer das halbleere Glas zu sehen, kann mit einigen Glücksstrategien zu einer zufriedeneren Persönlichkeit werden.

 

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Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichSelbst“.

Wie du mir, so ich dir?

Takt ist die Fähigkeit, einem anderen auf die Beine zu helfen,
ohne ihm auf die Zehen zu treten.
Curt Goetz (deutscher Regisseur und Schriftsteller, 1888 – 1960)

Haben Sie gewusst, dass Sie ein Bankier sind? Ohne es möglichweise bis jetzt gewusst zu haben, verwalten Sie eine grosse Menge von Kontos auf denen tägliche Ein- und Auszahlungen getätigt werden.

Nein, ich spreche jetzt nicht von üblichen Geldkontos. Denn mit der Währung, in welcher diese Kontos geführt werden, können Sie sich keine Produkte des täglichen Gebrauchs kaufen. Sie wird weder im Onlineverkauf noch beim Grossverteiler akzeptiert, doch in täglichen zwischenmenschlichen Begegnungen ist sie Gold wert.

Ich schreibe hier vom Konzept des emotionalen Beziehungskontos. Stephen R. Covey bedient sich dieser Metapher in verschiedenen seiner Bücher (z.B. in Die 7 Wege zur Effektivität) um zu erklären, was in zwischenmenschlichen Beziehungen vor sich geht.

Jeder Mensch führt für die Menschen mit denen er in Beziehung steht ein virtuelles Beziehungskonto. Wie bei einem normalen Bankkonto gibt es auch beim emotionalen Beziehungskonto Ein- und Auszahlungen. Die Kunst einer beglückenden Beziehung ist nun, dass der Kontostand stetig steigt und somit das Guthaben an Vertrauen (das ist die Währung, in welcher dieses Konto geführt wird) fortlaufend zunimmt.

Einzahlungen auf das emotionale Beziehungskonto

Bei einer Erstbegegnung mit einer uns bis anhin fremden Person entscheiden wir recht schnell (natürlich aus dem Bauch heraus), ob es sich lohnen wird, für diese Person ein Konto anzulegen. Ist uns dieser Unbekannte auf anhieb sympathisch, gleicht dies einer Ersteinlage auf das neueröffnete emotionale Beziehungskonto. Folgen im weiteren Verlauf der Beziehung gute Begegnungen, werden Gemeinsamkeiten entdeckt, erweist sich die Person als hilfsbereit, übt das Gegenüber eine gewisse Faszination auf uns aus, so sind das alles weitere Einzahlungen auf das Beziehungskonto.

Nun reden wir ja von einem emotionalen Konto. Es geht also nur im übertragenen Sinn um Zahlen und Buchhaltung, nicht im mathematischen Sinn. Was wir abspeichern sind weniger errechnete Zahlen als vielmehr erlebte Emotionen, also Gefühle. Nach jeder Interaktion wird eine Beziehung entweder gestärkt oder geschwächt. Situationen, die gute Gefühle hinterlassen, sind Einzahlungen auf das emotionale Beziehungskonto. Konflikte und ungute Gefühle führen zu Belastungen und Auszahlungen auf diesem Konto.

Natürlich haben nicht nur wir ein emotionales Beziehungskonto für die Menschen, mit denen wir in Beziehung stehen. Die anderen Menschen führen selbstverständlich auch ein Konto, das unseren Namen trägt. Darum ist es sinnvoll, im Beziehungsalltag darüber nachzudenken, wie und wann wir Einzahlungen bei uns nahestehenden Personen vornehmen.

Denn: In jeder Beziehung (ob in der Ehe, am Arbeitsplatz, im Verein oder im Freundeskreis) gibt es von Zeit zu Zeit schwierige Momente und somit Abbuchungen vom emotionalen Beziehungskonto. Deshalb sind wir gut beraten, wenn wir uns regelmässig um Einzahlungen bemühen. Während Kränkungen, das Brechen von Abmachungen, Missverständnisse oder unerfüllte Erwartungen zu Belastungen auf dem Konto führen, sorgen wir mit gemeinsamen Erlebnissen, Liebestaten, Verständnis zeigen oder Grosszügigkeit dafür, dass der Konto-, resp. Vertrauensstand, auf dem emotionalen Beziehungskonto steigt.

 

 

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Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den LebensbereichGesellschaft“.

Kommunikation mit Frustpotenzial

Zwei Dinge sind Zeichen von Schwäche:
Schweigen, wenn man reden müßte,
und sprechen, wenn man schweigen sollte.
Aus Persien

Kommunikation ist ein zentraler Bestandteil unseres Lebens. Unsere allgemeine Zufriedenheit wird massgeblich vom Gelingen oder Scheitern unseres Kommunizierens beeinflusst.

Wie schön ist es, sich mit seinen Gedanken und Gefühlen mitzuteilen und sich dabei von seinem Gegenüber verstanden zu fühlen? Auf der anderen Seite: Wie schmerzlich ist es, wenn es uns einfach nicht gelingt, uns so auszudrücken, dass das, was wir empfinden beim anderen ankommt?

Ob in der beruflichen Kommunikation, im Austausch mit Freunden oder im Reden zu zweit in einer Liebesbeziehung – überall warten einige Stolpersteine, die in unserem zwischenmenschlichen Kommunizieren zu unbefriedigenden Situationen führen können. Im internationalen beruflichen Umfeld können diese Stolpersteine mit den unterschiedlichen Kulturen und Sprachen zusammenhängen. Bei Freunden mag es zum Beispiel ein Hindernis sein, wenn unser Gegenüber lieber ununterbrochen von sich selbst spricht als uns auch mal Gelegenheit zu geben, uns auszudrücken.

Auch im Paaralltag sind die kommunikativen Hürden mannigfaltig. Einige mögen in der Unterschiedlichkeit von Mann und Frau begründet sein. Andere liegen in den verschiedenen Prägungen, die wir von unserem Elternhaus mitbringen. Und natürlich spielt auch unser jeweilige Persönlichkeitsstil eine grosse Rolle.

In die Beziehung investieren

Letztes Wochenende durften meine Frau und ich an unserem Kommunikationsseminar wieder einmal mit zehn anderen Paaren über die Kunst des positiven miteinander Redens im Beziehungsalltag nachdenken. Dabei durften die Teilnehmenden an einer Frustwand, je eine für Männer und Frauen, das loswerden, was ein zufriedener Austausch hindert. Eindrücklich ist diese Übung schon nur darum, weil es bei so manchen ein befreiendes Aha-Erlebnis gibt: „Ich bin ja gar nicht der einzige, der das so erlebt!“ Oder: „Ah, das kennen andere auch?!“

Natürlich blieben wir nicht dabei, einfach den Frust abzuladen. Wir nahmen die frustrierenden Erfahrungen auf und versuchten ihnen entsprechende Lösungswege gegenüberzustellen. Und wir beschäftigten uns auch mit einigen Grundlagen zur Kommunikation. Natürlich darf da auch das 4-Ohren-Modell von Schulz von Thun nicht fehlen, das eindrücklich verdeutlicht, wie sehr unser Kommunizieren eben ein Beziehungsgeschehen ist.

Wenn unsere Beziehung im „grünen Bereich“ ist, fällt uns auch das gemeinsame Kommunizieren leichter. Ist die Beziehung grad etwas ausser Balance, stehen wir in Gefahr, alles Gesprochene zwischen den Zeilen zu deuten. Und je nachdem wie wir das Reden unseres Partners deuten, gerät unsere Beziehung weiter in Schieflage.

Ich muss also nicht einfach nur im richtigen Moment reden oder schweigen, ich muss auch in unsere Beziehung investieren. Was unternehmen wir, um unsere Paarbeziehung zu stärken? Wie kann ich meine Liebe so ausdrücken, dass es beim Partner auch ankommt? Was erleben wir gemeinsam? Und was möchte ich mit meinem Gegenüber teilen?

 

 

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Mein Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Liebe“.

Wann macht Arbeit müde?

Müde macht uns die Arbeit, die wir liegen lassen, nicht die, die wir tun.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916)

Immer am Dienstagmorgen poste ich in meinem Xing-, Twitter-, und Facebook-Profil ein Zitat, über welches ich dann an dieser Stelle am Freitag einige Gedanken veröffentliche. Manchmal sind es Zitate, die mir hundertprozentig aus dem Herzen sprechen. Es gibt aber auch Zitate, da bin ich nur teils gleicher Meinung. Dennoch können auch solche provozierende Zitate eine gute Anregung für ein Weiterdenken sein.

So geht es mir auch beim Zitat oben. Und tatsächlich folgten am Dienstag unterschiedliche Reaktionen, als ich diesen Satz über die Sozialen Medien verbreitete. Eine Freundin hat geschrieben: „Bei mir gilt definitiv aber das Gegenteil. Wer stimmt dagegen?“ 

Ich für mich würde das Zitat nicht so als Lehrsatz verwenden. Doch es liegt eben auch ein Kern Wahrheit in der Äusserung. Nur ist aus meiner Sicht das Wort „müde“ hier falsch gewählt. Meine Abwandlung des Zitates würde so klingen:Belasten tut uns die Arbeit, die wir liegen lassen, nicht die, die wir tun.“

Im Kampf gegen die Aufschieberitis-Krankheit

Bevor wir uns weitere Gedanken zu diesem Zitat machen, hier eine wichtige Bemerkung vorweg: Es ist ferne von mir, mit diesem Artikel eine indirekte Legitimation für Workaholiker und andere zu viel Arbeitende zu bieten. Es geht mir vielmehr um die richtige Arbeitsorganisation und das Überwinden des „Auf-die-lange-Bank-schieben“-Syndroms.

In einer kleinen Gruppe durfte ich kürzlich den Motivationstag Mehr Zeit durchführen. Wir hatten uns mit den Grundsätzen des Zeitmanagements beschäftigt und auch wirkungsvolle Tools kennen gelernt. Neben der Theorie gab es viel Praktisches, weil sich die Teilnehmenden mit ihren konkreten Herausforderungen einbrachten.

Und genau da begegneten wir dem wahren Kern des obigen Zitates: Am meisten Energie wird blockiert durch Arbeiten, die wir nicht erledigen – und nicht durch Aufgaben, die wir abgearbeitet haben. Und die Aufschieberitis-Krankheit sorgt dafür, dass Menschen, die davon befallen sind, zuerst „allerlei Irgendetwas“ erledigen und erst am Ende des Tages, wenn überhaupt, zu den Aufgaben kommen, die sie sich eigentlich vorgenommen hatten.

So gesehen macht uns tatsächlich die Arbeit müder, die liegen bleibt. Nicht körperlich, aber mental kann das durchaus geschehen.

Nach dem Motivationstag Mehr Zeit erhielt ich von einer Teilnehmerin folgendes Feedback:

Ich bin froh, dass ich mich zur Teilnahme durch gerungen habe (d.h. die Scham überwunden habe, dass ich mit über 60 noch immer nicht meine Zeit einteilen kann). Ein Buch mit Tipps zu lesen bleibt Theorie, doch durch die abwechslungsreiche Gestaltung und den Austausch mit anderen bin ich ermutigt worden, erstmal mit der Umsetzung von zwei Tipps ernst zu machen: erstens meine Tätigkeiten schriftlich auflisten und bewerten und zweitens, um “Zeitdiebe” in den Griff zu bekommen eine Freundin als “Kommissarin” zu gewinnen. (M. C.)

In diesem Statement finden sich drei Tipps, die uns helfen können, die Aufschieberitis-Krankheit zu überwinden:

  • Erkennen und dazustehen: Mein Zeitmanagement lässt zu wünschen übrig.
  • Planung: Ich plane (schriftlich!) meine To-Do’s.
  • Rechenschaft: Ich schaue (vielleicht mit Unterstützung einer anderen Person), wo meine Zeit hinfliesst.
Ich wünsche uns, dass wir nach einem vollen Arbeitstag „zufrieden müde“ sind, weil wir viel Gutes erledigen konnten – und nicht „unzufrieden müde“ im Kopf, weil wir falsche Prioritäten gesetzt haben und wichtige Arbeiten vor uns hergeschoben haben.

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Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Arbeit“.

"Dankeschön!"

Dankbarkeit ist so etwas wie der Königsweg zum Glück.
Sonja Lyubomirsky (in: Glücklich sein)

Nach einem wunderschönen Sommer dürfen wir jetzt in die goldige Jahreszeit starten. Ich liebe die Vielfalt der unterschiedlichen Jahreszeiten – was für ein Geschenk. Neben den prächtigen Farben gehören zum Herbst auch die unterschiedlichen Formen von Erntedankfesten: Angefangen beim Eidg. Dank-, Buss- und Bettag über die „Läset Sunntige“ (Winzerfeste) bis zu den Erntedankgottesdiensten. Auch wenn diese Traditionen manchmal mit der Zeit eine Eigendynamik bekommen, die das ursprüngliche Gedankengut vielleicht in den Hintergrund rücken – all diesen Festen ist gemeinsam: Wir haben Grund zur Freude, Grund zum Dank.

Möglicherweise fällt dieser Dank dem Bauern oder Winzer einfacher als den vielen Angestellten im Dienstleistungssektor: Nach harter Arbeit, hegen und pflegen, turbulentem Wind und Wetter, hoffen und bangen, kann jetzt die Ernte eingebracht werden. Grund zum Dank, Zeit für das Erntedankfest.

Wer seine Frucht der Arbeit nicht so direkt sichtbar vor sich hat, braucht wohl eine besondere Achtsamkeit, um ein Gefühl der Dankbarkeit zu entwickeln. Warum nicht einen eigenen „Läset Sunntig“ veranstalten, Freunde einladen mit der Begründung „Mein Dankfest, weil ich gerade so viel Gutes erleben darf“ und sich am Gelingen der Arbeit freuen.

Dankbarkeit macht glücklich

Die Glücksforschung hat wissenschaftlich untersucht, was uns Menschen glücklich macht. Dankbarkeit hat sich als sehr starker Glücksfaktor herausgestellt. Dankbare Menschen erfahren in ihrem Leben mehr Zufriedenheit und sind in ihrem Alltag glücklicher. Dankbarsein hat viele positive Nebenwirkungen: Hilft, positive Erfahrungen zu geniessen, steigert Selbstwert, ist Stressprävention, verhindert Neid und Vergleichen, kann Beziehungen stärken… Und hoffentlich führt uns Dankbarkeit auch zu dem, der das Leben erfunden hat. Klar kann man auch ohne Bezug zu Gott dankbar sein. Doch mir persönlich würde etwas sehr Wesentliches fehlen, wenn ich mich nicht direkt bei dem bedanken könnte, der so viel Gutes in die Schöpfung gelegt hat, der mein Leben in so vielerlei Hinsicht bereichert hat. Natürlich, es gibt 1’000 Gründe, warum ich meinen Mitmenschen dankbar bin – und diese Dankbarkeit sollen wir unbedingt auch aussprechen, es ist ein Glücksfaktor für beide Seiten. Aber eben, es gibt da in meinem Leben auch so Vieles, das ich nicht einfach Menschen oder dem Zufall zu verdanken habe. Und wenn wir schon dabei sind: Wem, wenn nicht Gott, soll ich für den schönen Sonnenaufgang danken? Für die prächtige Bergkette? Den goldigen Herbst? Und für die Ernte?

Robert Emmons, der weltweit führende Dankbarkeitsforscher, definiert Dankbarkeit als „Gefühl des Staunens, des Dankbar-Seins und der Feier des Lebens“. Sonja Lyubomirsky (in: Glücklich sein)

Genau das will ich. Und genau das ist für mich ein höchst spiritueller Akt: Indem ich staune, geniesse, das Leben feire, sag ich meinem Gott „Dankeschön!“ für all das, was er mir anvertraut hat.

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Mein  Blogbeitrag dieser Woche dreht sich um den Lebensbereich “Spiritualität“.